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Stehen hinter der Aktion „Peiting blüht auf“: (v.l.) Andreas Barnsteiner, Reinhard Kees, Silvia Schlögel, Josef Sellmaier, Zweite Ortsbäuerin Stefanie Wörnzhofer, Bauhofchef Tim Osterhaus und Dominikus Häuserer.

Landwirte starten Aktion

Gemeinsam mit den Bürgern Peiting aufblühen lassen

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Das Volksbegehren „Artenvielfalt“ hat in den vergangenen Wochen für kontroverse Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern gesorgt. In Peiting wollen die Landwirte jetzt vorangehen und den Dialog mit den Bürgern suchen. Gemeinsam soll die Marktgemeinde im wahrsten Sinn zum Blühen gebracht werden.

Peiting – Am Dienstag hatten die Initiatoren des Volksbegehrens „Artenvielfalt“ ihr Ziel erreicht. Mehr als eine Million Wahlberechtigte hatten in den Rathäusern unterschrieben, das notwendige Quorum von 950 000 Unterschriften war geschafft. „Das war abzusehen“, sagt Silvia Schlögel. Die Peitinger Bäuerin hat gemeinsam mit der Zweiten Ortsbäuerin Stefanie Wörnzhofer und der BBV-Ortsvorstandschaft zum Pressetermin auf ihren Hof geladen. Das Volksbegehren, es treibt nicht nur die Bürger, sondern auch die Landwirte um. Bauernpräsident Walter Heidl beklagte jüngst, die Bauern würden beim Artenschutz „zum Sündenbock gemacht“. Schlögel formuliert es anders. Obwohl seitens der Landwirtschaft viel für den Naturschutz getan werde, sei dies anscheinend bisher bei den Verbrauchern nicht so angekommen, stellt die Peitingerin nüchtern fest.

Doch den Kopf deshalb in den Sand stecken ist Schlögels Sache nicht – im Gegenteil. Gemeinsam mit Ortsbäuerin Martina Prielmeier und ihrer Stellvertreterin Stefanie Wörnzhofer hat die Peitingerin die Aktion „Peiting blüht auf“ ausgeheckt. Die Idee dahinter: Landwirte stellen zusätzliche Flächen entlang ihrer Felder für Blühstreifen zur Verfügung, für deren Pflege aber wiederum die Bürger zuständig sind. „Wir haben uns gedacht, wir nehmen die in die Pflicht, die für die Rettung der Biene unterschrieben haben“, sagt Schlögel. Ganz nach dem Motto: Wer A sagt, muss auch B sagen.

In den vergangenen Tagen habe man mit den örtlichen Landwirten gesprochen, berichtet Wörnzhofer. Die Rückmeldungen seien sehr positiv gewesen. Der Birkländer BBV-Ortsverband wolle ebenfalls teilnehmen, ergänzt Schlögel. Auch die Gemeinde ist bei der Aktion an Bord. Man werde ebenfalls Flächen zur Verfügung stellen, bestätigt Bauhofchef Tim Osterhaus.

Große Info-Veranstaltung in der Schloßberghalle

Der Startschuss fällt am 11. März mit einer großen Informationsveranstaltung in der Schloßberghalle. „Wir hoffen natürlich, dass die Halle aus allen Nähten platzt“, sagt Wörnzhofer mit Blick auf große Euphorie, die das Volksbegehren ausgelöst habe. Bei dem Termin können sich die Peitinger nicht nur in Listen für die Pflege der Blühstreifen eintragen, sondern erfahren auch gleich noch bei einem Vortrag von Gartenexpertin Nicole Hechenrieder, wie man sein eigenes Reich daheim möglichst bienenfreundlich gestalten kann. Denn viele wüssten gar nicht, welche Pflanzen tatsächlich insektenfreundlich seien, sagt Schlögel. „Die typischen Geranien am Balkon sind es beispielsweise nicht.“

Aktionstag am 4. Mai

Voraussichtlich am 4. Mai soll dann im Rahmen eines Aktionstags kräftig angepackt werden. Denn bevor angesät werden kann, müssen die Ackerflächen erst einmal hergerichtet werden. Steine klauben, Unkraut jäten: Man wolle den Leuten damit auch zeigen, wie viel Arbeit dahinter stecke, sagt Wörnzhofer. Und die ist mit einem Tag nicht getan. Ziel sei es, dass sich die Bürger den ganzen Sommer über um ihre Fläche kümmern. Gerade im ersten Jahr sei viel Pflege nötig, weiß auch Osterhaus, der für die Gemeinde bereits einige Blumenwiesen betreut. „Wir sind da auf die Mithilfe der Bürger angewiesen.“ Wem die Arbeit etwa aus körperlichen Gründen zu viel ist, der kann die Aktion auch finanziell unterstützen, in dem er Geld für den Kauf von Blumensamen spendet. Ein finanzieller Grundstock sei bereits vorhanden, sagt Schlögel. Die örtlichen Banken hätten ihre Unterstützung zugesagt, freut sie sich. Immerhin schlage Blumensamen für einen Hektar mit rund 600 Euro zu Buche.

Und noch ein Ziel verfolgen die Initiatoren mit ihrem Vorhaben: Die Aktion sei eine Chance, mit den Peitingern ins Gespräch zu kommen und ihnen die Landwirtschaft näher zu bringen, sagt Schlögel. „Viele wissen gar nicht, weshalb wir manche Dinge machen oder eben nicht.“

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