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Der Hebauf an der neue Bergrettungswache in Steingaden wurde vor knapp einem Jahr gefeiert. Mittlerweile ist sie fertig. Die Einweihung des Gebäudes ist auch Corona zum Opfer gefallen. 

Bergretter bringen Radfahrer selbst ins Krankenhaus

Fahrrad-Lenker bohrt sich bei Sturz in Oberschenkel, aber die Rettungswagen werden knapp

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Einem schwer verletzten Radfahrer ist die Bergwacht Steingaden-Peiting am Himmelfahrtstag im Kenzengebiet zur Hilfe geeilt. Der Lenker seines Fahrrads hatte sich bei einem Sturz in seinen Oberschenkel gebohrt. Weil kein Rettungswagen zu bekommen war, musste die Mannschaft den Mann selbst ins Krankenhaus bringen. 

Steingaden – Das sonnige, warme Wetter und die Wiedereröffnung von Biergärten und Berghüttenm hatte nach Angaben von Bergwacht-Sprecher Robert Zimmermann am Donnerstag für regen Andrang in den Naherholungsgebieten und den heimatlichen Bergen gesorgt. „Dementsprechend bleibt es leider auch nicht aus, dass sich einige der Ausflügler verletzen und durch Rettungsdienste versorgt werden müssen“, so Zimmermann.

So auch im Kenzengebiet: Beliebtes Ausflugziel ist dort eine Hütte, die per Bus und Fahrrad gut zu erreichen ist. Unterhalb der Hütte war es am Donnerstag zu dem schweren Unfall gekommen. Ein Radler, der schon wieder auf dem Rückweg war, stürzte laut Zimmerman so unglücklich, dass sich ein Lenker-Ende in seinen Oberschenkel bohrte. Der Mann erlitt eine stark blutende Fleischwunde. Vorbeikommende Wanderer meldeten den Unfall beim Hüttenpersonal, das wiederum die Bergwacht Steingaden-Peiting alarmierte.

Unbesetzte Diensthütte nur 100 Meter von Unglücksstelle entfernt

Dennoch dauerte es eine Weile bis die Hilfe vor Ort waren; wegen Corona: „Da aufgrund der Ansteckungsgefahr und zum Schutz der Bergretter in Bayern die Diensthütten noch nicht besetzt sind, ist zum aktuellen Zeitpunkt eine Bergung und Rettung immer mit Zeitverzögerungen verbunden“, bedauert Zimmermann. Die Einsatzkräfte seien somit erst gut 20 Minuten nach der Alarmierung bei dem Verunglückten eingetroffen, obwohl die Unglücksstelle gerade einmal 100 Meter von der unbesetzten Diensthütte entfernt liege.

Bergwacht muss Schwerverletzten selbst ins Krankenhaus bringen

Nach der Erstversorgung des Verletzten forderte Einsatzleiter Michi Schmidt einen Rettungswagen aus Füssen an, der den Patienten am Parkplatz in Halblech übernehmen sollte. Vergeblich. Da schon alle Einsatzwagen unterwegs waren, musste die Bergwacht den Mann selbst in die Notaufnahme nach Füssen bringen. Und das, obwohl der Wagen der Bergretter für den Transport von Schwerverletzten nur bedingt geeignet ist. So etwas werde auch nur „im absoluten Nofall genehmigt“, betont Zimmermann.

Neue Bergrettungswache von großem Vorteil

Als einen großen Vorteil bei der Durchführung des Einsatzes betrachteten die Beteiligten aber die neue Bergrettungswache in Steingaden. Die Ausstattung in der Einsatzzentrale erleichtere die Koordination der Rettungskräfte erheblich, heißt es. Die Einweihung des Gebäudes sei leider auch dem Corona-Virus zum Opfer gefallen.

Für die kommenden schönen Tage richtet die Bergwacht einen dringenden Appell an alle Ausflügler: Geplante Touren sollten mit noch mehr Umsicht durchgeführt werden, damit die Rettungskräfte nicht noch zusätzlich gebunden sind.

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