Am Gumpen gilt für Hunde bereits eine Leinenpflicht. Doch diese Regelung bleibt auch künftig die Ausnahme in Peiting.
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Am Gumpen gilt für Hunde bereits eine Leinenpflicht. Doch diese Regelung bleibt auch künftig die Ausnahme in Peiting.

Marktgemeinderat fasst Beschluss

Hundekot-Ärger: So reagiert die Gemeinde Peiting auf ein leidiges Problem

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Hundehalter, die die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners einfach liegenlassen statt sie ordnungsgemäß zu entsorgen, sind auch in Peiting ein Problem. Im Gemeinderat ging es nun um mögliche Lösungen. In einem bestimmten Fall drohen Hundebesitzern bald empfindliche Strafen.

Peiting – Andreas Barnsteiner zählt zweifellos nicht zu den Leisetretern im Peitinger Gemeinderat. Wenn dem BVP-Rat etwas auf der Seele brennt, dann macht er seinem Unmut laut Luft. Ein Thema, das ihn dabei in schöner Regelmäßigkeit umtreibt, sind die Hunde im Ort. Besser gesagt deren Hinterlassenschaften, die zum Ärger des Landwirts oft auch auf den Feldern landen statt in der Mülltonne. Barnsteiners Klagen über die zunehmenden Verunreinigungen hatte die Verwaltung nun zum Anlass genommen, dem Problem in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen eigenen Tagesordnungspunkt zu widmen. Dabei zeigte sich: Abhilfe zu schaffen, ist gar nicht so einfach.

34 Hundestationen gibt es bereits in Peiting

Das begann bei der Frage, ob die Gemeinde weitere Hundetoiletten aufstellen solle. Aktuell gebe es bereits 34 derartige Stationen im gesamten Gemeindegebiet, zählte Kämmerer Christian Hollrieder auf. Pro Jahr würden 220 000 Hundetüten verbraucht. 150 Stunden pro Jahr sei der Bauhof damit beschäftigt, die Hundetoiletten zu leeren und neue Tüten nachzufüllen. Angesichts des dichten Netzes und der Möglichkeit, Hundebeutel zusätzlich in den zahlreichen anderen Abfallbehältern zu entsorgen, bezweifelte Hollrieder, dass das Aufstellen weiterer Hundestationen die Situation verbessern würde. „Es wird auch dann immer Hundehalter geben, die den Hundekot liegenlassen.“

Leinenpflicht im Außenbereich nicht möglich

Eine Absage gab es auch für die von Barnsteiner geforderte Leinenpflicht, um das freie Umherlaufen von Hunden auf den Feldern und Wiesen zu verhindern. Kommunen könnten zwar einen Leinenzwang erlassen, allerdings nur für den Ortskern und nicht für den Außenbereich und auch nur für größere Hunde, erklärte Hollrieder. „Das hilft uns hier nicht weiter.“ An manchen Stellen im Ort wie etwa am Gumpen gelte übrigens bereits eine Leinenpflicht, auf Spielplätzen seien Hunde gar nicht erlaubt, wies der Kämmerer in diesem Zusammenhang hin.

Blieb noch die Möglichkeit einer Anhebung der Hundesteuer. Derzeit müssen Peitinger Hundebesitzer pro Jahr 65 Euro für ihren Vierbeiner bezahlen, jeder weitere schlägt mit 150 Euro zu Buche. Für Kampfhunde sind sogar 1000 Euro fällig. Eine Erhöhung der Sätze sei prinzipiell möglich, sagte Hollrieder. Ob dies allerdings dazu führe, dass weniger Hundekot auf den Straßen und Wiesen lande, bleibe aber zu bezweifeln.

Gremium lehnt Steuererhöhung ab und setzt auf Dialog

Das sah auch die große Mehrheit des Gemeinderats so. Eine Steuererhöhung würde alle treffen, gab etwa Franz Seidel (BVP) zu bedenken. Dabei betreffe das Problem nur eine Minderheit. Sinnvoller sei es, den Dialog mit den Hundebesitzern zu suchen. Dem schloss sich auch die CSU an. Alfred Jocher (Unabhängige) riet zu mehr Zivilcourage. „Man muss die Leute ansprechen, wenn sie sich falsch verhalten.“ Josef Sellmaier (BVP) regte an, die Hundebesitzer mit einem Schreiben des Bürgermeisters für die Probleme zu sensibilisieren – ein Vorschlag, der im Gremium gut ankam und den der Bürgermeister gerne aufgriff.

Wer seinen Hund nicht anmeldet, riskiert bald eine empfindliche Geldstrafe

Dass der Trend in Peiting mittlerweile zum Zweit- und Dritthund gehe, wie Barnsteiner beobachtet hat, konnte Hollrieder mit Blick auf die Statistik nicht bestätigen. Demnach sind in Peiting 530 Ersthunde gemeldet, aber nur in 29 Haushalten gibt es einen zweiten Vierbeiner, gerade einmal acht besitzen mehr als zwei Hunde. Doch dass die Zahl an Zweit- und Dritthunden in den vergangenen 20 Jahren nahezu konstant geblieben sein soll, während gleichzeitig rund 28 Prozent mehr Vierbeiner bei der Gemeinde registriert wurden, kam auch Bürgermeister Peter Ostenrieder komisch vor. Seine Vermutung: Manch Besitzer nehme es mit der Anmeldung weiterer Vierbeiner nicht ganz so genau. Um das künftig zu unterbinden, werde man mit dem anstehenden Neuerlass der Hundesteuersatzung ein empfindliches Bußgeld einführen für nicht angemeldete Hunde, kündigte Ostenrieder an. „Wer also daheim jetzt noch einen Zweithund findet, sollte diesen schnell noch anmelden.“

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