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Ins Straucheln kommt in dieser Szene Schongaus evangelischer Pfarrer Jost Herrmann (links).

Gaudispiel zum Herzogsägmühle-Jubiläum

„Don Camillo gegen Peppone“: Politiker schlagen die Gottes-Kicker

„Don Camillo gegen Peppone“: So hieß es jetzt zum zweiten Mal im Unteroblandstadion von Herzogsägmühle. Nachdem bereits im Jahr 2015 Kirchenvertreter und Politiker bei einem Fußballspiel gegeneinander angetreten sind, gab es im 125. Jubiläumsjahr des Diakoniedorfes eine Neuauflage.

Herzogsägmühle – Um es vorwegzunehmen: Im Gegensatz zum Spiel im Jahr 2015, als die Kirchenvertreter um den Bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm das Spiel für sich entscheiden konnten, gewannen dieses Mal die Politiker haushoch mit 5:1. Und das, obwohl die Kirchenmänner laut Kommentator Helmut Halas mit „Bufdi“ Benjamin Herrmann einen „bundesligareifen“ Keeper im Tor stehen hatten.

Er zeigte einen bewunderungswürdigen Einsatz und sorgte dafür, dass die Niederlage nicht noch wesentlich höher ausfiel. Dass der Großteil des Spiels vor seinem Kasten stattfand, und der Torwart der Gegner-Mannschaft, kein geringerer als Schongaus zweiter Bürgermeister Tobias Kalbitzer, eine ruhige Kugel schieben konnte, war nicht seine Schuld.

Sollte das Don Camillo-Team etwa das Vaterunser vor dem Anstoß durch Peitings Bürgermeister Michael Asam vergessen haben? Oder fehlte einfach der Landesbischof im Team? Nach nicht einmal fünf Minuten Spielzeit traf der Schongauer Stadtrat Thomas Schleich bereits zum ersten Tor. Kurz darauf erhöhte Schwabsoiens zweiter Bürgermeister Manfred Schmid auf 2:0 für die Politiker. „Jetzt wird es aber höchste Zeit, dass Hilfe von oben kommt“, beschwor Helmut Halas himmlischen Beistand für die Gottes-Kicker.

„Don Camillo gegen Peppone“: Wie Aasgeier vor dem Tor

Der ließ allerdings auf sich warten: „Die Hellblauen sitzens wie die Aasgeier vorm Tor“, jammerte der Kommentator kurze Zeit später. Gemeint waren die Politiker in den hellblauen Peppone-Trikots. Und wirklich, Burggens Bürgermeister Joseph Schuster und seine Mitstreiter, Manfred Schmid, Thomas Schleich, Christian Huber (Gemeinderat Schwabbruck), Peter Huber (Stadtrat Schongau), Ingo Hofschroer (Trainer FC Herzogsägmühle) und Tobias Lieb (Gemeinderat Kinsau) ließen dem Gegnerteam kaum eine Chance, das Spiel in die andere Spielfeldhälfte zu verlagern.

Glücklich und abgekämpft: Die Fußballer des Jubiläumsspiels „Don Camillo gegen Peppone“. In diesem Jahr gewannen die Lokalpolitiker (hellblau) klar mit 5:1 gegen die Geistlichkeit.

Herzogsägmühlen-Vorstand Hans Rock und Direktor Wilfried Knorr sowie ihre Mitspieler Pfarrer Michael Stein (Feldafing), Pfarrer Dirk Wollenweber (Peiting), Pfarrer Jost Herrmann (Schongau), Prädikant Martin Muck (Peiting) und Fachbereichsleiter Markus Sinn mühten sich redlich – aber vielleicht mit den falschen Mitteln. Nicht von ungefähr kassierte Markus Sinn in der zweiten Halbzeit vom Schiri eine gelbe Karte wegen „Meckerns“.

Durch einen wahren Bälle-Hagel aufs Don Camillo-Tor, der von Benjamin Herrmann mit fast übermenschlichen Kräften meistens pariert wurde, gelang es dennoch Manfred Schmid, Thomas Schleich und Christian Huber, jeweils einen weiteren Treffer zu erzielen.

„Knapp daneben ist auch vorbei“, kommentierte Halas lakonisch die Revanche-Versuche aufs Peppone-Tor, das Tobias Kalbitzer mehrmals in Richtung Spielfeld verließ und quasi als Einladung leer stehend zurückließ. Seine Mannschaftskollegen machten aber ihre Sache gut und mauerten perfekt. Schließlich landete Martin Muck kurz vor Schluss den Ehrentreffer fürs Don-Camillo-Team.

Das Resümee von Kommentator Helmut Halas: „Auf beiden Seiten war der ernsthafte Wille erkennbar. Irgendwie ist’s nicht nausgangen – im Film war das immer anders.“

VON URSULA FRÖHLICH

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