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Inmitten „ihrer Jungs“ (oben): Die Peitingerin Marie Degenhardt (18, hinten links) leistet Freiwilligendienst in einer Einrichtung für HIV-infizierte Buben und junge Männer. Dort ist sie Begleiterin und Ansprechpartner, hat aber auch medizinische Aufgaben.

Freiwilligendienst in Indien

Weihnachten mal anders

Peiting/Nilavarapatti –  Weihnachten mal anders feiert dieses Jahr Marie Degenhardt. Sie leistet einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst im Don Bosco Care Home nahe Salem – im Süden Indiens. Nach drei Monaten vor Ort berichtet die 18-Jährige von ihren bisherigen Erfahrungen.

Jetzt, mitten in der Adventszeit, gab es hierzulande allenorten Weihnachtsmärkte, die letzten Weihnachtseinkäufe werden getätigt, und durch die Häuser weht der Duft frischgebackener Plätzchen. „Für mich hat die Vorweihnachtszeit einfach etwas Wunderbares, Gemütliches und irgendwie immer noch Magisches“, schwärmt Marie Degenhardt. Für die Peitingerin gibt es aber dieses Jahr weder Plätzchen, noch einen Weihnachtsbaum, geschweige denn einen Adventskalender, „dafür verbringe ich die Weihnachtszeit bei 30 Grad unter Palmen im Sonnenschein“.

Seit September nennt die 18-Jährige das Don Bosco Care Home in Nilavarapatti ihr Zuhause. In dieser Einrichtung im Bundesstaat Tamil Nadu im Süden Indiens leistet sie ein Jahr lang einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst. „Das Projekt in der Nähe von Salem wurde 2010 gegründet. Momentan bieten die Salesianer Don Boscos hier 63 HIV-infizierten Jungen und jungen Männern eine Heimat“, erklärt die Abiturientin. Die Besonderheit dabei: Das Care Home ist eines der wenigen Heime, das sowohl HIV-infizierte Kinder als auch Jugendliche aufnimmt und sie so lange begleitet, bis sie einer Arbeit nachgehen und sich schließlich selbst versorgen können. Bis dahin versorgt das Care Home die Erkrankten mit medizinischer Hilfe, kostenloser Schuldbildung, psychologischer Betreuung und besonders protein- und vitaminreicher Nahrung, die das geschwächte Immunsystem stärkt.

„Meine Aufgabe und die meiner Mitvolontärin Anna ist es hauptsächlich, für die Jungs da zu sein“, schildert Marie Degenhardt und führt weiter aus: „Gerade weil viele bereits Halbwaisen oder gar Vollwaisen sind ist es wichtig, dass sie eine Person haben, an die sie sich wenden können, wenn es ihnen nicht gut geht. Die ihnen zuhört und sich mit ihnen beschäftigt.“ Dabei ist ihr aber auch klar, dass niemand die eigenen Eltern ersetzen kann. Dennoch will die Peitingerin versuchen, den sechs bis 22 Jahre alten Kindern und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit und Zuneigung zu schenken.

Marie Degenhardt mit einer Mitvolontärin beim Englisch-Unterricht. Mit Spannung sieht Degenhardt dem nahenden Weihnachtsfest entgegen.

Daher hilft Marie Degenhardt ihnen bei den Morning Jobs: Kehren, Bewässern und Tiere füttern, danach begleitet sie sie in die nahegelegenen Schulen. „Außerdem geben wir den Kleineren, die im Projekt unterrichtet werden, täglich Englischunterricht.“

In den Aufgabenbereich der Volontärin fällt des Weiteren Nachhilfe, die Organisation einer abwechslungsreichen Nachmittagsgestaltung sowie die Medical Records. Dabei müssen beispielsweise Blutwerte, Medikamente und das Gewicht der Heimbewohner in eine Software eingepflegt und kontrolliert werden. Aber auch als Begleitung bei Besuchen im Krankenhaus ist Marie im Einsatz.

„In dem Zustand, in dem sich die Jungs befinden, wäre eigentlich ein Arzt oder eine Krankenschwester vor Ort nötig“, resümiert die 18-Jährige. Die einzige Möglichkeit, um das finanzieren zu können, wäre zunächst die veraltete und dadurch mit extrem hohen Kosten verbundene Stromversorgung durch eine kostensparende Solaranlage zu ersetzen: Die Gasheizung mit einer Brennholzheizung auszutauschen und eine Grundwasserpumpe zu installieren, so die Aussage des Heimleiters.

Für das Weihnachtsfest hat sich Marie vorgenommen, „den Jungs ,Stille Nacht, heilige Nacht’ beizubringen.“ Im Gegenzug werden sie und Anna sich in einen Sari, ein traditionelles indisches Gewand, hüllen. Denn: „Auch diese kleinen Gesten, das Interesse, die andere Kultur kennenzulernen und zu erleben, prägen unseren Alltag hier im Don Bosco Care Home.“

Spenden

Wer zu diesem Projekt beitragen will, kann eine Spende an Maries Spendenkonto „Don Bosco Mission, Liga Bank München, IBAN: DE66 7509 0300 0102 1418 76, Verwendungszweck: Marie Degenhardt, R511643“ überweisen, damit Marie ihr Ziel, „die Kinder dort glücklich zu machen, sie zu unterstützen und zu einem lebensfrohen Jahr beizutragen“, verwirklichen kann.

Franziskus Reich

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