KATWARN ausgelöst! Schwere Unwetter in Bayern

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Leon, der Profi? Der Peitinger Leon Gavanas (r.) steigt bei der Kickbox-WM in Athen in den Ring. Er träumt von einer Profi-Karriere – als Boxer. F

Kickboxen

Leon Gavanas: Der Peitinger mit dem Hammer kämpft bei WM

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Leon Gavanas war Boxer. Dann gingen ihm die Gegner aus. Er wechselte zum Kickboxen – und steht nun kurz vor dem Weltmeister-Titel.

Peiting – Zwei muskelbepackte Männer stehen sich gegenüber. Sie tragen kurze Hosen, schwarze Handschuhe und einen Kopfschutz. Hinten, hoch über ihren Köpfen, thront die Akropolis, eines der bekanntesten Bauwerke der griechischen Antike. Um sie herum sind historische Mauern abgebildet. Einer der Männer hebt das Bein, drischt auf seinen Gegner ein.

Das Bild wirkt bedrohlich. Aber auch anmutig. Die Szene ist gestellt, am Computer nachbearbeitet. Die ISKA (International Sport Karate and Kickboxing Association) wirbt damit für die Amateur-Weltmeisterschaften in Athen (Griechenland) vom 31. Mai bis 3. Juni.

Leon Gavanas (19) hätte perfekt in das Werbebild gepasst. Der Peitinger ist eine imposante Erscheinung. Ein Mordsbrackl, wie man in Bayern sagt. 1,88 Meter groß, 103 Kilo schwer. Im Ring will er Blut sehen, für Freunde und Familie ist der 19-Jährige der Junge von nebenan. „Er ist ein ruhiger Typ. Fleißig, ehrgeizig und bescheiden“, sagt Jürgen Grimbs. Der Box-Trainer des TSV Peißenberg arbeitet seit vielen Jahren mit Gavanas zusammen, kennt ihn bestens. „Aber im Ring“, sagt Grimbs, „kann Leon ordentlich hinlangen. Seine Schlagkraft ist außergewöhnlich – und seine größte Stärke. Er hat einen echten Hammer in den Fäusten.“

Gavanas, der Mann mit dem Hammer, ist eines der großen Nachwuchstalente im deutschen Boxsport. Dreimal war er Bayerischer Meister im Superschwergewicht, dreimal gewann er Silber bei den Deutschen Titelkämpfen. Doch irgendwann, so sagt er selbst, „sind mir die Gegner ausgegangen“. Gavanas war zu stark für die Konkurrenz. Kaum einer wollte mehr gegen ihn antreten, die Kämpfe blieben aus. Ein Albtraum für den ehrgeizigen Peitinger. „Fünf, sechs Kämpfe im Jahr waren mir zu wenig“, sagt er. Um wieder häufiger im Ring stehen zu können, schaute er sich nach einer Alternative um – und fand sie beim Kickboxen.

Die Umstellung vom reinen Boxen zum Kickboxen, wo auch Tritte erlaubt sind, fiel dem 19-Jährigen nicht schwer. „Beim Kickboxen trägt man keine Stiefel, also weiß man, dass man auch treten darf“, sagt er und lacht. 2016 holte er den Deutschen Meistertitel bei den Männern, vor ein paar Wochen knockte er bei der Fight Night in Landsberg seinen Gegner schon in der zweiten Runde aus. Der nächste Triumph soll bei der Amateur-WM in Athen folgen. Dort greift Gavanas nach dem Titel. „Mein Ziel ist der erste Platz“, sagt er. Sein Trainer Jürgen Grimbs, der ihn nach Athen begleiten wird, pflichtet ihm bei: „Die Chancen auf den WM-Sieg sind sehr sehr gut.“

Um sein Ziel zu erreichen, schuftet Gavanas, der aktuell mitten in den Prüfungen an einer kaufmännischen Schule steckt, wie ein Wilder. Zwei bis drei Einheiten am Tag sind für ihn normal. Auch am Wochenende gönnt er sich keine Pause. Viermal die Woche steht Boxen-Training in Peißenberg auf dem Plan, einmal absolviert er bei Weltmeister Ibrahim Karakoc in Landsberg eine reine Kickbox-Einheit.

Stressig? Durchaus. Für Gavanas aber kein Problem. Er opfert seine Freizeit gerne. Ordnet dem Erfolg alles unter. Die WM soll dabei nur ein Zwischenstopp sein – auf dem Weg ins Profilager. „Mit meinem Sport Geld verdienen ... das ist mein großer Traum. Dafür werde ich kämpfen und alles geben“, sagt er. Ob als Boxer oder Kickboxer, ist ihm dabei egal.

Wobei: Lieber wäre ihm eine Karriere als Boxer. Schließlich stehen Kämpfer wie die Klitschkos mehr im Rampenlicht, die Börsen sind üppiger. Auch das Drumherum ist glamouröser. Gelingt ihm der Durchbruch, wäre ein spektakuläres Werbeplakat mit seinem Konterfei sicher nur noch eine Frage der Zeit.

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