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Diese Grundstücke an der Münchener St raße umfasst die geforderte Schallschutzwand (blau) im Falle einer baulichen Veränderung.

Aus dem Marktgemeinderat Peiting

Kopfschütteln über Lärmschutz

Eine Lärmschutzauflage am Wohngebiet Sandgruben sorgte bei den Gemeinderäten für Kopfschütteln. Sollte an den bestehenden Häusern an der Münchener Straße etwas verändert werden, muss am betroffenen Grundstück eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand angebracht werden.

Peiting Grund für die Schallschutz-Diskussion war die Bauvoranfrage eines Anwohners. Laut Bebauungsplan sind aktuell Neubauten, Umbauten oder Anbauten in den Sandgruben unzulässig, wie Bettina Habersetzer vom Marktbauamt ausführte. Sollte der bestehende Bebauungsplan aufgehoben werden, will der Lärmschutz aber ein Wörtchen mitreden. Die zulässigen Richtwerte von 55 Dezibel zwischen 6 und 22 Uhr und 22 Dezibel nachts werden nämlich regelmäßig um bis zu 9 Dezibel überschritten.

„Wird baulich etwas verändert, fordert die Lärmschutzbehörde eine zwei Meter hohe schallabsorbierende Schutzwand zur Münchener Straße hin“, führte Bettina Habersetzer aus. Kurios: Diese Schutzwand ist nur für Anwohner Pflicht, die an ihrem Gebäude etwas verändern wollen. Und passiver Schallschutz, wie Lärmschutzfenster würde auch nicht von der geforderten Lärmschutzwand befreien. „Wir bekommen da eine Außenansicht, die nicht zumutbar ist“, war die Meinung von Bürgermeister Michael Asam. Die Vorstellung, einer einzelnen zwei Meter hohen Wand oder aber einer durchgängigen, nur von den Grundstückseinfahrten unterbrochenen Wand, passe nicht so recht zu den Vorstellungen des Gremiums von einer Ortseinfahrt. „Wir sollten den Bauherren schon die Möglichkeit geben, etwas zu gestalten“, so Peter Ostenrieder. Die Regelung mit der Schallschutzwand hielt er allerdings für völligen Nonsense. „Das ist echt Schwachsinn!“, befand er. Und stellte die Frage in den Raum, ob eine Geschwindigkeitsbeschränkung von Tempo 30 zumindest nachts von 22 bis 6 Uhr den gewünschten Lärmschutz für die Anwohner bringen würde.

Damit sei es nicht getan, so Gerhard Habersetzer (Marktbauamt), da die zulässigen Emissionswerte auch tagsüber überschritten werden. Andreas Barnsteiner fiel auf: „Warum wird nur an der Nordseite der Straße eine Schutzwand verlangt, auf der Südseite aber nicht?“ Vom Lärm seien doch alle Anwohner betroffen. Was die Schallschutzwand betrifft, relativierte Peter Ostenrieder allerdings: Zwei Meter ist nicht die Welt. Das ist genau das, was wir zum Beispiel auch an der Schongauer Straße haben und was heute schon jeder genehmigungsfrei darf.“

Die Sache mit der Schallschutzwand wolle man aber auf gar keinen Fall, fasste Michael Asam zusammen. Bevor der Bebauungsplan aufgehoben werde, wolle man über andere Möglichkeiten nachdenken, um dem geforderten Schallschutz Genüge zu tun.

Ursula Fröhlich

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