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Abbiegende Autos in die Kanenstraße haben aus Sicht der Polizei einen willkommenen Nebeneffekt: Sie bremsen nachfolgende Autos am Ortseingang aus.

Nach Stellungnahme der Polizei

Kanenstraße: Peitinger Gemeinderat sagt Nein zur Linksabbiegespur

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Die Ortseinfahrt Peiting von Schongau kommend bleibt vorerst, wie sie ist. Nach der ursprünglich einmal angedachten Verkehrsinsel hat der Gemeinderat jetzt auch einer Linksabbiegespur zur Kanenstraße eine Absage erteilt.

Peiting – Die Idee war in der Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause aufgekommen, als es um eine weitere Verkehrsinsel am Ortseingang ging. Deren Bau hatte das Gremium eigentlich 2013 auf den Weg gebracht. Weil es aber nur wenige Meter weiter bereits eine Querungshilfe in Höhe des Rewe-Marktes gibt, entschied sich die Mehrheit der Räte damals dafür, den entsprechenden Beschluss wieder aufzuheben. Stattdessen sollte geprüft werden, ob eine Linksabbiegespur von Schongau kommend zur Kanenstraße möglich wäre.

Baulich wäre eine Abbiegespur kein Problem gewesen, wie die Planung des Bauamtes zeigt.

Dies habe man mittlerweile getan, berichtete Gerhard Habersetzer vom Marktbauamt am Dienstag in der Gemeinderatssitzung. Aus bautechnischer Sicht spreche nichts gegen das Vorhaben, erklärte er. Die Schongauer Straße sei in diesem Bereich auf einer Breite von neun Metern ausgebaut und biete damit genug Platz für eine zusätzliche Linksabbiegespur. Auch die Kosten wären mit 3000 bis 5000 Euro für eine dauerhafte Markierung überschaubar.

Doch das war nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen stand das Ziel, durch die zusätzliche Spur nicht nur das Abbiegen zu erleichtern, sondern auch die Verkehrssicherheit insgesamt zu erhöhen. Um dies beurteilen zu können, hatte die Verwaltung die Polizeiinspektion Schongau um eine Stellungnahme gebeten. Und die fiel eindeutig aus. „Die Polizei rät davon ab“, sagte Bürgermeister Michael Asam.

Begründung: Die Örtlichkeit sei übersichtlich, Autofahrer, die von Schongau kommend in die Kanenstraße einbiegen wollten, selten. Ein Auto, das an der Kreuzung anhalte, könne frühzeitig erkannt werden. Dazu passt aus Sicht der Polizei, dass sich seit 2014 in dem Bereich nur vier leichtere Unfälle ereignet haben. In seinem Schreiben weist Stefan Müller von der PI außerdem darauf hin, dass eine Linksabbiegespur den Verkehr Richtung Ortseingang eher beschleunigen als bremsen würde, denn Autos könnten an Linksabbiegern ungehindert vorbeifahren.

Kreisverkehr als Alternative?

„Ich bin der Meinung, wir sollten es lassen“, sagte Asam angesichts der Bedenken der Polizei. Dem pflichtete auch Zweiter Bürgermeister Franz Seidel bei. „Es funktioniert, wie es ist.“ Eine Alternative brachte Hermann Mödl in Spiel. Er regte statt einer Linksabbiegespur den Bau eines Kreisverkehrs an, um den Verkehr zu verlangsamen. Ein weiterer Kreisel an dieser Stelle würde zudem mehr Lkws abhalten, durch den Ort zu fahren, betonte Mödl.

Doch Habersetzer sah diese Lösung angesichts des vorhandenen Platzes skeptisch. „Da bekommen wir höchstens einen Minikreisel hin“, sagte er. Auch Nobert Merk (CSU) ging ein Kreisverkehr zu weit. „Ein Kreisel kostet eine Stange Geld. Dafür ist das Verkehrsaufkommen in der Kanen- und Schloßbergstraße zu gering.“ Eher mache eine derartige Lösung weiter südlich vor den Einkaufsmärkten Sinn, warf Seidel ein. „Da ist das Rausfahren immer sehr schwierig.“

Einstimmig beschloss der Gemeinderat schließlich, an den aktuellen Gegebenheiten nichts zu ändern.

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