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Bekommt einen Namen: Der Verbindungsweg von der Kapellenstraße zur Friedhofstraße zwischen Friedhof und Bahngleis soll künftig den Namen „Bischof von Ketteler Weg“ tragen.

KAB Peiting 

Weg wird nach Bischof von Ketteler benannt

Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler hat posthum der Peitinger Verwaltung auf die Sprünge geholfen: Anlass war der Antrag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), einen Weg nach ihm zu benennen.

Peiting – Wilhelm Emmanuel von Ketteler, geboren am 25. Dezember des Jahres 1811 in Münster, gestorben am 13. Juli 1877 in Burghausen, war studierter Jurist und späterer Bischof von Mainz. Aus Gewissensgründen quittierte er einst den Staatsdienst, um sich der Theologie zuzuwenden und gilt seitdem als streitbarer Geist, der sich auch mutig in das Tagesgeschehen einmischte.

Als Gründer der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) wurde er aufgrund seines Engagements für die Arbeiterschaft auch „Arbeiterbischof“ genannt. Ebenso war der Bischof, der in den Jahren 1848/49 Mitglied der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche war, Mitbegründer der Zentrumspartei. Sein politisches Engagement gab der erklärte Gegner der Trennung von Kirche und Staat zugunsten kirchlicher Ämter auf. Sein außerordentliches Engagement galt der Linderung des durch Armut, Krankheit und unzulängliche Ausbildung hervorgerufenen Elends.

Da der Peitinger KAB-Ortsverband im kommenden Jahr sein 120-jähriges Bestehen feiert, wünschen sich die Mitglieder, einen Weg in Peiting zu Ehren Bischofs Wilhelm Emmanuel von Ketteler benennen zu lassen. Die Kosten für das benötigte neue Straßenschild will der Ortsverband tragen.

Ursprünglich hatten die KAB-Vorsitzenden an die Verlängerung des Adolf Kolping Weges gedacht, die Verlängerung des bisher namenlosen Weges entlang der Peitnach von der Fußquerung über die Ammergauer Straße bis zur Poststraße. Quasi als stimmige Fortsetzung zum Adolf Kolping Weg.

Dazu musste Peitings Bürgermeister Michael Asam in der letzten Gemeinderatsversammlung allerdings einlenken und ein Versäumnis der Verwaltung eingestehen: „Der Gemeinderat hat bereits im Jahr 2013 beschlossen, diesen Weg als Adolf Kolping Weg weiterzuführen. Der Beschluss ist in der Verwaltung stecken geblieben und wurde nie vollzogen“, erklärte Asam.

Nach Rücksprache mit der KAB ist allerdings ein anderer Weg gefunden worden, der ebenfalls noch keinen Namen trägt und der nun dem Bischof gewidmet werden könnte: Nämlich der so genannte „Friedhofsweg“ zwischen dem Friedhof Maria Egg und dem Bahngleis, der Verbindung zwischen Kapellen- und Friedhofstraße.

Gemeinderat Alfred Jocher wandte ein, ob man den Weg an der Peitnach, der ja nie offiziell benannt worden sei, nicht trotzdem dem Bischof widmen könnte. „Wäre das nicht sinnvoller, als den ganzen Friedhofsweg nach einer übergeordneten Person zu benennen?“, fragte Jocher in die Runde.

„Da spart sich die Gemeinde ein Ortsschild“, griff Asam den Gedanken auf. Allerdings müsse man dazu den 2013 gefassten Beschluss wieder aufheben. Das wollten die Gemeinderäte dann doch nicht. Es wurde beschlossen, den Friedhofsweg künftig nach Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler zu benennen. Der Einfachheit halber abgekürzt als „Bischof von Ketteler Weg“. Und die Fortsetzung des Kolpingwegs entlang der Peitnach soll ebenfalls das längst überfällige Straßenschild erhalten.

Ursula Fröhlich

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