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Beim Zerschneiden des Bandes: Peitings Bürgermeister Michael Asam eröffnete im Beisein von Grundstücksbesitzern und Behördenvertretern den neuen Kohlgrabenweg. Dritte von links ist Projektleiterin Sonja Scheurer. 

Kohlgrabenweg in Peiting eingeweiht

„Schwierigster Weg außerhalb des Hochgebirges“

Der neue Kohlgrabenweg ist für alle ein Gewinn. Jetzt ist der 1850 Meter lange Weg mit einer Fahrbahnbreite von vier Metern, der rund 40 Hektar erschließt, seiner Bestimmung übergeben worden.

Peiting – „Wir müssen was tun für unser marodes Wegenetz, mit diesem Pilotprojekt haben wir Argumente genug.“ Peitings Bürgermeister Michael Asam ist sich mit Bauhofchef Franz Multerer und dem Marktgemeinderat einig, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Allein 125 Kilometer öffentlich gewidmete Feld- und Waldwege umfasst die Peitinger Flur. Hinzu kommen noch viele Privatwege wie der Kohlgrabenweg.

Ein Signal wurde bereits in Birkland gesetzt, wo nach positivem Beispiel anderer Gemeinden künftig die Jagdpacht für den Wegebau eingesetzt werden soll. „Wir tun dann noch das unsre drauf“, signalisierte der Gemeinderat bereits.

Im Falle des Kohlgrabenwegs dankten Asam, Rainer Schäffler im Namen der Waldbesitzer und Andreas Schmid von der Waldbauernvereinigung, Projektleiterin Sonja Scheurer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für ihr Engagement. Es sei eine schwierige Geschichte gewesen, die 77 Beteiligten zu überzeugen. „Jetzt überzeugt die Ausführung des Weges“, so Asam.

Große Erleichterung bei allen, dass der Bau noch vor der Borkenkäfersaison über die Bühne gegangen ist. „Früher fällte man die Bäume im Winter, wenn der Boden gefroren war“, so Gemeinderat Andreas Barnsteiner, „doch heute bestimmt der Käfer, wann ein Baum gefällt werden muss.“

Jedenfalls haben alle 114 Flurstücke durch den Neubau des Weges an Wert gewonnen. Dieser war eine echte Herausforderung, wie Abteilungsleiter Martin Kainz attestierte. Kainz, der in den vergangenen zwei Jahren viele Projekte begleitet hat, sprach vom schwierigsten Weg außerhalb des Hochgebirges. Dies spiegle sich auch in Mehrkosten von brutto 66 860 Euro wider.

Bedingt waren sie durch die schlechte Witterung, erschwerte Zufahrtsbedingungen, Rückeschäden auf zwei Dritteln der Trasse und einem Durchbruch wegen Wassers. Hinzu kamen schlechtere Bodenverhältnisse als angenommen.

Die Gesamtkosten lagen, so Sonja Scheurer, bei 252 289 Euro. Gefördert wird das Projekt mit einem Zuschuss von 136 614 Euro. Nach Abzug der Staatswaldkosten von 20 172 Euro werden 95 502 Euro auf 35,355 Hektar Privatwaldfläche umgelegt. Das ergibt rund 2700 Euro pro Hektar gegenüber der Kostenschätzung im Herbst 2015 von rund 700 Euro.

„Diese sind durch zehn Fichten locker gedeckt,“ stellte Andreas Schmid von der WBV fest. Dem stehe ein weit höherer Wertzuwachs gegenüber. Scheurer erinnerte daran, dass erste Bemühungen um den Ausbau bis 2005 zurückreichen. Von der Firma Josef Streif wurden insgesamt 5500 Kubikmeter Material eingebaut. Durch das Entgegenkommen des Staatswaldes konnte eine zweite Wendestelle geschaffen werden. Dank Solidarität konnte der Ausbau kostengünstig erfolgen. So stellte Landwirt Johann Habersetzer aus Hohenpeißenberg den Boden auf seinem Wiesengrundstück kostenlos zur Verfügung, wie auch Hans Mayr aus Peiting den Lagerplatz für die WBV unentgeltlich bereit stellte.

Gerhard Heiß

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