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So sieht die Technik aus: Ein Leerrohrbündel mit Glasfaserkabeln eines Breitband-Versorgers. Leerrohre sollen auch im Peitinger Gemeindegebiet verlegt werden. 

Diskussion in Peiting

Internet: Außen schneller als innen

Auf Antrag von Thomas Elste wurde die Verlegung von Leerrohren zur Glasfaserverkabelung im Peitinger Gemeinderat aus der nicht öffentlichen Tagesordnung öffentlich verhandelt. Über die Kosten sollte allerdings nicht öffentlich gesprochen werden.

Peiting Wie zweiter Bürgermeister Franz Seidel ausführte, sollen laut einem 2016 beschlossenen Masterplan bei fälligen Baumaßnahmen gleichzeitig Leerrohre für eine Glasfaserverkabelung verlegt werden, um den Ort künftig mit Glasfaser auszustatten. „Das ist eine ganz positive Sache“, fand Thomas Elste, stellte aber die Frage, ob es nicht sinnvoll sei, die verlegten Rohre sofort mit Glasfaser zu befüllen, um im Ortsgebiet schrittweise von den alten Kupferkabeln wegzukommen.

Dazu gab Gerhard Habersetzer vom Marktbauamt die Auskunft, dass Teilstücke mit Glasfaser nicht möglich seien, da eine Verbindung zu den neuen Verteilerkästen gegeben sein müsse. Geschäftsstellenleiter Stefan Kort merkte an, dass es noch Jahre dauern wird, bis eine glasfasertaugliche Infrastruktur hergestellt ist. Michael Deibler stellte daraufhin die gesamte Maßnahme in Frage. „Ist Glasfaser wirklich die Zukunft in Sachen Technik? Oder kann es sein, dass wir da ins Leere planen? Gibt es dazu Erfahrungswerte?“, so Deibler. Dazu Kort: „Auch in anderen Kommunen gibt es ein Für und Wieder.“ Seidel stellte klar: „Der beschlossene Masterplan ist ein Indiz, dass wir den Ausbau machen wollen.“

Auf Nachfrage, warum Thomas Elste eine öffentliche Verhandlung des Tagesordnungspunkts wollte, erklärte er: „Bisher wurde immer davon gesprochen, dass alle Peitinger in den Genuss eines schnellen Internet gelangen sollen. In der öffentlichen Sitzung ist klar geworden, dass der überwiegende Teil der Peitinger Bevölkerung noch für Jahrzehnte auf veralteter Kupferkabel-Technik mit einem sehr viel langsameren Internet sitzen bleiben wird.“ In Peiting wird nach Aussage des IK-T-Planungsbüros Glasfaser nur bis zu den Kabelverzweigern gelegt, von dort werden die Daten über Kupferkabel verteilt. „Mit 50Mbit gehen sie raus, etwas langsamer kommen sie dann beim Haushalt an“, hatte Karl Manstorfer von IK-T vor rund einem Jahr im Gemeinderat gesagt.

Die drei Millionen Euro, die der Steuerzahler für den Glasfaserausbau in entlegene Weiler investiert hat, wären laut Elste im Kernort Peiting wesentlich effizienter investiert gewesen und hätte sehr viel mehr Bürger an das Glasfasernetz angeschlossen. „Den zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen im Kernort hätte das einen Wettbewerbsgewinn gebracht“, so Elste. Vor allem im Hinblick darauf, dass es laut seiner Einschätzung rund 50 Jahre dauern kann, bis der gesamte Ort im Rahmen von fälligen Baumaßnahmen mit Rohren für Glasfaserkabel versorgt ist.

Ursula Fröhlich

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