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Ein schlagfertiges Team präsentiert die Peitinger SPD als Kandidaten für den Gemeinderat.

Aufstellungsversammlung

Kommunalwahl 2020: Das sind die Gemeinderatskandidaten der Peitinger SPD

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    VonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Einige neue Gesichter könnte es im Peitinger Gemeinderat in der SPD-Fraktion geben – einige „altgediente“ Genossen gehen bei der Kommunalwahl 2020 mit Bürgermeister Michael Asam in den Ruhestand und machen Platz für politischen „Nachwuchs“ jeder Altersklasse.

Peiting – Die Liste ist „bunt, sie ist toll.“ SPD-Ortsvorsitzende Claudia Steindorf spricht auch von „schwerer Arbeit“. Heute sei es eben keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Bürger politische Verantwortung übernehmen wollen. Vor allem Frauen zu finden, die sich auf der SPD-Liste im Reißverschlussverfahren mit den männlichen Kandidaten ablösen: eine schwere Aufgabe.

Eine, die sich künftig in der Peitinger Gemeindepolitik einbringen möchte – und zwar ganz oben – ist selbstverständlich auf Platz eins: Annette Luckner gibt sich an diesem Abend gewohnt fröhlich-entschlossen. In diesem vollen Raum im Gasthof Dragoner hat die Bürgermeisterkandidatin aus Dinkelscherben ausnahmslos echte Fans.

Überraschung auf Listenplatz zwei: Ein bislang politisch unbeschriebenes Blatt in Peiting ist Tobias Eding. Erst seit einem Jahr Mitglied bei der SPD hat er den Top-Platz ergattert. Der Berufsschullehrer ist freilich erblich vorbelastet. Der Opa, Josef Eding, saß einst selbst in dem Gremium. Erst als SPD-Urgestein, später als Freier Wähler, bekannt für seine Kampfeslust.

Der Enkel gibt sich eher besonnen-ruhig. Immerhin: Krav Maga – ein Kampfsport zur Selbstverteidigung, zur Deeskalation, zur Stressresistenz ist sein Hobby. Das kann man im Gemeinderat sicherlich brauchen.

Kritische Worte von Peter Gast

Apropos Stressresistenz: Der amtierende Gemeinderat Peter Gast ist darin als ECP-Geschäftsführer sicherlich erprobt. Bei seiner Vorstellung zur Wiederwahl auf Listenplatz 10 gibt er sich allerdings durchaus auch kritisch: „Es war eine schöne Zeit – bis auf die letzten Wochen, die ich zum Kotzen find’“, spielt er auf Bürgerproteste zu geplanten Bauvorhaben, Querelen im Gemeinderat und Vorwürfe gegen nichtöffentliche Entscheidungen im Gremium an.

Alles andere als Kindergarten ist das also, was da gerade den Ort bewegt. Und trotzdem will es die frisch verrentete Leiterin der Gemeindekindergärten, Jutta Heiß, auf Platz 15 versuchen. Man erinnere sich an das Abschieds-Interview in den Schongauer Nachrichten. Auf die scherzhafte Frage, ob sie sich nicht in der vielen Freizeit im Gemeinderat engagieren wolle, hatte sie mit einem deutlichen „Nein“ geantwortet. Lieber im Freizeitpark Achterbahn fahren. Naja, das kann man ja im Gemeinderat auch ganz gut.

Das Schlusslicht der Liste: Lokomotivführer Andreas Littmann auf Platz 24, der sich – wie eigentlich alle Kandidaten gerne verkünden – aufstellen lässt, „um Annette zu unterstützen“. „Und weil unser Bahnhof so schön ist“, wirft Michael Asam in Anspielung auf das marode Gebäude und den Beruf des Kandidaten in den Raum. Gelächter.

Bei seinen offiziellen Worten spricht Asam von Wehmut. Aber auch von Freude. Darüber, dass man eine so gut gemischte Liste zusammengebracht hätte.

Die Sozialdemokraten wirken positiv gestimmt. Auch, wenn man, wie Asam einräumt, vielleicht im Gemeinderat künftig Dinge verändern müsse. „Vielleicht muss man mehr in die Offensive gehen, damit man sich nicht danach noch entschuldigen muss für Entscheidungen.“ Da klingt Enttäuschung und auch ein bisschen Bitterkeit mit über den Zoff im Ort auf den letzten Metern der eigenen Amtszeit.

Monika Ludwig kontert Seitenhieb der CSU

Gemeinderätin Monika Ludwig kandidiert ebenso wie Klaus Hardt, Alexander Zila und Johann Zwerger nicht mehr. Sie lässt es sich zum Abschluss dann aber auch nicht nehmen, einen Seitenhieb aus der CSU-Aufstellungsversammlung auf andere Bürgermeisterkandidaten zu kontern. „Wir als SPD haben es nicht nötig, über andere Kandidaten zu lästern.“ Muss man auch nicht. Man hat Annette Luckner, die gut gelaunt verspricht: „Ich möchte manche Dinge anders machen, damit in der Gemeinde wieder Grundvertrauen entsteht.“

Das sind die Kandidaten der SPD Peiting:

1. Annette Luckner (53), Redakteurin 2. Tobias Eding (36), Berufsschullehrer 3. Claudia Steindorf (40), Exportsachbearbeiterin 4. Gunnar Prielmeier (60), Lehrer für Pflegeberufe 5. Heike Streller (35), Disponentin 6. Markus Zimmermann (25), Student 7. Nicole Gindhart (43), Sprechstundenhelferin 8. Herbert Salzmann (64), Bereichsleiter in Rente 9. Marlis Mühlegger-Reisenauer (43), Selbstständige Webtexterin 10. Peter Gast (63), Polizeibeamter i.R. 11. Marina Schmid (30), Mitarbeiterin der Fertigung 12. Stefan Osterrieder (33), IT-Systemadministrator 13. Barbara Weber-Ritzl (52), Fachkrankenschwester für Nephrologie 14. Mike Steindorf (48), Logistiker Werkzeugbeschaffung 15. Jutta Heiß (64), Kindergartenleiterin i.R. 16. Harald Wörnzhofer (39), Immobilienvermittler 17. Angelika Filser (57), Bankangestellte 18. Harald Bader (57), Direktor Technischer Vertrieb 19. Luise Adam (68), Lehrerin i.R. 20. Alexander Rohde (42), Tiefbauer 21. Birgit Gutzeit (50), Leitende Sozialpädagogin 22. Thomas Riethdorf (54), Krankenpfleger (Dialyse) 23. Klaus Otahal (58), Sales Manager 24. Andreas Littmann (52), Lokomotivführer

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