Zum Innehalten und Gebet lädt das Kreuz von Xaver und Hanni Kratz im Peitinger Weitfilz ein.
+
Zum Innehalten und Gebet lädt das Kreuz von Xaver und Hanni Kratz im Peitinger Weitfilz ein.

Kruzifix erinnert an die Bergmannseheleute Hanni und Xaver Kratz – Dach und Rückwand aus Blech

Kreuz im Weitfilz als Zeichen der Hoffnung

Am gestrigen Montag haben die Christen das im vierten Jahrhundert gestiftete Fest zum Andenken an die Auffindung des Kreuzes Christi gefeiert. „Das Kreuz ist gewissermaßen die Zusammenfassung unseres Glaubens, denn es sagt uns, wie weit Gottes Liebe zu uns gegangen ist. Es sagt uns, dass es auf der Welt eine Liebe gibt, die stärker ist als der Tod, stärker als unsere Schwächen und unsere Sünden. Die Kraft der Liebe ist stärker als das Böse, das uns bedroht.“

Peiting - Das sind aufmunternde Worte des emeritierten Papstes Benedikt XVI. Gerade jetzt, wo schweren Herzens die Wallfahrt nach Andechs wieder abgesagt werden musste, dürften wir uns über die vielen Kreuze in der Peitinger Flur freuen. Laden sie doch die Vorbeigehenden ein zum Innehalten und einem stillen Gebet.

So traf man am vergangenen Samstag im Morgennebel nach dem schweren Hagel am Vortag im Weitfilz auf das 1951 von den Bergmannsehegatten Xaver und Hanni Kratz errichtete Kreuz. Frische Blumen geben Zeugnis davon, dass die beiden 2003 und 2004 verstorbenen Mitbegleiter auf dem Pilgerweg zum Herrn nicht in Vergessenheit geraten sind.

Denn Blumen und einen gepflegten Obstgarten schätzte das Paar zu Lebzeiten. So stellte sich Xaver Kratz lange Zeit beim Obst- und Gartenbauverein als Schriftführer zur Verfügung. Die heimatliche Verbundenheit drückte sich bei der Mitgliedschaft im Trachtenverein und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung aus. Ganz nach dem Bekenntnis von Monsignore Jakob Mois: „Heimat ist dort, wo Eucharistie gefeiert wird.“

Wenige Jahre nach dem Krieg in die Heimat zurückgekehrt, wurde Kratz von einem „Schlafgeher“, so sagte man damals zu einem Untermieter im Hause, der Kauf eines Grundstücks im Weitfilz angeboten. Dort war das richtige Platzerl zum Aufstellen eines Feldkreuzes. „Den Korpus hatte meine Mutter als langjährigen Familienbesitz ehrfürchtig aufbewahrt“, erinnert sich Tochter Johanna Kreitl noch gut. Der Vater schuf eigenhändig das Holzkreuz. Zum Schutz vor Regen und Schnee verkleidete ihr der 2020 verstorbene Ehemann Leonhard das Dach und die Rückwand mit Blech. Mit ihm war sie auch auf der Wallfahrt nach Grafrath dabei. So wird das Kreuz im Weitfilz als Zeichen der Hoffnung von der Familie über drei Generationen hinaus noch in Ehren gehalten.

GERHARD HEISS

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare