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Mit vollem Einsatz waren die Teilnehmer im vergangenen Jahr beim Kanapee-Rennen am Schnaidberg bei der Sache.

Peitinger Landjugend

Kultiges Peitinger Kanapee-Rennen macht heuer Pause - das steckt dahinter

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Fans des legendären Peitinger Kanapee-Rennens müssen jetzt ganz tapfer sein: Das Kult-Event der Peitinger Landjugend, das im vergangenen Jahr 2000 Schaulustige an den Schnaidberg gelockt hatte, fällt heuer aus. Geschuldet ist das allerdings ausnahmsweise nicht dem bislang fehlenden Schnee.

Peiting – Wild entschlossene Römer, die im selbst gebastelten Schlitten todesmutig den Abhang hinunterrauschen, bis der unfreiwillige Salto des Piloten kurz den Atem der Zuschauer stocken lässt. Dann die Rennsau, die mit ihren tollkühnen Fahrern elegant die Schanze überquert, als wäre ein Schwein einfach zum Fliegen geboren. Staunend und ein bisschen ungläubig verfolgte man im vergangenen Jahr am Schnaidberg bei Peiting, was sich da so alles den über 200 Meter langen Hang hinunterstürzte. 

Je ausgefallener, desto besser, so lautet seit langem die Devise, wenn die Peitinger Landjugend zu ihrem Kanapee-Rennen ruft. Aus dem ganzen Schongauer Land kommen sie dann, die wild entschlossenen Schlittenfahrer auf ihren Gefährten Marke Eigenbau. Jedenfalls dann, wenn genug Schnee liegt. Drei Jahre in Folge hatte die Landjugend vergeblich auf die weiße Pracht gehofft, ehe im vergangenen Jahr Frau Holle endlich wieder ein Einsehen hatte. Fast zu viel des Guten türmte sich am Schnaidberg, was den Organisatoren und ihrem Helferteam im Vorfeld mächtig Arbeit machte. Dazu der Schneeregen am Wettkampftag, der den mühsam präparierten Parkplatz in ein Matschloch verwandelte, sodass kurzfristig ein Shuttlebus eingerichtet werden musste, um die Besucher irgendwie zur Strecke zu befördern. „Da war schon sehr viel zu tun“, sagt Landjugend-Chef Martin Skalitza.

Immenser Aufwand für das Kanapee-Rennen

Der immense Aufwand, der mit dem Kult-Event verbunden ist, ist nun auch der Grund dafür, warum es heuer kein Kanapee-Rennen am Schnaidberg geben wird. Die Entscheidung sei nach dem großen Weinfest gefallen, das man Anfang November am Saliterhof gefeiert habe, sagt Skalitza. Es zu organisieren, sei viel Aufwand gewesen. „Mit dem Rennen hätten wir gleich das nächste große Event vorbereiten müssen.“ Dazu der Weihnachtsmarkt im Dezember und der große Faschingsball, auf den man im vergangenen Jahr wegen des Kanapee-Rennens verzichtet hatte und der diesmal am 15. Februar im Bergwerk wieder stattfinden soll. 

Und dann sei da noch das Problem mit dem Renntermin gewesen. Mit dem 12. und 26. Januar hätten sich nur zwei mögliche Tage für den Wettkampf herauskristallisiert – eigentlich zu wenig angesichts der Erfahrungen der vergangenen Jahre mit der Schneelage. Zum Beweis braucht Skalitza nur aus dem Fenster zu schauen. An ein Kanapee-Rennen am Schnaidberg war am vergangenen Sonntag nicht zu denken, sagt er mit Blick auf die grünen Wiesen. Schnee: Fehlanzeige.

Neue Auflage im nächsten Jahr

Der Beschluss des Vorstands, heuer das Kult-Event ausfallen zu lassen, sei von den Beteiligten mehrheitlich erleichtert aufgenommen worden, sagt Skalitza. Auch wenn es natürlich auch Stimmen gegeben habe, die den Verzicht bedauerten. Für sie hat der Vorsitzende zumindest einen kleinen Trost parat: Im kommenden Jahr soll das Kanapee-Rennen auf jeden Fall wieder steigen – jedenfalls, wenn Frau Holle mitspielt. „Alle zwei Jahre ist ein guter Rhythmus.“

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