Das Peitinger Marienheim im Herzen der Marktgemeinde ist eine geschlossen geführte Pflegeeinrichtung.
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Das Peitinger Marienheim im Herzen der Marktgemeinde ist eine geschlossen geführte Pflegeeinrichtung.

Mit Stichwunden ins Krankenhaus

Marienheim in Peiting: Bewohner (31) attackiert Pflegerin mit Nagelschere und verletzt sie schwer

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Schock im Peitinger Marienheim: In der Nacht auf Mittwoch hat ein 31-jähriger Bewohner der Einrichtung eine Pflegerin mit einer Nagelschere attackiert.

  • Zu einem schrecklichen Zwischenfall kam es im Marienheim in Peiting.
  • Ein Bewohner ging auf eine Pflegerin los.
  • Eine couragierte Kollegin schritt ein und rettete damit das Opfer.

Peiting – Es war um kurz nach Mitternacht, als im Marienheim in Peiting plötzlich Hilfeschreie durchs Haus gellten. Als eine der beiden Pflegerinnen, die in dieser Nacht Dienst hatten, die Rufe ihrer Kollegin hörte, eilte sie sofort zum Dienstzimmer, ahnend, dass etwas Schlimmes vorgefallen sein musste. Als die Pflegerin den Ort des Geschehens erreichte, sah sie, wie ein Bewohner ihre Kollegin mit einer Nagelschere traktierte. Sofort griff die Frau ein und trennte den Angreifer von seinem Opfer. Anschließend verständigte sie den Notruf und kümmerte sich um die verwundete 63-Jährige, die mehrere Stichwunden erlitten hatte. Die anrückenden Polizeibeamten nahmen den 31-jährigen Täter in Gewahrsam. Die verletzte Pflegerin kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.

Angriff im Marienheim: Verletzte Pflegerin konnte Klinik bereits wieder verlassen

So schildert Marienheim-Geschäftsführerin Charlotte Straif am Mittwochnachmittag die Geschehnisse der Nacht. Und sie hat gute Nachrichten: Die verletzte Pflegerin habe die Klinik bereits wieder verlassen können. „Zum Glück waren die Wunden nicht so schwerwiegend“, sagt sie erleichtert. Den couragierten Einsatz der zur Hilfe geeilten Kollegin lobt Straif ausdrücklich. Die Pflegerin habe professionell und richtig gehandelt und damit Schlimmeres verhindert.

Wie es zu dem Zwischenfall kommen konnte in der geschlossen geführten, sozialtherapeutischen Einrichtung, ist nun Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei Weilheim. Straif beschreibt den 31-jährigen Heimbewohner als unauffällig. Es habe keine Hinweise auf einen derartigen Ausbruch gegeben. Der Mann sei für seine Medikation zum Dienstzimmer des Pflegepersonals gekommen. Als die Pflegerin dieses aus dem Medizinschrank habe holen wollen, sei der 31-Jährige plötzlich auf sie losgegangen, sagt die Geschäftsführerin. Die Nagelschere habe der 31-Jährige mitgebracht, ihr Besitz sei nichts Ungewöhnliches. „Dinge zur Körperpflege sind den Bewohnern erlaubt, wir können nicht alles verbieten.“

Angriff im Marienheim: Täter wird wegen versuchten Totschlags angeklagt

Es ist der erste Zwischenfall seit vielen Jahren im Peitinger Marienheim, das zuletzt vor allem wegen des geplanten Neubaus am Bühlach im Fokus stand. Ein gewisses Restrisiko lasse sich beim Umgang mit psychisch Kranken nicht vermeiden, sagt Straif. „Man steckt in den Personen nicht drin.“

Am Mittwoch hat Straif viele Gespräche mit den Mitarbeitern und Bewohnern geführt. „Alle sind natürlich sehr aufgeregt.“ Die Mitarbeiterin, die zur Hilfe geeilt war, sei beurlaubt worden, „um den Schock zu verarbeiten“. Fest steht schon, dass der Täter nicht mehr ins Marienheim zurückkehren wird. „Dem Bewohner wird gekündigt.“ Wegen versuchten Totschlags hat die zuständige Staatsanwaltschaft Unterbringungsbefehl gegen den 31-Jährigen beantragt. Dem folgte der Ermittlungsrichter noch am Mittwoch.

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