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Familie Zahn hat eingeladen zum zehnjährigen Jubiläum „Kunst auf dem Bauernhof“ in Kreuth: Von rechts Volker Zahn mit Frau Brigitte, Sohn Max Zahn mit Frau Annika sowie Sohn Hans Zahn.

Jubiläum in Peiting-Kreuth

Zehn Jahre Kunst auf dem Arche Noah-Hof

Auf „Zehn Jahre Kunst auf dem Bauernhof“ hat Dr. Volker Zahn am vergangenen Samstag auf dem Arche Noah-Hof in Peiting-Kreuth mit geladenen Gästen zurückgeblickt. Auf dem Programm standen neben der Ausstellung im Kunststadel Musik und gemütliches Beisammensein.

Peiting/Kreuth – „Wir begrüßen die Musen der schönen Künste, alle Malerischen, Dichtenden und Musizierenden“, sagte Dr. Volker Zahn bei seinem Rückblick auf die vergangenen Jahre. 2002 hatte Zahn das Anwesen in Kreuth erworben, wo der ehemalige Gynäkologe am Klinikum Straubing sich seit seiner Pensionierung der Zucht von aussterbenden Haustierrassen wie dem Murnau-Werdenfelser-Rind, Bergschafen, Augsburger Hühnern oder dem Spitz widmet. Seit dem Jahr 2009 finden im Kunststadel am Hof auch Ausstellungen statt.

Mit seinem Engagement in Sachen „Kunst und Landwirtschaft“ führt Volker Zahn eine Tradition fort, die er an Demeter-Höfen kennengelernt hat, die laut seiner Aussage immer auch mit Kunst gestaltet worden sind. Zudem wurde Volkskunst auf den Bauernhöfen immer schon großgeschrieben, was an kunstvoll gestalteten Alltagsobjekten wie Toren, Arbeitsgeräten oder Bauernmalerei zu sehen sei.

„Jede Kunst hat eine gewisse Berechtigung“, so Zahn. Deshalb ist auf seinen Ausstellungen auch immer eine wilde Mischung aus Schüler- und Studentenarbeiten, Werken bekannter regionaler Künstler sowie alter landwirtschaftlicher Geräte zu sehen, die er in seinem Bauernhofmuseum, einer alten historischen Werkstatt, hortet.

Ausstellungen mit Botschaft

Die 14 Ausstellungen in zehn Jahren auf dem Arche Noah-Hof waren auch immer Ausstellungen mit Botschaft, wie die Titel „Das edle Murnau-Werdenfelser Rind“, „Sehnsucht Wildnis“, „Wildnis in uns“, „Wir lassen die Sau raus!“ oder „Schweine verstehen“ verraten. Denn das einfache Leben auf dem Lande, artgerechte Tierhaltung, ökologisches Wirtschaften im Einklang mit der Natur und ein Leben ohne Kunstdünger oder Plastik sind Themen, die Volker Zahn mit seinen Ausstellungen propagiert. Themen, die von Grundschülern oder Studenten in Workshops auf seinem Hof künstlerisch umgesetzt wurden und von denen sich auch akademische Künstler aus der Region inspirieren ließen.

Wie Peter Rössler, Bildhauer, Maler und ehemals Dozent an der Kunstakademie München, ein Weggefährte Volker Zahns. Der wurde Zahn nämlich als Kontaktperson empfohlen, um die Bauernhofkunst auf dem Arche Noah-Hof zu etablieren. „Die Tatsache, dass wir aus derselben Heimatstadt, nämlich Rochlitz in Sachsen, stammen, hat zu einer intensiven Freundschaft geführt“, führte Zahn aus.

Oder Bildhauer Georg Eiselt aus Urspring, der für Zahn als Auftragsarbeit eine liegende Plastik des heiligen Franziskus schuf. Und Bildhauer Egon Stöckle, dessen Skulptur „Der Bauer und die Murnau-Werdenfelser-Kuh“ ebenfalls einen Ehrenplatz auf dem Hof erhielt.

Ebenfalls zu den Gästen der Jubiläumsfeier zählte die Zeichnerin Rita Mühlbauer, die auf Einladung Zahns die Leitkuh Romy seiner Herde in Farbe auf Aquarellpapier gebannt hat. Sowie, quasi als „lebendes Kunstwerk“, Professor Hans-Hinrich Sambraus, der einst ein halbes Jahr lang mehrere aus der Massentierhaltung befreite Schweine auf dem Arche Noah-Hof beobachtete, um zu ergründen, ob es ihnen nach dem Leben in einem Mastbetrieb möglich ist, wieder ein normales Schweine-Dasein zu führen.

Die Liste der auf dem Arche Noah-Hof vorgestellten Künstler ist lang. Als Dankeschön für seine Bemühungen überreichte Kunstpädagoge Hans Peter Bergmann, der bei den letzten Ausstellungen auch als Kurator fungierte, dem „Platzhirschen“ und Verkünder Volker Zahn das Bildnis eines röhrenden Hirsches, erstanden auf einem Flohmarkt.

Mit Ziehharmonika-Musik von Adelheid Ressler und einem gemeinsamen Essen klang der Festakt gemütlich aus. Und natürlich soll das auch nicht die letzte Ausstellung auf dem Hof gewesen sein. Sohn Hans Zahn, der den Hof übernommen hat, soll die Tradition weiterführen.

VON URSULA FRÖHLICH

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