Die Tage des Treffpunkts oberhalb der neuen Fußballplätze in Peiting sind gezählt. Der Gemeinderat hat nach Beschwerden beschlossen, die Sitzgruppe zu entfernen. F: Herold
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Die Tage des Treffpunkts oberhalb der neuen Fußballplätze in Peiting sind gezählt. Der Gemeinderat hat nach Beschwerden beschlossen, die Sitzgruppe zu entfernen.

„Die Kinder trauen sich gar nicht mehr hin“

Jugend-Treffpunkt in Peiting sorgt für Ärger - Gemeinderat zieht Konsequenzen

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Der Platz hinter dem Bauhof sollte ein Ort sein, an dem sich Peitinger Jugendliche ungestört treffen können. Doch damit ist es nun erst einmal vorbei. Nach Beschwerden hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Reißleine gezogen. Die Vorwürfe wiegen schwer.

Peiting – Friedlich wirkt die kleine Sitzgruppe auf dem Bauhofgelände. Drei Bänke und einen Tisch haben Mitarbeiter des Bauhofs aus Paletten angefertigt und unter einem Baum gruppiert. Daneben steht eine Mülltonne. Wer „Die Kindehier sitzt, blickt direkt auf die unterhalb liegenden neuen Fußballplätze an der Untereggstraße. Gedacht hat die Gemeinde den Platz als Treffpunkt für Jugendliche, die davon auch rege Gebrauch machen. Doch nun müssen sich diese einen anderen Ort suchen, denn der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung entschieden, alle Möbel zu entfernen.

Gemeinderat berichtet von untragbaren Zuständen

Zuvor hatte Alexander Zila von nicht tragbaren Zuständen berichtet. Die Clique, die sich dort regelmäßig treffe, konsumiere nicht nur Drogen und Alkohol, sondern bedrohe auch Kinder, die dort auf dem Bolzplatz spielen wollen. „Die trauen sich gar nicht mehr hin.“ Einem Kind sei das Handy „abgezogen“ worden, berichtete Zila verärgert. „Die Jugendlichen hängen dort rum und wissen nicht, was sie tun sollen. Das wird jetzt einfach zu viel.“ Auch auf ihrem Weg zum Training seien Kinder und Betreuer bereits belästigt worden, sagte Zila. Die Idee für den Treffpunkt sei an und für sich eine gute Idee gewesen, betonte der Gemeinderat. Leider gehe das jetzt, nachdem durch die neuen Fußballplätze mehr los sei auf dem Gelände, nach hinten los. „Es kann nicht sein, dass unsere Leute dort bedroht werden.“ Zila regte nicht nur an, die Sitzgelegenheiten zu entfernen, sondern riet auch, Kontakt mit dem Streetworker aufzunehmen.

Schon früher gab es Probleme

Bürgermeister Peter Ostenrieder erinnerte daran, dass es vor einem Dreivierteljahr schon einmal Probleme gegeben habe. Damals hatten Unbekannte eine Partynacht gefeiert und nicht nur einen Haufen Müll hinterlassen, sondern auch den gepflasterten Parkplatz vor dem Feuerwehrhaus mit Graffiti-Sprühereien „verziert“ (wir berichteten). Der Gemeinderat habe sich damals dafür ausgesprochen, es noch einmal im Guten zu versuchen.

Verärgert zeigte sich auch Jugendreferent Florian Deibler (CSU) über die „Chaoten“. Deren Verhalten schade jenen, die sich anständig aufführen. Er hoffe, dass die Jugendlichen wieder mehr ins Jugendzentrum gehen, wenn dieses wieder öffne. „Ich bin auch dafür, dass wir die Sitzgruppe entfernen.“

Sein Fraktionskollege Michael Deibler nahm das zum Anlass, um an die Jungbürgerversammlung vor drei Jahren zu erinnern. Damals hätten sich die Teilnehmer ganz besonders einen Platz gewünscht, um sich frei und außerhalb von Einrichtungen wie dem Juze zu treffen. Man werde deshalb nicht verhindern können, dass die Jugendlichen auch weiterhin an einem solchen Ort zusammenkommen. „Wir brauchen aber dann jemanden, der drauf schaut“, forderte er.

Eine solche Grundsatzdiskussion wolle er heute nicht führen, bremste der Bürgermeister. „Mir geht es um ein Stimmungsbild, ob wir die Sitzgruppe entfernen sollen.“ Darin waren sich schließlich alle Gemeinderäte einig.

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