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Peitinger Marienheim: Konkrete Pläne ab September

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Von: Elena Siegl

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So sieht es aktuell aus: Das Marienheim an der Bahnhofstraße in Peiting. Am Bühlach soll neu gebaut werden.
So sieht es aktuell aus: Das Marienheim an der Bahnhofstraße in Peiting. Am Bühlach soll neu gebaut werden. © Hans-Helmut Herold (Archiv)

Das Ergebnis des Bürgerentscheids war eindeutig: Rund 70 Prozent der Peitinger befürworten einen Neubau des Marienheims am Bühlach. Doch ganz durch ist das Vorhaben noch nicht.

Peiting – Die Erleichterung bei Geschäftsführerin und Mitarbeitern des Marienheims über das Ergebnis des Bürgerentscheids ist groß. „Wir wissen jetzt, dass es weitergeht“, so Geschäftsführerin Charlotte Straif. Bei den weiteren Schritten sei sie nun zwar erst einmal außen vor, „aber die Arbeiterwohlfahrt als zukünftiger Träger hat nun einiges zu tun“.

Konkret wird das weitere Vorgehen allerdings erst Anfang September, heißt es bei der AWO. Die Vorstandsvorsitzende Cornelia Emili lässt aus dem Urlaub bereits ausrichten, dass sie sich sehr über das Ergebnis des Bürgerentscheides freue. Sie hoffe auf ein gemeinsames Vorankommen aller Beteiligter und zeigt sich offen für Gespräche, „mit denen wir in eine konkrete Phase des Bauprojekts einsteigen können“.

Neubau des Marienheims in Peiting: Bebauungsplan muss aufgestellt werden

Bürgermeister Peter Ostenrieder erläutert das weitere Vorgehen zusammen mit der AWO: Weil die Betriebserlaubnis am jetzigen Standort im Jahr 2022 ausläuft, „haben wir einen gewissen Zeitdruck“, so Ostenrieder.

Zunächst werde nun die Bauleitplanung auf den Weg gebracht und ein Bebauungsplan aufgestellt. „Da sollte es keine Probleme mehr geben“, so Ostenrieder. Schließlich habe der Gemeinderat durch das Ergebnis des Bürgerentscheids den klaren Auftrag der Bevölkerung bekommen, sich dem Vorhaben nicht in den Weg zu stellen. Allerdings wird das Prozedere dennoch einige Zeit dauern. „Der Bebauungsplan muss öffentlich ausgelegt werden und sämtliche Träger öffentlicher Belange haben die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben“, erklärt Ostenrieder. Vier bis sechs Wochen müssten dafür auf jeden Fall eingeplant werden. Ostenrieder hofft, dass der Bebauungsplan bis Ende des Jahres festgesetzt ist. Dann kann die AWO einen Bauantrag stellen, erklärt Ostenrieder.

Neubau des Marienheims in Peiting: Bürgermeister rechnet mit Baustart im Frühjahr

Parallel zur Aufstellung des Bebauungsplans werde das Grundstück auch schon verkauft. Denn noch ist es Eigentum des Marktes Peiting.

Ostenrieder rechnet mit einem Baustart im Frühjahr 2021. Schließlich soll das neue Marienheim, „wenn alles klappt, schon im Sommer 2022 am Bühlach öffnen“. Es sei ein recht sportlicher Zeitplan, aber machbar, so der Rathauschef.

Dass das Landratsamt dem Vorhaben noch einen Strich durch die Rechnung macht, glaubt Ostenrieder nicht. „Das Landratsamt war in alle Planungen eingebunden, auch über das Bodengutachten wissen sie Bescheid. Wir haben die Rückmeldung bekommen, dass ein Bau des Marienheims am Bühlach denkbar ist. Nach unserem Kenntnisstand ist das Landratsamt dabei“, sagt Ostenrieder. Man befinde sich deshalb in „relativ ruhigem Gewässer.“ Das Risiko trägt letztendlich ohnehin der Bauherr, also die AWO.

Bürgerentscheid zum Marienheim: „Ein Kampf mit ungleichen Mitteln“

Es war ein Kampf mit ungleichen Mitteln, sagen Vertreter der Bürgerinitiative über den Bürgerentscheid zum Neubau des Marienheims. Denn dass SPD und CSU, die beiden größten Peitinger Parteien, massiv Werbung dafür gemacht hatten, mit „nein“zu stimmen (wir berichteten), stößt ihnen nach wie vor sauer auf. Selten habe man vor einem Bürgerentscheid eine solche Mobilisierung seitens der Parteien erlebt, sagt Jürgen Schleich. Als Privatpersonen habe man dem wenig entgegenzusetzen gehabt. „Es gab keine Chancengleichheit“, beklagt die Bürgerinitiative.

Bürgermeister Peter Ostenrieder sieht das freilich anders: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir den Bürgerentscheid als reguläre Wahl sehen und Werbung für unseren Standpunkt machen.“ Ähnlich habe man es auch beim Bürgerentscheid zu Baumfällungen an der Bahnhofstraße gehandhabt. „Die Bürgerinitiative hätte genauso Werbung machen dürfen und hat das ja auch getan. Zum Beispiel wurden Prospekte verteilt“, so Ostenrieder. „Ein ganz normaler demokratischer Prozess.“

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