Ammer-Lech-Land

Logo-Streit: Alternativ-Vorschlag aus Peiting

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Peiting - Unverständnis herrscht bei den Peitinger Gemeinderäten, was die Entscheidung des Schongauer Stadtrats bezüglich des Design-Wettbewerbs zum Logo des Mittelzentrums angeht. Mit einem Alternativ-Vorschlag möchte man aber doch alle drei Kommunen zufriedenstellen.

Ein Designwettbewerb für das Logo des Ammer-Lech-Lands spaltet schon jetzt die Zusammenarbeit von Altenstadt, Peiting und Schongau. Denn wie berichtet haben sich die Schongauer Stadträte gegen die Konditionen mit 20:1 Stimmen entschieden. Altenstadt hatte hingegen zugestimmt und auch die Peitinger hatten vor, das Prozedere in der Weihnachtssitzung durchzuwinken.

Konzept kam nicht an

Je zwei Büros aus den drei Orten sollten mit 500 Euro Aufwandsentschädigung beauftragt werden, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. Der Sieger erhält noch einmal 3000 Euro, wieder finanziert durch die drei Kommunen. Zuviel für das Schongauer Gremium. Einzig Bürgermeister Falk Sluyterman stimmte für die Vorgehensweise.

Und das wiederum sorgte nun für Unmut im Peitinger Gremium. „Diese Vorgehensweise ist normal“, sagte Peter Ostenrieder. Als Diplom-Designer ist er vom Fach. „Das Büro, das an dem Wettbewerb teilnimmt, hat seine Arbeit ja bereits getan. Das Logo ist fertig“, sagt er. Dies sei nicht mit einem Architektenwettbewerb zu vergleichen, bei dem die Arbeit nach dem Entwurf ja erst richtig losgehe. Und natürlich sei eine Vergütung auch Wertschätzung sowie ein Anreiz.

Mittelzentrum steht auf wackligen Beinen

„Die Schongauer brauchen noch drei Generationen, bis sie begreifen, dass sie nicht mehr Kreisstadt sind. Da müssen wir ein bissl Rücksicht nehmen“, stichelte Gerhard Heiss. Und Norbert Merk äußerte Bedenken: „Das ist die erste Sache, die es vom Mittelzentrum zu entscheiden gibt und schon funktioniert’s nicht. Ich habe den Eindruck, Schongau will schon jetzt nicht.“ Deshalb schlug er vor, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, „um Schongau die Möglichkeit zu geben, positiv zu entscheiden“. Einen gewissen Zynismus konnte sich auch Herwig Skalitza nicht verkneifen: „Das ist auch eine Zeitfrage. Ich hoffe sehr, dass wenigstens unsere jungen Gemeinderäte die interkommunale Zusammenarbeit erleben dürfen.“ Schmunzelnd versuchte Bürgermeister Michael Asam sein Gremium zu beschwichtigen, und hatte damit die Lacher auf seiner Seite: „Leute,was die flapsigen Kommentare angeht – wir haben doch Weihnachten... Aber auch Fasching!“

Das Schongauer Gremium hat das Logo-Prozedere abgelehnt

Damit die drei Kommunen vielleicht doch noch zusammenkommen, hatte Ostenrieder einen Alternativ-Vorschlag vorbereitet. „Der ist ähnlich professionell, kostet aber erstmal nichts“, schickte er voraus. So könnte der Aufruf an die Fachbüros auch über die drei Orte hinaus gestartet werden. „Und wenn ein Büro mitmachen will, kann es sich mit alten Arbeiten bewerben. Dann entscheidet der Ikek-Ausschuss, wer sich eignet.“ Anschließend sollen mehrere Firmen eingeladen werden – und eine Vergütung bekommen. Der Siegerentwurf erhält dann das Preisgeld. „Dieser Vorschlag wäre doch kompromissfähig, oder?“, fragte Ostenrieder in die Runde. Bereits im Vorfeld habe er die Idee den anderen beiden Bürgermeistern zukommen lassen. „Wir sprechen hier ja nicht über Riesen-Summen, die für das Logo ausgegeben werden sollen. Aber es muss ein Anreiz sein.“ Außerdem müsse man sich darüber im Klaren sein, dass das Logo das Mittelzentrum mehrere Jahrzehnte lang repräsentieren soll.

Wie der Schongauer Stadtrat entscheidet, wird sich wohl erst im kommenden Jahr zeigen. In der Weihnachtssitzung war der Wettbewerb zumindest kein Thema. 

Rubriklistenbild: © dpa

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