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So wird die Szene auf der Terrasse von Familie Fossen in Peiting dann im September bei der Ausstrahlung der neuen Folge von „Marie fängt Feuer“ zu sehen sein

Ganz großes Kino

,Marie fängt Feuer’: Herzkino-Dreh in Peiting

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Großes Kino in Peiting: Für die „Herzkino-Reihe“ „Marie fängt Feuer“ hat das ZDF jetzt in Peiting von einer Produktionsfirma drehen lassen. „Kamera an“ hieß es für mehrere Tage in Haus und Garten von Familie Fossen. Die musste für den Dreh kurzerhand ausziehen – ein Riesen-Erlebnis!

Peiting– Ein Mann schnappt sich ein Köfferchen und versucht über den Garten abzuhauen. Nicht einmal. Nicht zweimal. Nicht dreimal. Noch viel, viel öfter. Immer wieder die gleiche Szene. Und Cut: Endlich ist alles im Kasten. Gedreht im eingewachsenen, märchenhaften Garten von Klaus und Brigitte Fossen am Hochplattenweg in Peiting. „Das ist aber auch das einzige, was wir heimlich beobachten konnten, als wir uns von hinten an unseren Garten herangeschlichen haben“, erzählt Klaus Fossen lachend. Denn selbst für die Hausbesitzer galt während der Dreharbeiten: Zutritt verboten. Sie wohnten in einer Ferienwohnung.

Ganz strenge Geheimhaltung beim Dreh

Zum einen erfolgt so ein Dreh natürlich unter strengen Regeln der Geheimhaltung – es soll ja spannend bleiben für den Fernseh-Zuschauer. Zum anderen wegen der höchst peniblen Corona-Auflagen, unter denen der Dreh nach einer Zwangs-Pause überhaupt stattfinden konnte. Die Dreharbeiten waren bereits für März geplant gewesen. Und dann kam ja bekanntlich der Shut Down.

Für Fossens die Ruhe vor dem Sturm. Als es so weit war, rückte quasi ein ganzer Umbautrupp an, der das Traumhaus auch im Inneren großzügig umgestaltet hat. Schließlich muss ja das Setting für die Dreharbeiten passen, die häusliche Umgebung für die Geschichte umgemodelt gemacht werden. „Alle Möbel, die man hier sieht, wurden weggeräumt.“ Klaus Fossen macht eine ausladende Geste mit dem Arm durchs Erdgeschoss. Alle Gläser raus aus den Vitrinen. Alle Bücher raus aus den Regalen. Alle Bilder von der Wand – wegen Urheberrecht. Neue Anstriche für die Wände – zum Teil in Farbe. Weg mit der gemütlichen Fernseh-Ecke oben. Rein mit einem opulenten Spielschiff aus Holz für die zwei Kinder-Darsteller.

Drei Tage wird aus- und umgeräumt 

Insgesamt drei Tage wird hier in Peiting ausgeräumt und umgebaut. Sogar der braune Kachelofen im Essbereich wird weiß eingekleidet – zu dunkel. Dann fünf Tage Dreharbeiten. Und dann wieder zwei Tage Umbautrupp. „Hinterher stand alles genauso da wie vorher“, blickt Brigitte Fossen auf ihre Deko-Artikel, Karaffen und Gläser. Sogar die Bücher: Alles wieder so geordnet wie vorher. Klaus Fossen: „Die haben das alles abfotografiert, das war ein toller Trupp!“

Doch wie eigentlich kam das Haus zum Dreh und umgekehrt? Ein Zufall: Klaus Fossens Bruder kennt den „Location-Scout“ und vermittelte. Nicht nur einmal wurde das Objekt in Peiting unter die Lupe genommen. Im März dann der Bescheid des Film-Trupps: „Wir nehmen das Haus.“

„Viele haben gesagt: Ich würde das nie machen.“ Schon der Intimsphäre wegen. Für die Hausherrin: Alles kein Problem. Schon immer hatten sie und ihr Mann früher der Kinder wegen viele andere Kinder im Haus. Partys. Schüleraustausch: „Manchmal waren hier viererlei Generationen gleichzeitig“, erinnert sie sich zurück. „Es ist doch spannend, wenn man in fortgeschrittenem Alter so etwas Unvorhergesehenes erleben darf. So eine Chance kriegt man nicht mehr.“

Das Ganze also gleich nochmal? Da winken Fossens dann doch ganz entschieden ab. Denn als der Regisseur erklärt, er habe sich richtig verliebt in das Haus: Da fangen die beiden dann schon ein bisschen an zu schwitzen. Klaus Fossen: „Ich würde jetzt nicht sagen: Wir machen das im nächsten Jahr gleich wieder.“

Aber bleiben wir doch erst mal in diesem Jahr. Der Inhalt: Marie (Schauspielerin Christine Eixenberger) spürt: Hier in diesem Haus, wo ein verwitweter Vater mit seinen zwei Kindern und der Schwester lebt – hier stimmt etwas nicht. Natürlich will sie – darum geht es eigentlich in jeder Folge – helfen.

Vom Inhalt darf noch nicht viel verraten werden

Viel mehr will Producerin Annika Kratz dann auch nicht über den Inhalt verraten. Der Clou bei „Marie fängt Feuer“. Den Ort Wildegg, wo das Serien-Kino spielt, gibt es gar nicht. Fiction quasi, ohne Science, stattdessen mit viel Heimat.

Gedreht wird in attraktiven Orten in Oberbayern. Ihr „Haupt-Lager“ hat die Produktions-Firma schon lange in Bad Bayersoien aufgeschlagen. Viel gedreht würde auch in Kohlgrub, in Oberammergau, aber auch am Staffelsee oder am Starnberger See. „Wir gehen durch die Lande und schauen: Wo finden wir Orte, die in einem Wildegg sein könnten?“

Letztendlich seien es dann praktische und visuelle Gründe, die für einen Drehort sprechen müssen.

Auch Schongau und Peiting seien „tolle Drehorte“, Peiting durchaus „sehr attraktiv“. Das Haus der Fossens: „Es hat einfach alles mitgebracht, was wir uns für die Geschichte im Film vorgestellt haben.

Dann ginge es vor dem Dreh um die Fragen: Was verkörpert das Haus aktuell? Was kann so bleiben? Was muss angepasst werden?

Auch Corona spielt natürlich eine Rolle  

Angepasst werden musste beim Dreh im Juni erstmals eigentlich alles rund um den Dreh. Das wiederum lag nicht am Haus, sondern an Corona. Damit überhaupt wieder gedreht werden konnte, wurden alle Schauspieler und das Team am Set regelmäßig auf das Virus getestet. Außerdem befanden sich alle in Quarantäne. Der Dreh unter ungewöhnlichen Bedingungen in Peiting ist vorbei. Ausgestrahlt werden soll die Folge im Herbst.

Übrigens: Familie Fossen selbst hat noch nie eine Herzschmerz-Kino-Folge von „Marie fängt Feuer“ gesehen. „Das kommt sonntags, da schauen wir Tatort.“ Sicher ist: Wenn die Folge, die im Hause Fossen gedreht wurde, ausgestrahlt wird: Dann gibt es „am Tatort“ bestimmt keinen „Tatort“.

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