Nahezu 30 neue Filme hat Franz Gruber aus seinem umfangreichen historischen Bildmaterial zusammengestellt.
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Nahezu 30 neue Filme hat Franz Gruber aus seinem umfangreichen historischen Bildmaterial zusammengestellt.

Der Peitinger Heimatfreund Franz Gruber hat nahezu 30 neue Filme zusammengestellt

Historische Aufnahmen in digitalem Gewand

Darauf dürfen sich die Besucher des Museums im Klösterle schon heute freuen: Nahezu 30 neue Filme aus seinem umfangreichen Archivmaterial hat der Peitinger Franz Gruber in der „Corona-Zeit“ geschaffen. „Das sind echte Hingucker mit historisch wertvollem Bildmaterial“, zeigen sich Museumschef Klaus Hilgner und Franz Bleichner von den Peitinger Heimatfreunden geradezu begeistert.

Peiting - Zuletzt waren die Plätze in der Lentnerstube bei Grubers Vorführungen in der Museumsnacht im Jahr 2019 stets bis auf den letzten Platz gefüllt. Doch dann kam der erste Lockdown, und aus war es mit dem gemütlichen Hoagart im Kellergewölbe des Museums und den monatlichen Treffen im Gasthof Dragoner.

Doch der frühere Gastwirt und langjährige Vorstand der Alpenvereinssektion gewann den verschärften Kontakteinschränkungen und Ausgangsbestimmungen jedoch seine positiven Seiten ab: Da er stets mit der Kamera in seinem Heimatort, der Umgebung und in den Bergen unterwegs war, hat sich in 80 Lebensjahren ein umfangreiches Bild-, Film- und Videomaterial angesammelt. Jetzt bot sich geradezu die Gelegenheit, die Dias, Fotos und Filme zu digitalisieren.

Bei der mühseligen Arbeit entstand die Idee, aus diesen im Verborgenen liegenden Schätzen neue Filme – besprochen und mit passender Hintergrundmusik versehen – zu erstellen. So entstand aus teils 70 Jahre alten Dias und Filmen der Streifen „Der alte Lech“.

Die historischen Aufnahmen von Peiting reichen gar noch viel weiter zurück. Fertig gestellt werden konnten ebenso die Dokumentation „50 Jahre Pachtvertrag Feldern-Alm“, der 2019 gefeiert wurde, und der Streifen „Bei uns dahoam und unterwegs“ von den Berg- und Wandertouren der Jahre 2018/2019. Auch die Bilderfolge „Entlang der Peitnach“ ist nun in digitaler Form fertig gestellt.

Die Leidenschaft für das Fotografieren und die Natur trugen sicherlich mit dazu bei, dass Franz Gruber seine beruflichen Herausforderungen als „Dragoner-Wirt“ auch bei langen Arbeitstagen ohne Stress bewältigte. Für seine Stammgäste organisierte er alljährlich nach Kirchweih einen dreitägigen Ausflug. Wie er auch über 15 Jahre lang DAV-Touren nach Südtirol leitete.

„Mit seinen Filmen sorgt der Franz dafür, dass bei uns keine häusliche Langeweile aufkommt“, freut sich Freund Joachim Endhart, der mit ihm schon 1985 eine Trekkingtour nach Nepal unternahm. „Mit diesen Filmen kann man sich die schönsten Stunden machen“, sind sich die Peitinger Heimatfreunde um Franz Bleichner einig. „Da verzichten wir getrost auf die Corona-beherrschenden Nachrichtensendungen in Radio und Fernsehen.“

Das nächste Projekt für den Peitinger Film- und Foto-Freund ist der Gasthof „Dragoner“, wofür Franz Gruber derzeit das umfangreiche Material aus Gästebucheinträgen, Bildern, Filmen und Zeitungsartikeln sichtet. Sicherlich auch wieder ein kostbares Dokument der Peitinger Zeitgeschichte. Logierten dort doch schon Persönlichkeiten wie Wernher von Braun und sprachen Politiker von Rang und Namen.

Die „Gruber-Filme“ sind übrigens nicht die einzigen „Neuzugänge“ im Museum im Klösterle in Peiting: Aus Nachlässen und Überlassungen kamen in jüngster Zeit mehrere Exponate. Nach der hoffentlich baldigen Wiedereröffnung gibt es einiges zu bestaunen.

GERHARD HEISS

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