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Große Beachtung fanden die großformatigen Zeichnungen von Zia Sahill (re.)

Herzogsägmühle

„MachArt“-Ausstellung beeindruckt mit „Leben in Begegnung“

„Leben in Begegnung“ Ist das Motto der diesjährigen Ausstellung „MachArt“ im Foyer der Deckerhalle. Bis zum 31. Oktober zeigen Künstler und Hobbykünstler ihre Arbeiten, die täglich von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen sind. Am kommenden Donnerstag, 24. Oktober, ist ab 18 Uhr zudem eine Live-Performance mit Licht und Musik geplant.

Herzogsägmühle – „Die Bilder sind ein Geschenk“, meinte Gabi Fischer vom Freizeit- und Bildungswerk, die zusammen mit Marianne Schuster die Ausstellung kuratiert hatte. Zu sehen sind neben einer großen Installation von Benjamin Bolea im Erdgeschoss verschiedenste Motive und Techniken von der Fotografie über Acrylfarben und Öl bis hin zur Bleistift- und Farbstiftzeichnung sowie einige Plastiken.

„Es ist nicht gut, wenn ein Mensch allein ist“, erläuterte Marianne Schuster das Thema. Räumte aber auch ein, dass menschliche Begegnungen auch Schattenseiten haben können. Zum Beispiel, wenn sich Erwartungen nicht erfüllen. Gerade dann sei es wichtig, den Kreis aufzubrechen und zu sich selbst und seinen Eigenheiten zu stehen. „Werde wer du bist. Das ist keine leichte Sache, aber eine lohnenswerte“, so Marianne Schuster bei der Ausstellungseröffnung.

Benjamin Bolea bedankte sich im Zusammenhang mit der Ausstellung, für den Respekt, der ihm und seiner Arbeit entgegengebracht wurde. Seine Installation, die einfache Botschaften zur Selbstfindung beinhaltet, ist in einem Prozess über mehrere Monate hinweg entstanden. Ebenfalls mehrere Monate lang trafen sich rund 20 Mitarbeitende und Mitarbeiter der Werkstätten unter der Regie von Elena Beidner zum Acryl-Malkurs und zeigen in der Ausstellung Arbeiten zu verschiedenen Themen, bei denen die Natur und Naturbeobachtung im Vordergrund steht. „Das Angebot wird sehr gut angenommen und einige der Teilnehmer konnten sogar schon Arbeiten verkaufen“, berichtete Elena Beidner.

Ziemlich genau zweieinhalb Jahre lang arbeitete der Flüchtling Zia Sahill aus Afghanistan an rund 200 großformatigen Zeichnungen, die er hier in Schongau gefertigt hat und von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind. Seine Spezialität sind Porträtbilder, in denen er Menschen aus seiner Heimat vorwiegend mit Bleistift auf Papier verewigt. „Ich habe mit zehn Jahren mit dem Zeichnen angefangen“, so der heute 20-Jährige. Ermutigt wurde der Autodidakt immer von seiner Mutter. Eine Ausbildung in seiner Kunst hat er nie erhalten, sich aber einiges von anderen Malern abgeschaut. Die reichliche Freizeit, zu der die deutsche Asylpolitik Flüchtlinge zwingt, nutzt er für sein Hobby und fertigt beeindruckende und eindringliche Porträts, die durch die fast fotografische Genauigkeit eine besondere Wirkung erhalten.

Alles in allem sind die künstlerischen Begegnungen, die die Ausstellung ermöglicht, einen Besuch wert. Vielleicht ja am kommenden Donnerstag, wenn ab 18 Uhr die Ausstellung mit besonderer Beleuchtung und Beats untermalt wird. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. URSULA FRÖHLICH

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