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Überzeugten in ihren Rollen: (v.l.) Nele Högg (Anna), Dominik Nierer (Stephan), Alexander Nierer (René), Eva Kriwan (Elisabeth) und Michael Boos (Thomas).

Viel Lob vom Publikum

Großartiges Treibhaus-Theater in Herzogsägmühle: Wenn der Vorname zum Streitthema wird

Insgesamt sechs Mal hat der Theaterverein Treibhaus sein neuestes Stück „Der Vorname“ im Rainer-Endisch Saal in Herzogsägmühle gezeigt. Die glänzend besetzte gesellschaftskritische Komödie mit feingeschliffenen Dialogen bekam viel Lob und großen Applaus vom Publikum.

Herzogsägmühle – Die Bühne war mit einem großen Sofa, einer „Bildungsbürgertapete“ (im normalen Sprachgebrauch: Bücherregal) und einem großen Esstisch in ein gemütliches Wohnzimmer verwandelt worden. Darin hausten Lehrerin Elisabeth und ihr Mann Stephan, Unidozent und international gefragter Vortragsredner. Sie: Eine perfekte Hausfrau und Mutter, lebensnah verkörpert von Eva Kriwan, selbst im richtigen Leben Referendarin, Er: Ein pedantischer Besserwisser, eine Paraderolle für Dominik Nierer. Die beiden haben zum Essen eingeladen.

Auf der Gästeliste stehen Elisabeths Bruder Thomas (Michael Boos) mit seiner schwangeren Freundin Anna (Nele Högg) und der gemeinsame Freund aus Kindertagen René (Alexander Nierer).

Thomas, Schulabbrecher, Selfmade-Man und erfolgreicher Makler von Luxusimmobilien, dessen Lieblingssport es ist, seinen Schwager zu provozieren, leistet sich einen folgenreichen Scherz. Das erwartete Kind soll „Adolf“ heißen, verkündet er der schockierten Tischgesellschaft. Die hitzige Debatte, ob es in der heutigen Zeit erlaubt und ratsam ist, sein Kind nach Adolf Hitler zu nennen, entgleist im Lauf des Abends immer mehr und bringt schließlich gut gehütete Geheimnisse zutage. Die kleine Runde unter Freunden stürzt von einem Extrem ins andere, so weit, dass sogar langjährige Freundschaften und Beziehungen in Frage gestellt werden.

Regisseurin Eleyne Wenninger brachte mit „Der Vorname“ eine Adaption von Dominik Nierer aus dem französischen Theaterstück „Le Prénom“ von Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte sowie der deutschen Verfilmung von Sönke Wortmann, auf die Bühne. Das Kammerspiel überzeugte neben den durchweg gut besetzten Darstellern, die ihre Rollen engagiert verkörperten mit spritzigen Dialogen, die das Publikum immer wieder schmunzeln ließen.

Amüsiert verfolgte das Publikum, wie da ein gepflegter Bildungsbürgerhaushalt auf den Kopf gestellt wird. Wie politisch korrekte Phrasen genüsslich zerpflückt und der mühsam aufgebaute, moralische Sockel gefährlich ins Wanken gebracht wird. Am Schluss gab es dann doch ein versöhnliches Ende für die Beteiligten.

Sonderaufführung samt Dinner

„Menschen streiten sich und raufen sich wieder zusammen. So ist das nun einmal“, stellt Elisabeth nach einem wirklich Bühnenreifen Wutausbruch fest. Mit einer exklusiven Einladung zu dem Stück samt Dinner bedankte sich Herzogsägmühle wie schon seit fünf Jahren bei regionalen Betrieben, die sich durch Praktikums- und Jobangebote für Menschen aus Herzogsägmühle im zurückliegenden Jahr besonders engagiert haben. Der Theaterverein Treibhaus gab eigens dafür eine Sonderaufführung.

Markus Sinn, Fachbereichsleiter in Herzogsägmühle, erläuterte in seiner Ansprache die Bedeutung der Kooperation zwischen Herzogsägmühle und der regionalen Wirtschaft auf Augenhöhe für beide Seiten. So konnten einerseits mit Hilfe von Betrieben dieser Region über 200 Praktika durchgeführt werden, andererseits fanden 30 in Herzogsägmühle ausgebildete und in der Region dringend benötigte Fachkräfte im Jahr 2019 einen Job in heimischen Betrieben.

VON URSULA FRÖHLICH

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