Ein Kernspin-Gerät
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Als Hersteller für elektrische Steckverbinder zählt ept zu den führenden Unternehmen der Branche. Die kleinen Bauteile sorgen etwa in Kernspin-Geräten für die reibungslose Übertragung von elektrischen Signalen.

Serie der Heimatzeitung

In fast jedem Auto steckt Technik von ept

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die Namen der Unternehmen in der Region sind vielen Bürgern ein Begriff. Doch bei der Frage, womit die Firmen eigentlich genau ihr Geld verdienen, hört das Wissen oft schnell auf. In unserer Serie wollen wir deshalb einen Blick hinter die Kulissen werfen und die Produkte vorstellen, die für den Erfolg der Unternehmen stehen. Heute: ept aus Peiting.

Peiting – Die größten Geschichten, sie beginnen meist im ganz Kleinen. Im Fall von ept ist es wie bei den großen Tech-Giganten Apple und Microsoft eine Garage, wo 1973 alles seinen Anfang nimmt. Bernhard Guglhör gründet in Halblech eine Stanzerei, in der er kleine Metallteile in Auftragsarbeit anfertigt. Dass daraus in den nächsten 50 Jahren ein Unternehmen werden würde, dessen Produkte auf der ganzen Welt gefragt sind, das dürfte der Firmengründer damals freilich nicht geahnt haben.

Heute beschäftigt ept, dessen Hauptsitz in Peiting ist, weltweit 1200 Mitarbeiter, der Jahresumsatz liegt bei 150 Millionen Euro. Erzielt wird er mit sogenannten elektrischen Steckverbindern, die heutzutage nicht nur in jedem Auto eine wichtige Rolle spielen, sondern auch in anderen Bereichen längst unverzichtbar sind. In den 80er und 90er Jahren war es vor allem die Telekommunikationsbranche, die auf die kleinen Bauteile made in Peiting setzte. Zum Einsatz kamen sie, um Platinen und Steckkarten miteinander zu verbinden, die das Herz der Technik in den Vermittlungsstellen und später den Basisstationen für den aufstrebenden Mobilfunk bildeten. Als Schlüssellieferant produzierte ept damals für Siemens, auch andere Telekommunikationsinfrastruktur-Anbieter wie Nokia Networks zählten zu den Kunden.

Doch als im Jahr 2000 die Internetblase platzte, erfuhr das bis dahin so erfolgreiche Geschäftsmodell der Peitinger Firma einen schweren Schlag. „Die Telekommunikationsindustrie in Europa hat sich von dem Einbruch nicht mehr erholt“, blickt ept-Geschäftsführer Thomas Guglhör zurück.

Größter Partner von ept ist die Automobilindustrie

Heute macht das Telekommunikationsgeschäft deshalb nur noch einen kleinen Teil des Umsatzes bei ept aus. Zum größten Partner ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten stattdessen die Automobilindustrie geworden, für die das Peitinger Unternehmen maßgeschneiderte Steckverbinder entwickelt und produziert.

Zum Einsatz kommen sie in Steuergeräten, die große Zulieferer wie Bosch oder Continental für die Autohersteller entwickeln. Rund 80 solcher Steuergeräte werden allein in einem Mittelklassewagen verbaut, erklärt Guglhör. Sie kümmern sich beispielsweise um die Regelung der Klimaanlage, der Fensterheber und steuern sicherheitsrelevante Einrichtungen wie Airbags oder das ABS. Gerade bei Letzteren komme es entscheidend auf die Qualität der eingesetzten Bauteile an, sagt Guglhör.

Ein Wackelkontakt am Airbag-Stecker könnte schließlich schlimme Folgen haben. „Da darf kein Fehler passieren.“ Anforderungen, die ept dank jahrzehntelanger Expertise auf dem Gebiet des Steckverbinderbaus in besonderem Maß erfüllt. Vom Stanzen der Kontakte über das Spritzgießen des Kunststoffgehäuses bis zur Konstruktion der für die Produktion benötigten Werkzeuge: Alle Prozesse bis zum Endprodukt laufen vor Ort in den eigenen Werken ab.

Im Qualitätsranking unter den Besten der Branche

Das zahlt sich aus: Regelmäßig landet das Unternehmen im Qualitätsranking unter den Besten seiner Branche und ist damit entsprechend gefragt bei den Zulieferern. Wer das Auto einer europäischen Marke fährt, kann sicher sein, dass unter der Haube Technik von ept steckt.

Gewappnet fühlt man sich deshalb beim Peitinger Unternehmen auch für den bereits im Gange befindlichen Umbruch in der Automobilbranche. Der Trend zu Elektromobilität und autonomen Fahren bringe viele neue Herausforderungen, sagt der Geschäftsführer. Immer höhere Datenraten müssen beispielsweise mit immer kleineren Steckern übertragen werden. Eine Entwicklung, die sich auch auf andere Bereiche in der Industrie erstreckt, wo Steckverbinder von ept zum Einsatz kommen. Sei es bei medizinischen Geräten oder bei Server-Komponenten.

In den letzten Jahren habe man auf diesem Gebiet viele neue Kompetenzen aufgebaut, sagt Guglhör. Voranschreiten statt hinterherlaufen, so lautete die Devise des Familienunternehmens eben schon immer. „Wir wollen in dem, was wir tun, die Besten sein. Sonst haben wir keine Chance.“

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