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Claudia Steindorf (li.) mit den Peitinger Genossen im Bierzelt in Vilshofen. 

Interview mit der Peitinger SPD-Vorsitzenden

Politischer Aschermittwoch der SPD: „Ich hatte mir mehr erwartet“

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Es hat sich schon eingebürgert, dass die Kreis-SPD mit einer Gruppe zum politischen Aschermittwoch nach Vilshofen fährt. Im Bus saßen diesmal auch sechs Mitglieder des Peitinger Ortsvereins – darunter dessen Vorsitzende Claudia Steindorf. Wir sprachen mit der 38-Jährigen über die Stimmung an der Basis, hanseatische Zurückhaltung und die anstehende Abstimmung über den Koalitionsvertrag.

- Frau Steindorf, es war nicht Ihr erster politischer Aschermittwoch, oder?

Nein. Ich war schon zwei, drei Mal dabei. Allerdings leider nicht im letzten Jahr, den Auftritt von Martin Schulz hab’ ich verpasst.

- Seit damals ist viel passiert: Bundestagswahl, schwierige Koalitionsverhandlungen mit der Union, der Rücktritt von Schulz als Parteivorsitzender. Um es kurz zu sagen: Die SPD hat schonmal bessere Zeiten erlebt. Hat sich das auf die Stimmung im Bierzelt ausgewirkt?

Ich fand die Stimmung eigentlich ganz gut, wenn auch nicht mitreißend. Das lag natürlich auch an der Rede von Olaf Scholz.

- Der Übergangs-Parteichef hat sich mit Angriffen auf die anderen Parteien zurückgehalten.

Ja, es gab zwar ein paar Spitzen, aber er hat nicht draufgehauen, wie es am politischen Aschermittwoch üblich ist. Da hatte ich mir mehr erwartet, schließlich müssen wir von den anderen auch so einiges einstecken. Aber da kann er als Hamburger vielleicht auch nicht aus seiner Haut (lacht).In diesem Punkt hat mir Natascha Kohnen (SPD-Landeschefin, Anm. d. Red.) besser gefallen. Die war richtig kämpferisch.

- Beide haben vor allem für den Koalitionsvertrag mit der Union geworben.

Inhaltlich fand ich die Reden sehr gut, sie haben die wichtigen Punkte noch einmal herausgearbeitet. Ich denke, dass sie damit sicher den ein oder anderen GroKo-Skeptiker überzeugt oder zumindest zum Nachdenken gebracht haben.

- In Sachen große Koalition ist die SPD-Basis gespalten. War diese Zerrissenheit bei der Veranstaltung zu spüren?

Natürlich wurde vor Ort viel darüber diskutiert. Ein paar Jusos haben auch Schilder mit der Aufschrift „NoGroKo“ hochgehalten. Aber mein Eindruck war, dass die Koalitionsgegner nicht in der Überzahl waren.

- Auch im Peitinger Ortsverein dürfte derzeit viel über den bevorstehenden Mitgliederentscheid geredet werden.

Das stimmt. Jedes Lager hat seine Argumente für und gegen eine neue große Koalition. Ich bin deshalb gespannt, was am Ende rauskommt.

- Wie werden Sie stimmen?

(Lacht). Das verrate ich nicht.

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