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Ein Lächeln für Peitings Bürger: Annette Luckner, Bürgermeister-Kandidatin der Peitinger SPD zieht von Tür zu Tür, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Kommunalwahl 2020

Kandidatin in Peiting: „Bürgermeisterin 2020“ beim Klingelputzen

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Wer wird neuer Bürgermeister in Peiting? Die Frage, die die Marktgemeinde seit Monaten bewegt. Fünf Bewerber haben ihren Hut für die Nachfolge des scheidenden Rathauschefs Michael Asam in den Ring geworfen. Wir haben die Kandidaten bei einem Wahlkampftermin begleitet. Heute: Annette Luckner (SPD).

Peiting – Ding-Dong. Die Tür geht auf. Eine Frau mit gelben Gummihandschuhen streckt Annette Luckner zur Begrüßung den Ellbogen hin. „Ich bin gerade beim Putzen.“ Luckner schüttelt um so mehr dem Mann die Hände. Von Luckner ist dann vor allem die Herrin des Hauses angetan. „Sie sind eine sehr schöne Frau. So jung und voller Kraft.“ Luckner freut sich über das Kompliment beim Klingelputzen an diesem kalten Abend in Peiting. Seit ein paar Wochen schon tourt die Bürgermeister-Kandidatin der SPD von Tür zu Tür. Klingeln. Vorstellen. Zuhören. Aufschreiben. Gummibärchen verteilen. Und weiter.

Ist Klingelputzen altbacken? „Nein. Und mir war klar, dass wir Hausbesuche machen, dass man weiß, mich gibt’s wirklich.“ Ja, es gibt sie wirklich. Annette Luckner, die Frau aus Dinkelscherben (Augsburg-Land). Der X-Faktor, mit dem die SPD in Peiting den Bürgermeistersessel besetzen will.

Luckner fühlt sich in Peiting sehr wohl

Dass sie nicht von hier ist, stört offenbar nur andere in diesem harten Wahlkampf mit fünf Bürgermeisterkandidaten. In Peiting fühlt sich Luckner selbst „total wohl, wie die Leute ticken, die Mentalität gefällt mir total gut“. Luckner spricht von Herzlichkeit, Offenheit. Längst ist sie (mit Zweitwohnsitz) hierhergezogen. Und ihr Mann zieht nach. Versprochen, beteuert sie auf Nachfrage. „Wenn wir was finden. Weil das mit dem Wohnraum…“

Ja, der Wohnraum. Der bereitet vielen Bürgern Kopfzerbrechen. „Wir haben lange in Peiting etwas gesucht“, berichtet eine Frau aus der Eingangstür eines Einfamilienhauses heraus. Zu wenig Bauplätze, bemängelt sie.

Eine Tür weiter. Der positiv-euphorische Luckner-Modus wird gedämpft. Traurig sei das. „Alle Geschäfte fallen weg“, moniert eine sichtlich frustrierte Bürgerin den Leerstand im Ort. „Ist doch traurig für einen Ort wie Peiting, dass alles ausstirbt.“ „Jetzt schon? „Ich finde, das droht“, meint Luckner. Schließlich gibt’s in Peiting doch alles zu kaufen.

Sie klingelt sich von Tür zu Tür. Oft im Dunkeln, ohne Lampe. Eine Leuchte geht an und illuminiert Luckners Jute-Tasche: „Ich kaufe in Peiting ein! Bürgermeisterin 2020“ ist darauf gedruckt. Drin sind Luckner-Blöcke, -Karten und -Briefe für alle, die nicht daheim sind. Oder nicht aufmachen, obwohl Licht im Haus brennt.

Die nächste Tür. „Was stört Sie in Peiting? Was ärgert Sie? Was wünschen Sie sich?“ Immer die gleichen Fragen. Manche finden das meiste im Ort ganz gut. Oftmals negativ erwähnt wird die Optik der Wohnblöcke für sozialen Wohnungsbau auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände. „Das ist Peiting nicht würdig“, ärgert sich einer. „Warten wir doch mal ab, wie das Ganze fertig aussieht und begrünt“, wiegelt Luckner ab. Und wieder: „Ich schreib mir das mal auf.“ Und so einiges hat sie dann am Ende doch im Block stehen.

„Was stört Sie in Peiting? Was ärgert Sie? Was wünschen Sie sich?“

Auch das Thema Marienheim kommt so einige Male zur Sprache. „Da müssen wir erst mal schauen, was jetzt passiert, was jetzt entschieden wird.“ Annette Luckners großer Joker ist das: Ins Kreuzfeuer kann sie wegen aktueller schwieriger politischer Entscheidungen vor Ort nicht geraten, da sie hier politischer Neuling ist als Noch-Gemeinderätin in ihrer Heimat Dinkelscherben.

Was den Peitingern noch so unter den Nägeln brennt: Einbahnregelungen. Geschwindigkeitsmessungen. Das mangelnde Betreuungsangebot der Schulkinder während der Ferien. „Das haben andere Leute auch schon gesagt“, befindet Luckner und notiert’s.

Ein mehrfach erwähnter Aufreger für diverse Bürger: Gemeinderats-Entscheidungen hinter verschlossenen Türen. In dieser Sache muss sich Annette Luckner keine Notiz machen. „Ich verspreche mehr Kommunikation und mehr Transparenz.“ Auch „kitzlige Themen“, müssten öffentlich besprochen werden, befindet sie.

Luckner als Zuhörerin an diesem Abend

Nach weiteren Plänen für den Ort im Falle einer Wahl, muss man Annette Luckner tatsächlich fragen. An diesem Abend ist sie definitiv mehr Zuhörerin als gefeierte Kandidatin. Ihre Ideen hören sich dann so an: Den Gumpen als Ruheoase im Dorf aufhübschen. „Die Peitnach erlebbarer machen mit Wasserspielplatz.“ Die Frau aus Dinkelscherben gesteht als einzige Kandidatin ohne Heimvorteil: „In manche Themen muss ich mich auch erst reinfinden.“

Luckner räumt als „Zugroaste“ ein, dass sie vielleicht manche Straßen erst auf dem Ortsplan suchen muss. „Aber solche Sachen: Wer kann mit wem gut, wer ist mit wem verbandelt – das kann ich von außen gelassener sehen. Ich bin nicht verstrickt in irgendeine alte Struktur.“

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Es gibt weitere Kandidaten aus Peiting, zum Beispiel Andreas Schmid und Christian Lory

Die ganz große Auswahl haben die Bürger im Landkreis Weilheim-Schongau bei der Wahl des Landrats. Acht Bewerber wurden bisher aufgestellt.

Alle Infos und News zur Kommunalwahl 2020 im Landkreis Weilheim-Schongau finden Sie immer aktuell auf unserer großen Themenseite.

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