Präsentierten das Plakat, das Motorradfahrer in Birkland zu mehr Rücksicht aufruft: (v.l.) Karl-Heinz Rammelsberger, Bürgermeister Peter Ostenrieder, Irene Berchtold, Rudi Baab und Martin Huber.
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Präsentierten das Plakat, das Motorradfahrer in Birkland zu mehr Rücksicht aufruft: (v.l.) Karl-Heinz Rammelsberger, Bürgermeister Peter Ostenrieder, Irene Berchtold, Rudi Baab und Martin Huber.

Birkländer wollen mit Plakaten Motorradfahrer zu mehr Rücksicht anhalten

„Leiser reiten macht sympathisch!“

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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„Leiser reiten macht sympathisch! Wir Birkländer danken’s Euch!“: Dieser Spruch ist seit Kurzem auf großen Plakaten an den Ortseingängen von Birkland zu lesen. Aufgehängt hat die Banner eine private Initiative, die damit Motorradfahrer zu mehr Rücksichtnahme anhalten will.

Peiting – Kurvig schlängelt sich die Staatsstraße nach Birkland, mal geht es rechts, mal geht es links, mal bergauf und dann wieder bergab – wie gemacht, um das Herz jedes Motorradfahrers höher schlagen zu lassen. Kein Wunder also, dass die Strecke längst mehr ist als ein Geheimtipp unter den Zweiradfahrern.

In Fachmagazinen als „Kurvenkönig“ beschrieben, steuern vor allem am Wochenende immer mehr Hobbypiloten ihre Maschinen nach Birkland und lassen es dabei oft mächtig krachen – zum Leidwesen der Bewohner des Orts.

Bis zu 1000 Motorräder an einem schönen Wochenende

Einer, der besonders betroffen ist, ist Martin Huber. Das Haus des Birkländers steht direkt am nördlichen Ortseingang. Bis zu 1000 Motorradfahrer rauschen bei schönem Wetter am Wochenende vorbei, hat Huber gezählt.

Doch die Anzahl allein sei nicht das Problem, sagt der Birkländer. Vielmehr stören ihn und andere Anlieger wie seine Nachbarin Irene Berchtold vor allem jene Zweiradfahrer, die es richtig krachen lassen. „Zwischen 20 und 30 Prozent der Maschinen sind zu laut unterwegs“, klagt Huber. Sei es, weil die Fahrer schon ortsauswärts das Gas aufdrehen, mit zu hohem Tempo in den Ort düsen oder ihre Maschinen auf Krawall gebürstet sind, sprich bauartbedingt ordentlich Lärm verursachen.

Das führe soweit, dass er Telefongespräche auf seiner Terrasse unterbrechen müsse, wenn gerade auf der Straße wieder ein paar laute Motorräder vorbeifahren, schildert der Birkländer. Seiner Nachbarin geht es nicht anders.

„Aufdrehen kann jeder Depp“

Karl-Heinz Rammelsberger und Rudi Baab können den Unmut verstehen. Die beiden Birkländer sind selbst leidenschaftliche Motorradfahrer, doch für ihre Zweirad-Kollegen, die es im Ort richtig krachen lassen, haben sie kein Verständnis.

Diese brächten ihr Hobby in Verruf, kritisieren sie. „Aufdrehen kann jeder Depp, das muss nicht sein.“ Auch sie unterstützten deshalb die Plakat-Aktion, mit der um mehr Rücksichtnahme geworben wird.

Gemeinde kann leider wenig tun

Bei der Vorstellung der Banner war auch Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder vor Ort. Als Birkländer kennt er das Problem aus eigener Erfahrung.

In der Corona-Zeit habe die Zahl der Motorradfahrer sogar noch zugenommen. Die Privatinitiative könne er deshalb nur unterstützen. „Als Gemeinde können wir sonst leider wenig tun.“ Huber und seine Mitstreiter hoffen jetzt, dass die Plakate ihre Wirkung nicht verfehlen. Damit wieder mehr Ruhe einkehrt im Ort.

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