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Die Besuchsgruppe der Fachakademie Starnberg in der Briefmarkenverwertung. Arno Schneider (li.) und Manfred Baum von der Betriebsleitung (Mitte) erklären den Betriebsablauf. 

Herzogsägmühle als Ausflugsziel 

Diakoniedorf ist ein Besuchermagnet

Das Diakoniedorf Herzogsägmühle entwickelt sich immer mehr zum Besuchermagneten. Jährlich werden mittlerweile gut 2000 Gäste begrüßt. Sogar aus Österreich kommen sie angereist.

Herzogsägmühle 25 Absolventen der Fachakademie Starnberg, allesamt angehende Erzieherinnen und Erzieher, die später Sozialpädagogik studieren können, dazu Lehrpersonal, reisen in Herzogsägmühle an. Sie unterrichten sich bei ihrem Ausflug über Leben und Wirken des Sozialdorfes. Und sie stellen eine von bis zu 100 Gruppen oder gut 2000 Gästen, die das Diakonie- und Sozialdorf jährlich besuchen. Fraglos: Herzogsägmühle ist ein Besuchermagnet in der Region.

Laut Barbara Osterrieder, Leiterin des Spendenreferates und des Besucherdienstes, kommen die Gäste aus der näheren, aber auch weiteren Umgebung bis über die Landesgrenzen aus Österreich. Die Gruppen rekrutieren sich aus Bayerischem Roten Kreuz oder Landfrauen ebenso wie aus einer kompletten Hotelbelegschaft: dies eine Gruppe aus Österreich, die in ihrem Betrieb mit seelisch erkrankten Menschen arbeitet. Unter den Gästen sind einfache Menschen wie „Du und ich“, genauso Ärzte und Therapeuten, Schüler oder Studenten. Eine Gruppe von weither kommt beispielsweise über mehrere Tage und wird bei Gastfamilien untergebracht. In Ausnahmefällen werden auch Besuchsgruppen an Wochenenden angenommen. In der Regel aber wird Samstagsinteressenten entgegengehalten, dass dann natürlich die Betriebe geschlossen haben.

Herzogsägmühles Besucherdienst stellt für Gruppen ab 30 Personen zwei Führer, gewissermaßen um gehaltvolle Abläufe zu sichern. Neben Barbara Osterrieder ist Arno Schneider, ein langjähriger und inzwischen pensionierter Mitarbeiter des Diakoniedorfes, der zweite Führer. Grundsätzlich angesteuert werden die Licht- & Wachsmanufaktur mit ihrer einerseits fabrikationsartigen, andererseits künstlerischen Lichter- und Kerzenherstellung und die hochinteressante Briefmarkenverwertung, wie Licht & Wachs ein Umsatzbringer des Unternehmens Diakoniedorf. Häufiger und nützlicher Nebeneffekt der Visiten: viele Besucher fangen an, Wachsreste zu spenden, andere schicken zu verwertende Briefmarken, nicht selten in den von dem Betrieb vorgehaltenen speziellen Sammelkartons. Die Werkstätten für Behinderte können ebenfalls als Besuchsziel auf die Wunschliste gesetzt werden, und auch Fachvorträge sind auf Anforderung möglich.

Ins Programm gehört natürlich die Vorführung des selbst produzierten Filmes über das Dorf und seine Merkmale unter dem Titel „Die bunte Vielfalt des Lebens“ im Filmsaal unter dem Mühlenmarkt-Komplex. Verpflegungsfragen werden selbstverständlich vor Ort gelöst. Die Gruppen gehen in aller Regel im dorfeigenen Wirtshaus „Herzog“ essen oder Kaffeetrinken.

So ist denn auch der Besuch der Gäste von der Fachakademie Starnberg typisch verlaufen. Arno Schneider hielt einen kleinen Einführungsvortrag im Filmsaal, danach gab es die Filmvorführung. Die Gruppe begab sich zur Licht- & Wachsmanufaktur und zwängte sich sogar in die enge Wachsbildnerei, in der die schmelzenden Kunstwerke gezogen werden. In der Briefmarkenverwertung klärte Manfred Baum von der Betriebsleitung über den Sinn und Zweck der Unternehmung auf und erläuterte personelle Strukturen wie spezifische Eigenheiten der hilfeberechtigten und zumeist seelisch kranken Beschäftigten.

Nach dem Mittagessen hatten die Besucher Gelegenheit, einen ganz besonderen Platz des Dorfes kennenzulernen. Sie machten sich auf dem Obland in Sachen tiergestützter Therapie kundig, in der mit besonders geschulten Pferden gearbeitet wird.

Und auch dies ist typisch – wer einmal auf Besuch da war, kommt gerne wieder. Die Fachakademie Starnberg gehört mit ihren Studentinnen und Studenten seit Jahren zu den Dauergästen von Herzogsägmühle.

Von Rüdiger Matt

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