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Kunst am „Casa Verde“-Bau: Auf der Weltkugel sind die Herkunftsländer der Bewohner markiert.

Neue Wohnungen in Herzogsägmühle

„Casa Verde“ ein Ort zum Wohlfühlen

Geflüchtete, Menschen mit Behinderung und Auszubildende unter einem Dach: Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde das interkulturelle Haus „Casa Verde“ in Herzogsägmühle feierlich eingeweiht.

Herzogsägmühle – Es ist ein Haus zum Wohnen und Arbeiten, es sei aber vor allem auch ein „Ort zum Wohlfühlen“, definierte Peitings zweiter Bürgermeister Franz Seidel das „Casa Verde“ in seinem Grußwort. „Sie haben damit uns als Kommune eine große Last genommen“, so Seidl weiter. „Wir schaffen nicht, was wir eigentlich bräuchten“, ergänzte Seidel im Bezug auf die noch immer angespannte Wohnsituation für anerkannte Geflüchtete.

Das neue Haus umfasst insgesamt 21 Wohneinheiten, in die 13 Wohneinheiten in der oberen Etage sind mittlerweile die 17 Migranten eingezogen (die Einheiten lassen sich für Familien unkompliziert zusammenlegen), sechs Wohneinheiten stehen im Erdgeschoss Schwerstbehinderten zur Verfügung. Und auch die Auszubildenden der Gärtnerei freuen sich über die neuen Sozialräume, die sich im Erdgeschoss befinden.

In der Mitte des in matten Grün gehaltenen, zweizügigen Gebäudekomplexes wurde auf lange Flure verzichtet, wie Architekt Fritz Weinberger erklärte, dafür sorgt ein innenliegender Hof nach römischer Art mit einer großen Glaskonstruktion für eine geschützte Freifläche, die auch Kindern Platz zum Spielen bietet. Das Haus ziert ein großer Palmwedel, und auf dem gepflasterten Hof findet sich eine Weltkugel des Künstlers Paul Ressle, markiert sind darauf die Herkunftsländer der Bewohner.

Man sei bei dem 2,5-Millionenprojekt, hauptsächlich vom sozialen Wohnungsbau sowie der evangelischen Kirche gefördert, rund 390 000 Euro unter den veranschlagten Kosten gelegen. Es sei „eine con-geniale Zusammenarbeit“ vor allem mit dem Generalunternehmer und den Handwerkern, der Regierung von Oberbayern sowie der Herzogsägmühle gewesen, die zu „einem wirklich tollen Ergebnis“ geführt habe.

Die Bewohner fühlen sich im interkulturellen Haus „Casa Verde“ in Herzogsägmühle wohl

Dass sich die neuen Bewohner wohlfühlen, bestätigte auch Nooruddin Yousufzai, der vor kurzem ins „Casa Verde“ eingezogen ist und der sich mit einigen Worten bei den Anwesenden bedankte.

„Wir sind froh, dass die Zeit der Container vorbei ist“, resümierte Markus Sinn von der Herzogsägmühle vor rund 50 Gästen, die sich bei strahlendem Sonnenschein zum offiziellen Teil der Einweihung lieber in den Schatten gestellt hatten, als sich an die von den Auszubildenden der Gärtnerei mit kleinen Blumensträußen verschönerten Tische zu setzen. „Grün ist die Farbe des Lebens, die eine positive Auswirkung auf die Menschen hat“, definierte Dr. Wolfgang Besener vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das „Casa Verde“, das „Grüne Haus“.

Grün stehe ebenfalls für „unreif, frisch, jung, pikant“, einen guten Boden, auf dem Wissen wachse, im Hinblick auf die mittlerweile 28 Auszubildenden in der Gärtnerei und im Landschaftsbau und lobte deren Ausbilder sowie die Einrichtung Herzogsägmühle: „Hier sind Feen und Zauberer am Werk, das heißt, hier werden Wunder vollbracht und Mut zum Leben vermittelt“.

Und für Flüchtlingskoordinatorin für Weilheim-Schongau steht das Grün des „Casa Verde“ in Herzogsägmühle für Hoffnung.

Nachdem Andreas Kurz von der Herzogsägmühle ausführlich über die Entstehung des Gebäudes von der Planung bis zum Bezug berichtet hatte, segnete Pfarrer Dirk Wollenweber das „Casa Verde“ und enthüllte eine Segenstafel unter dem Palmzweig.

Myrjam C. Trunk

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