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Gratulation zur Diamantenen Hochzeit: Von Peitings Bürgermeister Michael Asam (Mitte) gab es einen Gutschein für Agathe und Thomas Huber. 

Diamantene Hochzeit in Peiting

Liebe auf den ersten Blick beim Tanzabend

Ihre Diamantene Hochzeit haben Agathe und Thomas Huber (beide 86) mit Peitings Bürgermeister Michael Asam gefeiert. Richtig groß gefeiert wird am Samstag mit einem Gottesdienst in Maria Egg.

Peiting – Eigentlich wollte Thomas Huber vor über 60 Jahren mit seinem Freund Ferdl auf dessen Motorrad ins Kino fahren. Das Happy End, das er in Rottenbuch erlebte, hätte aber im Film nicht schöner sein können: Der Ferdl hatte nämlich andere Pläne und steuerte Rottenbuch an, wo am 8. September 1955 das Patroziniumsfest „Maria Geburt“ gefeiert wurde.

Im Gasthof Fichtl war deshalb ein Tanzabend anberaumt. „Nix G’scheids da“, lautete der erste Eindruck im Tanzsaal, weswegen die beiden Männer beschlossen, erst einmal anderweitig ein Bierchen zu trinken. Beim zweiten Anlauf waren nur noch an einem Tisch Plätze frei. Und das Schicksal hatte auch schon Platz genommen.

Liebe auf den ersten Blick war es für Agathe, die schon mit ihrer Schwester und einem Besuch aus München am Tisch saß. Den ganzen Abend tanzte sie mit Thomas. Der beschloss, sie dann auch noch nach Hause zu bringen.

Nachdem er nun wusste, wo sein Schwarm wohnt, dauerte es nur ein paar Tage, bis er wieder vor der Türe stand. Von da an waren die beiden ein Paar, und nach zwei Jahren wurde geheiratet.

1957 zogen die beiden in eine Einliegerwohnung in Thomas’ Elternhaus, das sie auch heute noch bewohnen und mehrmals um- und angebaut haben. Dort wurden auch die Kinder Cornelius und Ulrike geboren, und auch die Enkelkinder Felix und Fabian wuchsen in Peiting auf.

Thomas Huber, der im Bergwerk eine Ausbildung zum Betriebsschlosser gemacht hatte, arbeitete dort bis zur Schließung und war anschließend bei der Firma Haindl beschäftigt. Auch Agathe, eine gelernte Kontoristin, arbeitete trotz Familie noch lange in ihrem Beruf. Zuletzt als Reisebüro-Angestellte bei der Firma Enzian-Reisen.

Das kam auch ihrer Leidenschaft für ferne Länder entgegen. In Kanada, Japan oder auf Malta war sie alleine. Ihr Thomas bevorzugt nämlich im Urlaub nahe Ziele. Der frühere Kletterer liebt die Berge über alles. Im Sommer wurden mit der Familie mehrtägige Hüttentouren unternommen, im Winter ging es mit den Skiern auf den Berg. Das Skifahren musste er Agathe allerdings erst beibringen. Wandern, Radeln und Schwimmen sind weitere Leidenschaften, die das Ehepaar auch heute noch teilt.

Auch wenn es 2008 gar nicht gut für Agathe aussah. Nach einem Treppensturz landete sie erst einmal im Rollstuhl. Mit viel Energie und Unterstützung ihres Ehemanns wurde sie wieder fit. „Agathe hat eine Tapferkeitsmedaille verdient“, meint der. Auch weil sie es so lange mit ihm ausgehalten habe, wie er scherzhaft hinzufügt.

Denn auch gestritten wurde in dieser langen Ehe ab und zu. „Wir haben uns immer wieder zusammengerauft. In einer Ehe zählt nicht nur das ich, sondern auch das wir“, betont Thomas Huber. „Man muss sich lieben und Vertrauen haben“, fügt seine Frau hinzu. Dann kann man auch die Hochs und Tiefs der gemeinsamen Zeit durchstehen.

Und auch mit 86 Jahren kann Thomas Huber seine Frau noch überraschen. „Die Azoren täten mir gefallen“, meint er unvermittelt zu seiner Frau, die das kaum fassen kann. Vielleicht gibt es ja zur Diamant-Hochzeit noch eine gemeinsame Hochzeitsreise. 

Ursula Fröhlich

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