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„Viele positive Rückmeldungen“ hat Stefanie Kalin bereits für das neue „Bedien Dich-Brett“ im Herzogsägmühler Mühlenmarkt bekommen. 

Mühlenmarkt in Herzogsägmühle

Gratis-Kaffee vom „Bedien Dich-Brett“

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Einfache Idee, große Wirkung: Im Mühlenmarkt in Herzogsägmühle können Kunden seit kurzem anderen eine Freude machen, indem sie Kaffee, Brot oder Plunder für das „Bedien-Dich-Brett“ spenden. Die Aktion könnte bald Nachahmer finden.

Herzogsägmühle – Wer an der Bäckertheke im Mühlenmarkt steht, dem springt die neueste Errungenschaft sofort ins Auge. „Bedien Dich“ steht in großen grünen Lettern auf einer Tafel an der Wand. Darunter sind drei Holzbretter angebracht. „Plunder“, „Kaffee“ und „Brot“ ist auf ihnen zu lesen. An Haken hängen passend zur jeweiligen Aufschrift kleine Bildchen. Das Prinzip, das hinter dem „Bedien Dich-Brett“ steckt, ist simpel: Wer an der Theke einkauft, kann nicht nur für sich selbst ein Produkt erwerben, sondern ein weiteres dazu. Der zusätzliche Kaffee oder das überzählige Brot kommt dann als Geschenk an den Haken – um jemandem, der sich das Brot oder das Getränk nicht leisten kann, etwas zu Gute kommen zu lassen.

Den Anstoß für die Aktion gab Herzogsägmühle-Direktor Wilfried Knorr. „Er ist auf uns zugekommen, nachdem es woanders gesehen hatte, und hat gefragt, ob es nicht etwas für den Mühlenmarkt wäre“, sagt Stefanie Kalin, stellvertretende Leiterin des Ladens in der Herzogsägmühler Dorfmitte. Tatsächlich ist die Idee nicht neu. In Neapel beispielsweise gibt es die Tradition des „caffè sospeso“ – des aufgeschobenen Kaffees schon seit über 100 Jahren. In Städten wie München findet die Aktion unter dem Namen „Brot am Haken“ immer mehr Nachahmer. Und nun also das „Bedien Dich-Brett“ im Mühlenmarkt. „Wir wollten dem ganzen einen eigenen Namen geben. Bedien Dich ist einfach eine nette Aufforderung“, findet Kalin.

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Herzogsägmühler Schreinerei hat das „Bedien Dich-Brett“ gefertigt

Entworfen und gefertigt hat die Tafel die Herzogsägmühler Schreinerei. Seit Anfang Februar hängt sie an der Wand neben der Bäcker-Theke. Zu anfangs sei die Nachfrage noch verhalten gewesen, sagt Kalin. Das änderte sich schlagartig, als das Diakoniedorf auf seiner Facebook-Seite ein Video veröffentlichte, worin die stellvertretende Supermarkt-Chefin das Bedien Dich-Brett vorstellte. Der Beitrag verbreitete sich rasant in der Netz-Gemeinde. Über 11 000 Aufrufe zählt das Video bislang. Zahlreiche Nutzer gratulierten zur tollen Idee. Auch sonst habe sie bislang nur positive Rückmeldungen erhalten, berichtet Kalin stolz.

Film: So funktioniert das „Bedien Dich-Brett“

Die Aktion kommt an

Wie gut die Aktion ankommt, zeigt ein Blick auf das Brett. An allen drei Haken stapeln sich die Geschenkekärtchen, die Kunden in den letzten Tagen spendiert haben. „Ich musste sogar neue drucken, weil sie uns ausgegangen sind“, sagt Kalin. Die Fotos von Plunder, Brot und Kaffee sehen nicht nur gut aus, sondern haben auch einen ganz praktischen Vorteil gegenüber eines Kassenbons. Längst nicht jeder, der den Mühlenmarkt besuche, könne lesen, erklärt Kalin. Mit den Bildern wisse aber jeder sofort, was gemeint sei.

Vielleicht gibt es das „Bedien Dich-Brett“ bald auch in anderen Gemeinden

Ob jemand, der sich am Brett bedient, bedürftig ist, wird im Mühlenmarkt übrigens nicht kontrolliert. „Wir schauen niemanden vorher in den Geldbeutel“, betont Kalin. Angst vor einem Missbrauch des solidarischen Gedankens hat sie dennoch nicht. „Wir wissen, dass es in der Region genug Menschen gibt, die gerne mal einen Kaffee trinken wollen, sich ihn aber nicht leisten können.“ Auch Familien, die von Hartz vier leben, seien dankbar für ein geschenktes Brot, weiß die stellvertretende Marktleiterin aus eigener Erfahrung. Denn oft sei am „Ende des Geldes noch viel Monat übrig“.

Möglicherweise macht das Beispiel aus Herzogsägmühle bald auch in anderen Gemeinden Schule. Mit dem Mühlenmarkt in Schongau habe sie bereits Kontakt aufgenommen, sagt Kalin. Sie würde sich wünschen, dass es das „Bedien Dich-Brett“ bald auch in der Lechstadt gebe. „Dort gibt es sicher auch einen großen Bedarf.“

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