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Viele Eltern mit ihren kleinen Kindern besuchten das Lichtschaukel-Familienfest in der Schloßberghalle.

Jubiläum beim Verein Lichtschaukel

Von der Babypflege bis zur Krabbelgruppe

Sie kamen in Scharen. Zahlreiche Eltern mit ihren Kindern waren am Samstagnachmittag der Einladung des Vereins Lichtschaukel gefolgt und bevölkerten die Peitinger Schloßberghalle. Zum 15-jährigen Jubiläum des Vereins hatte man ein Familienfest organisiert.

Peiting„Ich freue mich sehr, dass so viele gekommen sind“, sagte Annemarie Seidel. Sie ist eine von fünf Vorständen des Vereins Lichtschaukel und Gründungsmitglied. Für Freude im Vorfeld des Festes sorgte auch ein finanzieller Beitrag der Peitinger Bürgerstiftung. Die Bastelsachen für diverse Angebote an diesem Nachmittag über Glitzertattoos, zu bemalende Steine und auch der Auftritt eines Zauberers wurden von diesem Geld bezahlt. Die zahlreichen Kuchen und die Getränke übernahm der Verein, und somit konnte das Fest ohne Eintritt stattfinden. Eine schöne Sache, gerade für Familien mit vielen Kindern.

Gezielt hatte man sich diesen Samstag in der Fastenzeit für das Fest nicht ausgesucht. „Wir mussten warten, bis die Halle endlich einmal frei war“, erklärte Annemarie Seidel. Günstig war auch, dass noch Faschingsferien waren und man genug Helfer für die Organisation zusammenbekam.

Das Familienfest war eine einmalige Sache des Vereins. Normalerweise sieht das Rahmenprogramm von Lichtschaukel anders aus. Das Frauen- und Familienzentrum bietet fünf große Bereiche an. Und das in einem Einzugsgebiet, das sich neben Murnau, Garmisch-Partenkirchen und teilweise Landsberg sogar über den Landkreis Weilheim-Schongau hinaus erstreckt. Einmal gibt es gezielte Vorträge über Bereiche, die Familien mit Kindern ansprechen sollen. Von Themen wie Pubertät, Ernährung, Kindererziehung bis hin zu Vorträgen etwa über die Wechseljahre – ein breites Spektrum wird hier abgedeckt.

Manchmal kommen Ideen oder Vorschläge von den Müttern oder Vätern selbst. „Die greifen wir natürlich auf“, sagt Seidel. Auch Kurse werden angeboten. Vor allem die über Babypflege und Erste-Hilfe bei Kindern sind immer gut besucht. Dann gibt es insgesamt vier Krabbelgruppen. Mütter mit ihren Kindern treffen sich einmal in der Woche und benutzen dazu Räumlichkeiten in der Schloßberghalle. Und ganz professionell organisiert sind zwei Spielgruppen mit jeweils zehn Kindern, die zweimal pro Woche vormittags von Fachkräften betreut werden. Die Kinder sind zwischen zwei und drei Jahre alt. Die Spielgruppe, die der Verein aufgebaut hat, dient als Vorstufe zum Kindergarten. Natürlich werden alle Kinder angenommen, die in diese Altersstufe passen, nicht nur die von den rund einhundert Mitgliedern des Vereins.

Ein Hauptangebot der Lichtschaukel ist die sogenannte Haushaltsführung bei einem Ausfall oder Krankheit. In der Regel ist es die Mutter, die entweder für eine anstehende Geburt ein paar Tage nicht bei den anderen Kindern sein kann, oder durch eine Krankheit, sei es seelischer oder psychischer Art, eine Zeitlang ausfällt. Es kann auch der traurige Fall eintreten, dass in einer Familie ein Sterbefall vorliegt. Die Betroffenen können sich zwecks einer professionellen Haushaltshilfe dann an die Lichtschaukel wenden. Ein ärztliches Attest muss vorliegen und die zuständige Krankenkasse informiert werden. Diese rechnet aus, wie viele Stunden eine Haushaltshilfe bewilligt wird und bezahlt diese auch.

Für die gesamte Organisation ist der Verein zuständig. Annemarie Seidel macht das alles ehrenamtlich und unheimlich gerne. „Ich könnte Bücher schreiben, so viel habe ich über die Menschen und auch über mich dabei gelernt“, sagt sie. Wenn man Annemarie Seidel nach der Bedeutung des Namens Lichtschaukel fragt, dann strahlt sie, denn es war im Prinzip ihre Idee damals vor fünfzehn Jahren. Die Schaukel symbolisiert die Zeit. Nichts bleibt starr im Leben, alles ist mit Veränderungen verbunden. Und das Licht? „Ich brauche es sonnig und warm, eben positiv im Leben“, sagt Seidel. Somit erklärt sich auch das Logo des Vereins: Eine am Ast hängende Schaukel, auf die die Sonne herunterlacht.

Regina Wahl-Geiger

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