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Dieser Schriftzug ist auf die Mauer des Peitinger Friedhofs gesprayt worden. Der Verursacher hat sich mit einer Postkarte und beigelegten 50 Euro dafür entschuldigt. 

Kuriose Spende an die Marktgemeinde Peiting

Sprayer entschuldigt sich für Schmiererei

Ein Hörfehler mit fatalen Folgen. Seit einigen Monaten treibt ein ominöser Sprayer sein Unwesen in der Marktgemeinde. Jetzt scheint er zumindest Reue zu zeigen.

Peiting – „Ich habe in einem apokalyptischen Wahn die Friedhofsmauer besprüht. Es grüßt ein Schisser“. Diese anonyme Botschaft, geschrieben auf eine Postkarte mit einem Heiligenbild und versehen mit einem 50 Euro-Schein, hat Peitings Bürgermeister Michael Asam aus seiner Post gefischt. Als er sie in der letzten Gemeinderatssitzung vorlas, erntete er damit einige Lacher. „Die 50 Euro reichen grade für die Farbe. Wenn wir den noch derwischen, helf ich ihm streichen“, sagte auch Asam lachend.

Immerhin habe der Übeltäter Reue gezeigt, das müsse man auch anerkennen, räumte er ein. Dass der „apokalyptische Wahn“ den Unbekannten aber wohl schon öfter zu Aktivitäten in Peiting getrieben hat, ergab eine Nachfrage bei Bernhard Ditschek vom Peitinger Bauamt. Der wurde beim Thema Heiligenbild hellhörig: Vor etwa zwei Monaten war im Pausenhof der Lentner-Grundschule ein Holzkreuz, geschmückt mit Heiligenbildchen, gefunden worden. Das konnte Hausmeister Hans Bussjäger bestätigen. Aber auch im Durchgang von der Mädchenschule zur Mittelschule und im Durchgang zum Ärztehaus wurden laut Bernhard Ditschek schon Schmierereien wie an der Friedhofsmauer gefunden.

Dort prangt in großen violetten Lettern der Schriftzug „oh weh d’r chip“. Der Begriff „chip“ taucht laut Bernhard Ditschek auch bei den anderen Schmierereien auf. Als Hans Bussjäger sein Handy zückt und das Foto des an der Schule gefundenen Kreuzes zeigt, drängt sich ein Verdacht auf. Der Sprüh-Aktionist reagierte wohl auf eine Äußerung von Gemeinderat Andreas Barnsteiner, bei der es um gechippte Kälber ging und die aufgrund eines Hörfehlers von einem Berichterstatter des Kreisboten falsch wiedergegeben wurde.

In der „Installation“ an der Lentner-Grundschule heißt es nämlich: „Bald werden die Kinder gechippt“.

Solche Sprühwerke sind in Peiting eher selten, tauchen laut Ditschek aber zeitweise immer wieder einmal auf. Normalerweise stellt die Marktgemeinde in so einem Fall bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt. Die Chance, einen solchen Sprayer zu ertappen, sei aber eher gering, weiß Ditschek. „Der Chip verfolgt mich bestimmt schon ein halbes Jahr“, sagte er lachend.

Positiv sei es zu hören, dass der Untäter sich jetzt wohl „auf dem Weg der Besserung“ befände. Die 50 Euro „Wiedergutmachung“ reichen aber bei weitem nicht aus, um den Schaden an der Friedhofsmauer zu beheben. Laut Ditschek schlägt die Entfernung der Schmiererei mit 150 bis 200 Euro zu Buche. Die Differenz zu den 50 Euro muss die Gemeindekasse tragen.

Da bleibt jetzt wohl nur zu hoffen, dass der vom „apokalyptischen Wahn“ genesene „Schisser“ noch ein bisschen Geld drauflegt und sich künftig nur noch auf dem Malblock künstlerisch verausgabt.

Ursula Fröhlich

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