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Inbetriebnahme der Rolli-Schaukel in Herzogsägmühle. Jürgen Wegler darf als erster ran. 

Neue Attraktion

Barrieren abbauen: Erste Rolli-Schaukel in Herzogsägmühle

Die Herzogsägmühle ist um eine Attraktion reicher. Dort wurde jetzt eine Schaukel für Rollstuhlfahrer in Betrieb genommen. Es ist die erste im Landkreis Weilheim-Schongau und zugleich ein weiterer Schritt, um Barrieren für Menschen mit Behinderung abzubauen.

Herzogsägmühle – „Ein schönes Gefühl“, schwärmte Jürgen Wegler. Er durfte mit seinem Rollstuhl als erster die neue Schaukel auf dem Sinnesparcours in Herzogsägmühle (gegenüber der Gärtnerei) testen. Durch die Luft schweben, sich frei fühlen, auf und ab schwingen – das ermöglicht die neuartige Schaukel jetzt auch den Menschen, die im Rollstuhl sitzen.

Bis das Projekt realisiert werden konnte, sind allerdings fast fünf Jahre vergangen. Nur dem unermüdlichen Beharren des Arbeitskreises Barrierefreiheit im Dorfverein von Herzogsägmühle ist es zu verdanken, dass diese Rolli-Schaukel verwirklicht werden konnte. Und natürlich auch einem edlen Spender aus Herzogsägmühle, der anonym bleiben will. Er hat den Löwenanteil des rund 20 000 Euro teuren Projekts übernommen. „Ich habe die größte Freude, wenn ich sehe, wie sich andere freuen“, hat der edle Spender ausrichten lassen.

Realisierung der Rolli-Schaukel in Herzogsägmühle war aufwendig

„Eine großartige Idee“, zeigte sich auch Hans Rock, Finanz-Vorstand in Herzogsägmühle, angetan von der Rolli-Schaukel. Deren Realisierung erforderte einigen Aufwand – angefangen von der detaillierten Planung, der Standort-Suche bis schließlich zur Fertigstellung.

Hans Rock dankte bei der Inbetriebnahme den treibenden Kräften, in erster Linie Bianca Stieler vom Arbeitskreis Barrierefreiheit sowie den beiden Schwerbehindertenbeauftragten in Herzogsägmühle, Fabian Steck und Ingrid Käufl.

Die Rollstuhl-Schaukel in Herzogsägmühle steht allen offen

Der kirchliche Segen durfte bei der Einweihung der Rolli-Schaukel nicht fehlen. In einer kleinen Andacht verriet Pfarrerin Lydie Nicoly-Menezes, dass sie schon in ihrer Kindheit gerne geschaukelt sei und dies auch heute noch tue, „um die Leichtigkeit des Seins zu genießen“. Als Rollstuhlfahrer fühle man sich oft wie ein schwerer Fels, das Schaukeln mache dagegen leicht und frei. „Schaukeln ist Bewegung, alles Leben ist Bewegung“, so die Pfarrerin. An die Rollstuhlfahrer gerichtet, sagte sie: „Schaukeln Sie, aber lassen Sie sich nicht verschaukeln.“

Die neue Rolli-Schaukel kann mit einem Gewicht von bis zu 350 Kilogramm belastet werden. Sie steht allen offen. Betrieb ist ab 8 Uhr bis abends zum Einbruch der Dunkelheit.

Herzogsägmühle auf dem Weg zur Barrierefreiheit

Auf dem Weg zur Barrierefreiheit in Herzogsägmühle geht der Arbeitskreis Schritt für Schritt voran. Derzeit wird die Rampe zur Martinskirche erneuert. Die Rampe zum Gasthaus Herzog ist bereits fertiggestellt worden.

VON MICHAEL GRETSCHMANN

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