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Stärkung fürs Gespräch: CSU-Bürgermeisterkandidat Peter Ostenrieder beim Anschneiden seines „Herz-Für-Peiting-Kuchen“.

Kommunalwahl 2020 in Peiting

CSU-Bürgermeisterkandidat Peter Ostenrieder: „Herz für Peiting“ bei Kaffee und Kuchen

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Wer wird neuer Bürgermeister in Peiting? Diese Frage bewegt die Marktgemeinde seit Monaten. Fünf Bewerber haben ihren Hut für die Nachfolge des scheidenden Rathauschefs Michael Asam in den Ring geworfen. Wir haben die Kandidaten bei einem Wahlkampftermin begleitet. Heute: Peter Ostenrieder (CSU).

Peiting – Peter Ostenrieder will hoch hinaus, das Peitinger Rathaus erobern. Doch an diesem Tag geht es für den CSU-Bürgermeisterkandidaten erst einmal abwärts. Das Vereinsheim des Dartclubs Pfaffenwinkel liegt versteckt in einem Kellergeschoss. Hierhin hat der zweite Vereinsvorsitzende Sebastian Windirsch Ostenrieder eingeladen. Beweisen muss sich der Birkländer allerdings nicht an der Dartscheibe, sondern im Gespräch. Seit Monaten ist er in der Marktgemeinde unter dem Motto „Kaffee, Klatsch und Kandidatur“ auf Werbetour in eigener Sache unterwegs. Wer ihn einlädt, den beglückt Ostenrieder mit selbst gemachtem Kuchen. Im Gegenzug können die Gastgeber dem Bürgermeisterkandidat auf den Zahn fühlen.

Seinen „Herz-für-Peiting-Kuchen“ hat Ostenrieder natürlich auch diesmal dabei, gebacken von seiner „besseren Hälfte“, wie der 47-Jährige augenzwinkernd verrät. Die Runde der Fragesteller ist mit fünf Gästen eher überschaubar, einige haben krank abgesagt. Doch davon lässt sich Ostenrieder nicht beirren. Aus einer Plastikkiste verteilt der Inhaber einer Werbeagentur Werbematerial am Tisch. Kalender, Blöcke, auch Meterstäbe mit seinem Konterfei sind darunter. „Immer das richtige Maß“ ist darauf zu lesen.

Peter Ostenrieder hat klare Botschaften

Genau Maß nimmt der 47-Jährige anschließend, als er seine Botschaft vermittelt. Dass er seit 24 Jahren im Gemeinderat sitzt und in dieser Zeit viel geleistet wurde. Er spricht von gemachten Hausaufgaben, davon, dass Peiting schuldenfrei sei, und dass er diesen Ort liebend gerne als Bürgermeister weiterentwickeln wolle. Zu tun gebe es genug. Da sei der Druck aus München, den man abfangen müsse, damit sich auch in Zukunft Normalverdiener eine Immobilie leisten können. Der Ort müsse gleichzeitig für das Gewerbe interessant bleiben, schließlich sei die Gewerbesteuer eine wichtige Einnahmequelle, um Projekte, die über die Pflichtaufgaben hinausgingen, verwirklichen zu können.

Beim Gewerbe hakt Windirsch ein. Wo denn die Drogerie bleibe, will er wissen. Und Simon Fritzenschaft legt nach. Im Ortskern fehle ein Tante-Emma-Laden, die Supermärkte am Rand seien für die Älteren nur schwierig zu erreichen. Ostenrieder nickt verständnisvoll. Die Drogerie komme, ein Dorfladen sei dagegen angesichts der Konkurrenz schwer umsetzbar. „Wir müssen schon hoffen, dass der Feneberg bleibt.“ Dieser und der Biomarkt seien „Gold wert“ für das Zentrum. Überhaupt Zentrum. Das der Ortskern funktioniere, mache die Gemeinde aus, betont Ostenrieder. Damit das so bleibe, brauche man aber genügend Parkplätze. „Ich bin deshalb ein Fan eines Parkdecks vor der Mädchenschule.“

„Wir werden in Peiting nicht die Welt retten“

Parkplätze bauen, passe das noch in die aktuelle Welt, wo über Veränderungen für den Klimaschutz gesprochen werde? Die Vereinsvorsitzende Martina Sedlmayr ist skeptisch, als das Thema auf das geplante Kino samt Parkdeck am Bahnhof Ost kommt. „Wir werden in Peiting nicht die Welt retten“, antwortet Ostenrieder, das müsse die große Politik angreifen. Ein neues Viertel ohne Parkplätze mache keinen Sinn. Doch Sedlmayr bleibt hartnäckig. Was die Gemeinde denn tue in Sachen Klimaschutz, will sie wissen. Man sei auf einem guten Weg, so der Bürgermeisterkandidat, verweist auf Photovoltaik-Anlagen und Hackschnitzelheizungen in gemeindlichen Gebäuden. Auch an den CSU-Antrag, Tesla den Bau einer Ladestation im Ort nahezulegen, erinnert er. Wenngleich das Unternehmen darauf nicht geantwortet habe, wie er einräumt. „Da werde ich als Bürgermeister nachhaken.“

Mehr in seinem Element ist Ostenrieder wieder, als es um den innerörtlichen Verkehr geht. Statt eines Ortsbusses schwebe ihm ein gemeindlicher E-Auto-Shuttle-Service mit vier Wagen vor, die den ganzen Tag im Ort unterwegs seien. Überhaupt müsse das Rathaus mehr zum Dienstleister für die Bürger werden. Ostenrieder kippelt auf seinem Stuhl, gestikuliert energisch, als er das sagt, das Thema ist dem Unternehmer wichtig.

Marienheim und Jugendzentrum sind an diesem Abend kein Thema

Begeisterung unter den am Tisch sitzenden Dartvereins-Mitgliedern entfacht der CSU-Kandidat schließlich mit der Ankündigung, eine Vereinsmesse durchführen zu wollen. Einen Bürgermeister, der sich auch für die kleineren Vereine einsetzt, das wünschen sie sich hier. Und einen, der Einrichtungen wie Wellenfreibad und Eishalle nicht zur Disposition stellt. Hier kann Ostenrieder ebenfalls punkten. Spitze Pfeile muss der Birkländer an diesem Nachmittag keine mehr abwehren. Auch, weil Aufreger wie Marienheim und Jugendzentrum kein Thema sind. Nur einen Wunsch hat Windirsch dann doch noch: Die Offenheit, die Ostenrieder heute an den Tag gelegt habe, die wünsche er sich auch für nach der Wahl.

Asam-Nachfolger gesucht: Wer wird neuer Bürgermeister in Peiting? Die Kandidaten im Überblick

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