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ÖDP-Kreisvorsitzende Agnes Edenhofer (li.) und ÖDP-Landratskandidat Markus Kunzendorf (re.) mit dem neu gewählten Vorstand der Ortsgruppe Peiting: (v.l.) Leonhard Wolf, Benjamin Henschel, Diana Nocker und Marion Gillinger.

Ortsverein gegründet

ÖDP will in Peiting bei den Kommunalwahlen antreten - es gibt noch eine Hürde

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) ist im Landkreis auf dem Vormarsch. Der neu gegründete ÖDP-Ortsverein in Peiting ist der dritte im Landkreis. Jetzt heißt es, Unterschriften zu sammeln, um auch zu den Kommunalwahlen zugelassen zu werden.

Peiting – Die ÖDP steht laut der Kreisvorsitzenden Agnes Edenhofer für Sparsamkeit, Eigenverantwortung, Nachhaltigkeit und Dezentralisierung. Und für Unabhängigkeit. „Die Politiker an der Spitze sind alle verbandelt mit der Industrie. So eine Politik kann nicht unabhängig sein“, so Edenhofer, die betonte, dass die ÖDP keine Spenden von Firmen und Verbänden annehme. Ein Landtagsmandat habe die ÖDP noch nicht, aber immerhin sitzt die Bio-Bäuerin Edenhofer seit 2008 im Kreistag.

Von der einstigen „Verbotspartei“, wie sie im Zusammenhang der Initiative für das Rauchverbot genannt wurde, habe sich die ÖDP vor allem mit Umweltthemen in die Mitte der Gesellschaft gerückt. „Über das Rauchverbot spricht heute keiner mehr“, so Edenhofer. Auch das jüngste Volksbegehren „Rettet die Bienen“ war sehr erfolgreich und habe breite Bevölkerungsschichten angesprochen. Neues Projekt der Partei ist die Aufklärung über den Funkstandard 5 G.

Auch Edenhofers Stellvertreter und Landratskandidat Markus Kunzendorf hat Visionen: Von einer Welt, die „runter vom Gas“ und rein in ein ruhigeres, gesünderes und verantwortungsbewussteres Leben geht, zum Beispiel. Der 43-Jährige Finanzberater habe es mit seiner eigenen Firma vorgemacht und radikal verkleinert.

„Energie- und Flächenverbrauch sowie unbegrenztes Wirtschaftswachstum gehen auf Kosten kommender Generationen“, ist er sich sicher. „Wenn wir nicht unsere Ansprüche zurückfahren, werden wir unsere Probleme nicht lösen können“, so Kunzendorf. Sein Plan: Die Gemeinwohlökonomie ausbauen und nicht jedem Euro hinterherrennen.

Probleme lösen wollen auch die ersten sechs Mitglieder des neuen Ortsverbands. Die gewählte Vorsitzende Diana Nocker (55) ist Heilpraktikerin und engagiert sich in der Initiative „Stoppt 5G“: „Ich freue mich schon auf die Arbeit, ein paar gute Ideen habe ich auch“, meinte Nocker, die auch auf Listenplatz drei für den Kreistag kandidiert. Ihre Stellvertreterin ist Marion Gillinger, Hotelkauffrau und Sprachtrainerin für minderjährige Flüchtlinge sowie Stadtführerin in München. „Beim Wahl-O-Mat ist immer ÖDP herausgekommen. Die Themen haben mich sehr angesprochen“, erzählte sie.

Schriftführer in Peiting ist Benjamin Henschel, selbstständiger Hörgeräteakustiker, der sich das Partei-Konzept in Starnberg angeschaut hatte und sich jetzt selbst engagieren will. Er wurde zudem als 100. Parteimitglied von Agnes Edenhofer mit einem Präsent bedacht. Beisitzer ist Leonhard Wolf (47), Techniker und seit einem halben Jahr Vollmitglied. „Die ÖDP passt für mich“, bekräftigte er.

Auf die neu gegründete Ortsgruppe kommt jetzt erst einmal Arbeit zu. 150 Unterschriften sind nötig, um bei der Kommunalwahl zugelassen zu werden. Lob gab es schon einmal von Agnes Edenhofer: „Ihr setzt Euch ein für die Demokratie. Das ist wichtig in der heutigen Zeit.“

VON URSULA FRÖHLICH

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