Weil die Peitinger Feuerwehr mit ihren Gerätschaften nicht mehr weiterkam, rückte in der Jägerstraße das Technische Hilfswerk an.
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Nächtliche Teamarbeit: Weil die Peitinger Feuerwehr mit ihren Gerätschaften nicht mehr weiterkam, rückte in der Jägerstraße das Technische Hilfswerk an, um beim Abpumpen des Regenwassers zu helfen.

Keller unter Wasser

Land unter in Peiting: Heftiges Gewitter sorgt für Dauereinsatz von Feuerwehr und THW

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Ein heftiges Gewitter hat sich am Mittwochabend über Peiting entladen. Sintflutartige Regenfälle ließen zahlreiche Keller vollaufen. Die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk waren bis spät in die Nacht im Dauereinsatz. In Peiting-Birkenried sorgte ein altes Problem für Aufregung.

Peiting – Als Klaus Straub am Mittwochnachmittag zum Himmel hinaufschaute, schwante ihm Böses. Dunkle Wolken türmten sich wie eine schwarze Wand über Peiting auf. Wenig später sollten sich die Befürchtungen des Feuerwehrkommandanten bestätigen. Ein heftiges Gewitter brach gegen 16 Uhr über die Marktgemeinde herein, sintflutartig ergoss sich der Regen. Die Wassermassen, die vom Himmel fielen, blieben nicht ohne Folgen.

Um 16.15 Uhr ging der erste Alarm bei der Feuerwehr ein. „Danach kam es Schlag auf Schlag“, berichtet Straub. Die Notrufe erreichten die Einsatzkräfte aus dem ganzen Gemeindegebiet. Etliche Hausbesitzer baten wegen vollgelaufener Tiefgaragen und Keller um Hilfe. Vor manchen Gebäuden wie etwa an der Ammergauer Straße hatte sich durch den starken Regen ein regelrechter See gebildet. Mit Sandsäcken sicherten die Feuerwehrler in diesen Fällen die Türen vor dem eindringenden Wasser. 50 Peitinger Feuerwehrler waren mit ihren Pumpen im Dauereinsatz. Weil man trotz aller Anstrengungen nicht hinterherkam, half zwischenzeitlich die Schongauer Feuerwehr aus. Die Nachbarn aus der Lechstadt kümmerten sich laut Straub um die Keller einer Reihenhaus-Anlage, in die das Wasser über die Lichtschächte eingedrungen war.

Hilefruf am Abend aus Peiting-Birkenried

Als eigentlich am Abend alles überstanden schien und die Wehr ihre Gerätschaften gerade verstaut hatte, ging erneut ein Hilferuf ein. Er stammte von Roswitha Rau, die im Espenweg wohnt. Die Anlieger des dortigen Wohngebiets sind leidgeprüft, was Starkregenereignisse betrifft. Immer wieder war in der Vergangenheit das Wasser in die Häuser eingedrungen. Auch diesmal hatte sich der viele Niederschlag bereits seinen Weg in einzelne Keller gebahnt.

In der Föhrenstraße half die Schongauer Feuerwehr dabei, die Keller vom Wasser zu befreien.

Verhindern soll das eigentlich ein neues Regenwasserrohr, das seit Anfang April entlang der Jägerstraße verlegt wird. Es ersetzt die zugewachsene Drainageleitung, wegen der das Regenwasser nicht mehr ordnungsgemäß an den Grundstücken vorbeigeleitet wird (wir berichteten).

THW rückt mit Hochleistungs-Pumpe an

Das Problem: „Die neue Leitung ist leider noch nicht fertig“, sagt Marktbaumeister Fabian Kreitl, der am Mittwochabend selbst nach Birkenried eilte. Die Rohre seien zwar bereits bis zum Weidenweg verlegt. Allerdings sei das Ende wegen der noch laufenden Bauarbeiten verschlossen. „Das Wasser kann also rein, aber nicht wieder raus.“ Statt unterirdisch abzufließen, blieb deshalb das Wasser an der Oberfläche und suchte sich seinen Weg in die angrenzenden Gärten, Keller und Felder. Verzweifelt kämpfte die herbeigerufene Feuerwehr mit ihren Geräten gegen die Wassermassen –doch ohne Erfolg. „Wir haben dann das THW um Hilfe gebeten“, sagt Straub. Das erwies sich als Retter in der Not. Die ganze Nacht pumpte die Hochleistungspumpe des Technischen Hilfswerks Tausende Liter Regenwasser in den Mischwasserkanal. „Ohne deren Hilfe hätten wir gar keine Chance gehabt“, sagt Rauh dankbar.

Bis Mitte Juli soll das neue Regenwasserrohr endgültig fertig sein. Wegen einiger Schlechtwettertage habe man Zeit verloren, sagt Kreitl. Gerüchte, wonach die Baufirma wegen Schwierigkeiten bei der Ausführung aufgegeben habe, weist der Marktbaumeister zurück. „Dass es keine einfache Baustelle ist, war von vornherein klar.“ So bleibt Rauh und den anderen Anliegern erst einmal nur die Hoffnung, dass die nächsten Gewitterzellen einen weiten Bogen um die Marktgemeinde machen.

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