Die Insel in der Mitte des neuen Kreisverkehrs an der Bahnhofstraße soll mit einer Bergbau-Skulptur verschönert werden.

Kreisverkehr in der Peitinger Bahnhofstraße

Bergbau-Skulptur als krönender Abschluss

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Noch ist die Insel in der Mitte des neuen Kreisverkehrs an der Bahnhofstraße ein eher trostloser Anblick. Doch das soll sich bald ändern: In seiner Sitzung am Dienstagabend hat sich der Marktgemeinderat mit dem geplanten Kunstwerk beschäftigt.

Peiting – Schon Ende vergangenen Jahres war man sich im Gemeinderat einig gewesen, dass die Kreisverkehrinsel ein passender Ort für ein Kunstwerk sei. Bürgermeister Michael Asam hatte dafür ortsansässige Künstler im Blick und startete zwischenzeitlich einen Aufruf mit der Bitte, Vorschläge zu liefern. Das Thema sollte sich auf den Bergbau konzentrieren. Am Dienstag lagen nun zwei Varianten auf dem Tisch.

Die eine stammt von den Peitinger Bildhauern Christine Gräper, Ute Schneider, Marinus Wirtl, Andrea Kreipe und Michaela Gräper. Ihre Idee sei, dass jeder Künstler eine Einzelarbeit zu einem bestimmten Motiv fertige, die dann zusammen ein Gesamtkunstwerk ergeben würden, erläuterte Asam. Neben dem Bergbau könnten so auch andere Themen aufgegriffen werden. „Da können wir selber Vorschläge machen.“ Ein erstes kleines Modell, das die Künstlergemeinschaft zur Veranschaulichung gefertigt hat, konnte der Bürgermeister den Räten am Dienstag bereits präsentieren. Die Kosten bezifferte er auf 50 000 Euro. „Mir gefällt das sehr gut, ich würde das favorisieren“, sagte Asam.

Der Vorschlag der fünf Peitinger Bildhauer ist im Gemeinderat durchgefallen.

Deutlicher den Fokus auf den Bergbau legt die zweite Variante, für die der frühere Gemeinderat Adolf Kapfer und Altbürgermeister Klement Sesar werben. Sie regen an, den eigens von der Gemeinde angeschafften Kohlenhunt auf der Kreiselinsel zu platzieren. „Der Bergbau war für Peiting so prägend, dass es mindestens die Hälfte der heutigen Bewohner nicht gäbe“, begründet Kapfer seinen Vorstoß. Der ganze Osten und Südosten Peitings sei „Bergbau-Wohngebiet“, der Kreisel mit dem unübersehbaren bergbaulichen Element würde den „krönenden Abschluss“ bilden.

Für ein Kunstwerk mit fünf Elementen sei die Insel inmitten des Kreisverkehrs zudem wenig geeignet, denn so etwas wolle man aus der Nähe betrachten, gibt der Träger des Goldenen Ehrenrings zu bedenken, der sich das Modell der Künstlergemeinschaft gemeinsam mit Sesar und Asam angeschaut hat. Außerdem lenke es Verkehrsteilnehmer ab.

Im Gremium fand Kapfers Vorstoß breite Zustimmung. „Ich kann mich dem nur anschließen“, sagte Peter Ostenrieder. Ein Kunstwerk für einen Kreisel müsse groß sein, die fünf Figuren seien für Fußgänger viel zu weit weg, sagte der CSU-Fraktionschef.

Kapfer habe den Nagel auf den Kopf getroffen, fand auch Norbert Merk (CSU). „Es gibt wenig prägendere Dinge als den Bergbau in Peiting“, betonte der Sohn eines Bergmanns. Und gerade weil sich in Zukunft immer weniger an diese Zeit erinnern könnten, gelte es die Tradition weiter zu tragen.

Sowohl Asam als auch Gerhard Heiß (CSU) wiesen freilich darauf hin, dass die Bergbau-Vergangenheit bereits an vielen Stellen der Gemeinde präsent sei. Doch am Bergbau als zentralem Thema wollte das Gremium nicht rütteln. Bei der Gestaltung indes gingen die Meinungen auseinander.

Herbert Salzmann (SPD) konnte sich vorstellen, den Hunt mit der Figur eines Bergmanns sowie einem angedeuteten Stolleneingang zu ergänzen. Doch da bremste Asam. „Wir dürfen die Insel nicht überfrachten.“ Er würde auf den Hunt verzichten, denn einen solchen Förderwagen gebe es bereits an anderer Stelle in der Gemeinde.

Das Rennen machte schließlich der Vorschlag von Christian Lory (SPD), der eine Art Ideenwettbewerb zum Thema Bergbau vorschlug. Als Budget einigten sich die Räte auf 50 000 Euro. Die Höhe sei angesichts der Gesamtkosten der Baumaßnahme an der Bahnhofstraße auf jeden Fall gerechtfertigt, betonte der Bürgermeister. Zumal die Gemeinde für das Kunst am Bau-Projekt 18 000 Euro an Fördergelder bekomme und möglicherweise noch die ein oder andere Spende in Aussicht stehe.

Einziger Haken: Um die Förderung zu erhalten, dürfe bei der Ausschreibung der Kreis der Künstler nicht auf Peiting beschränkt werden. „Aber das ist kein Problem, wir wollen ja eine schöne Auswahl bekommen.“

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