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Im Schöneckerhaus in Herzogsägmühle ist ein Bewohner des gerontopsychiatrischen Wohnheims an Covid-19 erkrankt.

Herzogsägmühle

Bewohner (61) im Schöneckerhaus an Covid-19 erkrankt - Mitarbeiter und Bewohner vorsorglich in Quarantäne

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die Corona-Krise macht auch vor Herzogsägmühle nicht Halt: Im gerontopsychiatrischen Wohnheim im Schöneckerhaus ist ein Bewohner an Covid-19 erkrankt. Der 61-Jährige wird im Schongauer Krankenhaus behandelt. 22 Mitarbeiter und 34 Bewohner der Einrichtung mussten vorsorglich in Quarantäne.

Herzogsägmühle – „Ja, wir haben einen positiven Corona-Fall“, bestätigte Herzogsägmühle-Direktor Wilfried Knorr am Montagnachmittag auf Nachfrage der Heimatzeitung den entsprechenden Hinweis eines Lesers. Es handle sich um einen Bewohner des gerontopsychiatrischen Wohnheims im Schöneckerhaus. Der 61-Jährige war vor einer Woche mit grippalen Symptomen ins Schongauer Krankenhaus gebracht worden. Dort sei er auf das Coronavirus getestet worden, berichtet Knorr.

Am vergangenen Samstag informierte die Klinik den zuständigen Fachbereichsleiter Peter Walter über das positive Ergebnis des Tests. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt in Weilheim habe man daraufhin sofort reagiert, sagte Walter. Nach Vorgaben der Behörde seien Listen erstellt worden, welche Mitarbeiter und welche Bewohner in den letzten Tagen direkten Kontakt zu dem Patienten gehabt hatten. Am Sonntag habe man die ermittelten 22 Kollegen ins Schöneckerhaus einbestellt, wo sie von Mitarbeitern des Gesundheitsamts getestet worden seien. „Alle wurden daraufhin nach Hause in Quarantäne geschickt, bis die Resultate vorliegen.“

Angesprochen auf den vom Leser geäußerten Vorwurf, wonach die Einrichtung bewusst nicht alle Mitarbeiter, die im Schöneckerhaus arbeiten, habe testen lassen, um den Betrieb weiter gewährleisten zu können, sagte Knorr: „Das ist Unsinn. Das können wir gar nicht entscheiden. Wer getestet wird, bestimmt allein das Gesundheitsamt nach einer Risikoabwägung.“ Pflegekräfte im integrativen Pflegeheim etwa, das ebenfalls im Schöneckerhaus untergebracht ist, seien bei den Tests nicht berücksichtigt worden, weil sie keinen direkten Kontakt gehabt hätten.

34 Bewohner sind vorsorglich in Quarantäne

Neben den betroffenen Mitarbeitern wurde laut Walter auch bei 34 von rund 60 Bewohnern des gerontopsychiatrischen Wohnheims ein Abstrich genommen. Sie hatten ebenfalls direkten Kontakt zu dem erkrankten 61-Jährigen gehabt. Auch sie befinden sich, bis das Ergebnis des Tests vorliegt, in Quarantäne. „Sie werden unter speziellen Vorsichtsmaßnahmen auf ihren Einzelzimmern versorgt.“

Der Ausfall der vielen Mitarbeiter stellt die Einrichtung vor logistische Herausforderungen. Aktuell habe man einen Notbetrieb organisiert, sagte Knorr am Montag. Dieser funktioniere, weil sich Mitarbeiter aus anderen Pflege-Bereichen freiwillig zum Dienst gemeldet hätten. „Im Augenblick bekommen wir das gut hin, die Solidarität der Kollegen ist sehr groß“, so Walter. Sorgen bereitete den Verantwortlichen jedoch die Frage, wie es weitergehe, sollte ein Großteil der sich in Quarantäne befindenden Mitarbeiter länger ausfallen. Am Dienstagnachmittag konnte der Fachbereichsleiter zumindest ein wenig aufatmen. Für neun Mitarbeiter liege mittlerweile ein Ergebnis vor. „Alle neun sind zum Glück negativ.“ Die Mitarbeiter wurden noch am gleichen Tag über die gute Nachricht informiert. „Das verschafft uns erst einmal Luft in der Dienstplanung. Wir hoffen natürlich jetzt, dass auch die weiteren Tests negativ sind.“

Wie sich der Bewohner infiziert hat, ist noch unklar

Nicht geklärt ist bislang noch die Frage, auf welchem Weg sich der Patient mit dem Coronavirus infiziert hat. Schon vor dem mittlerweile generell geltenden Verbot durch den Freistaat habe man das Besuchsrecht im Schöneckerhaus stark eingeschränkt, um die Gefahr einer Ansteckung für die Bewohner so gering wie möglich zu halten, sagte Walter. Schließlich würden diese zur Risikogruppe zählen, die es besonders vor dem Virus zu schützen gelte. Der 61-Jährige sei in letzter Zeit allerdings oft für Behandlungen im Krankenhaus gewesen. Möglicherweise habe er bei diesem „Hin und Her“ Kontakt mit einer infizierten Person gehabt. „Aber das ist nur eine Vermutung.“

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