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Auf dem provisorischem Parkplatz an der Poststraße in der Ortsmitte soll die neue Ladestation für Elektrofahrzeuge errichtet werden.

Ladestation für E-Autos in Peiting geplant

„Das wäre ein Schildbürgerstreich“

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Wohin mit der Ladesäule für Elektrofahrzeuge? Mit dieser Frage hat sich der Peitinger Marktgemeinderat nun erneut beschäftigt, nachdem der erste Vorschlag der Verwaltung in der Bachstraße im Gremium auf Ablehnung gestoßen war. Der alternative Standort erntete diesmal breite Zustimmung. Dafür gibt es ein neues Problem und die Frage, ob ein Parkdeck kommt.

Peiting – Noch hält sich die Zahl der zugelassenen Elektrofahrzeuge im Landkreis in grenzen, doch das dürfte sich in den nächsten Jahren rasch ändern. Damit einhergehen muss freilich der Aufbau eines Netzes von öffentlichen Ladestationen, wo die Stromflitzer ihre Akkus aufladen können. In Peiting fehlt eine solche Möglichkeit bislang, dabei steht die Gemeinde schon seit längerem in Kontakt mit Stromanbieter LEW, der aktuell überall in der Region sein Netz an Stromtankstellen mit finanzieller Unterstützung durch den Bund ausbaut. Nur: Der bislang als Standort favorisierte neue P+R-Parkplatz am Bahnhof Ost existiert derzeit nur auf dem Papier.

Doch jetzt drängt die Zeit, denn heuer läuft laut Bürgermeister Michael Asam das Förderprogramm aus. In der Gemeinderatssitzung Ende Februar schlug die Verwaltung deshalb einen alternativen Standort in der Bachstraße für die LEW-Station vor. Doch der stieß bei den Räten nicht auf Gegenliebe, weshalb sich die Verwaltung zwischenzeitlich erneut auf die Suche gemacht hat.

Fündig wurde man auf dem ehemaligen Barnsteiner-Gelände an der Poststraße, das aktuell als provisorischer Parkplatz genutzt wird. Dies liege ebenfalls zentral und sei damit gut geeignet, erklärte der Bürgermeister in der jüngsten Sitzung. Ohnehin sei der Ausbau des Grundstücks zum Parkplatz im kommenden Jahr im Haushalt vorgesehen. Bis dahin könne die Ladesäule provisorisch errichtet werden.

Der Vorschlag stieß diesmal im Gremium auf breite Zustimmung. Die Ladesäule müsse zentral und gut sichtbar sein, sonst erfülle sie ihren Zweck nicht. Beides sei hier erfüllt, stellte CSU-Fraktionschef Peter Ostenrieder fest. „Wir würden dort mitgehen.“ Zu bedenken gab Norbert Merk (CSU), dass man mit der Zustimmung zur LEW-Säule auf öffentlichem Grund auch anderen Anbieter selbige Möglichkeit einräumen müsse. Asam sah das weniger problematisch. „Wenn weitere Anbieter kommen, kann uns das nur recht sein.“ Und Ostenrieder ergänzte, dass man ja nicht jedem Betreiber eigene Parkplätze zur Verfügung stellen müsse, sondern mehrere Anlagen die gleichen Stellplätze versorgen könnten.

Keine Überzeugungsarbeit musste Asam erwartungsgemäß bei Thomas Elste leisten. Der Grünen-Rat, der sich in der Vergangenheit bereits mehrmals für die Schaffung von E-Tankstellen stark gemacht hatte, begrüßte den Standort. Bei der Technik würde es jedoch Sinn machen, auf Schnellladesäulen zu setzen, um die Ladezeit zu verkürzen. Das jedoch sei eine teure Angelegenheit, äußerte sich Asam in der Sitzung zurückhaltend, womit das Thema erledigt schien.

Doch nach einem Gespräch mit LEW direkt im Nachgang der Sitzung will Asam demnächst doch noch einmal im Gremium über die eingesetzte Technik reden. So habe sich herausgestellt, dass die geplante Ladestation eigentlich nicht mehr zeitgemäß sei, sagt der Bürgermeister auf Nachfrage der SN. Während an einer Schnellladesäule der Akku des Autos binnen 20 Minuten auf 80 Prozent geladen sei, dauere der Ladevorgang an der bislang vorgesehenen Station mehrere Stunden. „Wenn wir jetzt etwas bauen lassen, das nicht mehr dem Stand der Technik entspricht, dann wäre das ein Schildbürgerstreich“, fürchtet Asam. „Da müssen wir noch einmal verhandeln.“ Dabei geht es vor allem darum, wer die zusätzlichen Kosten trägt, denn eine Schnellladestation sei mit 30 000 Euro deutlich teurer als die bislang favorisierte Variante, so der Bürgermeister. „Aber was hilft es uns, wenn wir eine Station haben, an der dann keiner steht?“

Kommt ein Parkdeck?

Gegen den vorgeschlagenen Standort für die Ladesäule hatte auch Herwig Skalitza nichts einzuwenden. Ihn rief Asams Bemerkung, dass man den Parkplatz 2019 herrichten wolle, auf den Plan. „Bevor wir das machen, sollten wir untersuchen, ob ein Parkdeck möglich ist“, regte der CSU-Rat an. „Parkplätze werden dringend gebraucht“, erklärter er und verwies auf die Bachstraße, die „immer brechend voll“ sei. 

Die Idee ist nicht neu: Ein Parkdeck war schon vor zwei Jahren im Gespräch gewesen, als es um die Ansiedlung der Drogerie-Kette Rossmann auf besagtem Grundstück ging. Diese Hoffnung hat sich aber bekanntlich nicht erfüllt, Rossmann zog das Gelände des ehemaligen Netto-Markts vor, wenngleich auch dort bekanntlich bis heute nichts geschehen ist. 

Und auch für die Zukunft sieht der Bürgermeister für eine Gewerbeansiedlung auf dem früheren Barnsteiner-Grundstück schwarz. „Wir haben es lange versucht, aber da wird nichts mehr kommen.“ Heißt, einem Parkdeck steht prinzipiell nichts im Weg.

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