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Auf dem Gelände des AWO-Seniorenzentrums in Peiting könnte der Neubau des Marienheims entstehen. Ob sich der Plan umsetzen lässt, ist allerdings noch offen.

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Marienheim-Neubau: Die Alternative zum Bühlach stößt auf Skepsis

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Hat das Marienheim eine Zukunft in Peiting? Diese Frage ist auch nach der Gemeinderatssitzung am Dienstag offen. Zwar hat die AWO wie angekündigt einen alternativen Standort zum Bühlach-Grundstück für einen Neubau präsentiert, doch der stieß im Gremium auf Skepsis – aus gutem Grund.

Peiting – Wieder einmal war das Interesse an der Gemeinderatssitzung groß. Viele waren gekommen, begierig, zu erfahren, wie es weitergeht in Sachen Marienheim. Seit Monaten protestieren Anlieger am Bühlach gegen den geplanten Neubau der Einrichtung auf dem gemeindlichen Grundstück gegenüber des Friedhofs. Ihre Forderung: Die AWO möge lieber das Bestandsgebäude an der Bahnhofstraße sanieren als auf der grünen Wiese die Bagger rollen zu lassen. Dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen werde, hatte sich freilich schon in der vergangenen Woche abgezeichnet. In einem Schreiben an die Peitinger Haushalte hatte die Leitung des Marienheims das Ergebnis der neuerlichen Untersuchung des Hauses durch einen Architekten vorweggenommen. Eine Modernisierung im Bestand sei nicht möglich.

Die Details, woran ein Umbau scheitert, lieferte am Dienstag Bürgermeister Michael Asam. Es war eine ganze Litanei an nötigen Maßnahmen, die der Rathauschef aus dem schriftlichen Bericht der AWO zitierte. Sie reichten von der Sanierung aller Leitungen, über den Einbau eines Aufzugs bis zur statischen und brandschutztechnischen Ertüchtigung aller Wände und Decken. Weil zudem das Gebäude mit Therapiebereich, Büros und Aufenthaltsräumen nach Einschätzung des Architekten nicht mehr sanierbar sind, müsste es durch einen Neubau ersetzt werden.

Viele Gründe sprechen gegen einen Umbau 

Das größte Problem laut AWO: Eine Sanierung im laufenden Betrieb sei aus brandschutztechnischen Gründen nicht möglich, zudem werde das komplette Grundstück für die späteren Bauarbeiten benötigt. Ohne eine Interimslösung ließe sich der Umbau nicht bewältigen. Der Umzug würde für die Bewohner jedoch nicht nur einen großen Stressfaktor darstellen. Es sei auch äußerst fraglich, ob es überhaupt eine geeignete Immobile dafür gebe.

Und dann seien da noch die Kosten: Rund 8,9 Millionen Euro würde ein derartiges Vorgehen kosten, allein zwei Millionen Euro entfallen auf die Interimslösung. Aus den genannten Gründen sehe man nur einen Neubau als Lösung. „Der Standort Bühlach ist aus unserer Sicht ideal.“

Alternativer Standort für Neubau am Altenheim

Dass das vor allem die Anwohner anders sehen, ist freilich auch der AWO nicht entgangen. Spannend war deshalb die Frage, wie die jüngst angekündigte Alternative aussehen würde. Die befindet sich nicht weit von der derzeitigen Einrichtung auf dem Gelände des AWO-Altenheims. Jubel löste der Vorstoß bei den Gemeinderäten allerdings nicht aus.

„Wir haben da schon einmal eine Planung gesehen, die nicht gepasst hat“, zeigte sich nicht nur Christian Lory (Unabhängige) skeptisch. Nichtöffentlich hatte sie das Gremium damals wegen der Auswirkungen auf die Freiflächen des Altenheims abgelehnt. Dass Lory dennoch von einem „guten Signal“ sprach, lag daran, dass die AWO beim neuerlichen Anlauf nun eine Reduzierung von 70 auf 50 Bewohnerplätze in Aussicht stellt, das Gebäude also kleiner ausfallen könnte. Nur so mache eine erneute Prüfung überhaupt Sinn, bekräftigte auch Asam.

Im Gremium überwog dennoch die Skepsis. „Ich bin neugierig, wie das auf der Fläche funktionieren soll“, sagte Norbert Merk (CSU). Ohne weitere Flächen der Gemeinde Richtung ehemaliges Lehrerhaus werde es nicht gehen. „Wir müssen vorsichtig sein mit diesem Grundstück“, warnte auch Herwig Skalitza (CSU). Man dürfe den Menschen im Altenheim nicht den Raum für ihre Naherholung nehmen, indem man einfach ein Gebäude „davorklatsche“. Auch müsse man dran denken, dass auch das Altenheim, dessen Betriebserlaubnis 2028 ablaufe, bald woanders neu gebaut werden müsse. „Nicht, dass hinter dem neuen Marienheim dann eine Bauruine steht. Da lacht uns die Bevölkerung aus.“

Entscheidung fällt in der nächsten Sitzung

Thomas Elste sah den Vorstoß dagegen positiv. Von der Kubatur passe das Marienheim auf das Gelände, wenn man statt des Parkplatzes eine Tiefgarage verwirkliche, zeigte der Grünen-Rat mit einer selbst erstellten Fotomontage. „Damit bliebe die Grünanlage erhalten.“

Zurückhaltend äußerte sich Peter Ostenrieder (CSU). Grundsätzlich begrüße er, dass die AWO mitmache. Er gehe davon aus, dass die Reduzierung der Bewohnerplätze auch für das Bühlach-Grundstück gelte. „Das würde im Fall der Fälle das ein oder andere Problem dort lösen.“

Zu einer Entscheidung kam es am Dienstag nicht. Die soll voraussichtlich in der nächsten Sitzung fallen, wenn der von der AWO beauftragte Architekt einen ersten Planungsentwurf vorlegt. Denn da waren sich alle mit Merk einig: „Einen Blankoscheck für die AWO gibt es nicht.“

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