Blick von Westen auf den Neubau des Marienheims in Peiting
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Blick von Westen auf den Neubau des Marienheims. Gut zu erkennen der Rücksprung des untersten Stockwerks.

Vorentwurf vorgestellt

Marienheim-Neubau in Peiting: AWO kauft zusätzliche Fläche

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Im Herbst soll der Neubau des Marienheims am Bühlach in Peiting starten. Im Gemeinderat wurde jetzt der Vorentwurf vorgestellt. Neu geregelt ist darin die Zufahrt, die nun über die ehemalige Friedhofserweiterungsfläche führt. Für Diskussionen sorgte die Frage, ob die Einrichtung eingezäunt werden sollte oder nicht.

Peiting – Fast eineinhalb Jahre ist es her, dass Peter Flickinger zum ersten Mal vor dem Peitinger Gemeinderat sprach. Damals stellte der Münchner Architekt im Auftrag der AWO die ersten Ideen für einen Neubau des Marienheims am Bühlach vor. Was folgte, ist bekannt. Anwohner protestierten, es folgte ein Bürgerentscheid, bei dem die Peitinger im vergangenen Sommer mit großer Mehrheit grünes Licht für das Projekt gaben.

Am Dienstag war Flickinger nun erneut zu Gast im Peitinger Gremium, um den aktuellen Stand der Planung vorzustellen. In den vergangenen Monaten hatten er und sein Team in Abstimmung mit der Heimaufsicht, dem Bezirk und den Vertretern des bestehenden Marienheims das Raumprogramm konkretisiert. Eine komplexe Aufgabe, wie Flickinger betonte, nachdem Gemeinderat Michael Deibler (CSU) die lange Zeit ohne Informationen kritisiert hatte, und das obwohl das Vorhaben „das gute Miteinander im Dorf so auf den Prüfstand gestellt“ habe. „Was wir hier bauen, gibt es noch nicht, es hat Modellcharakter“, betonte der Architekt. Nun aber stehe der Vorentwurf, „ab jetzt geht’s deutlich schneller“, versprach er.

Wohngruppen mit Einzelzimmern für 66 Bewohner

Dann ging der Architekt auf das Gebäude ein, an dessen Kubatur sich im Vergleich zum Planungsstand im vergangenen Sommer nichts geändert hat. Auf drei Ebenen verteilen sich die benötigten Räume in dem Komplex, der sich entlang des Hangs erstreckt. Im Eingangsbereich im Norden ist ein Café mit Foyer vorgesehen. Es gibt eine Verwaltung mit Pforte, eine Großküche, die die 66 Bewohner der insgesamt sieben Wohngruppen versorgt. „Jeder Bewohner hat ein Einzelzimmer mit eigenem Bad“, erklärte Flickinger. Auf jedem Stockwerk befinden sich Therapieräume. Die beiden Innenhöfe dienen als geschützter Freibereich, der das ganze Jahr über nutzbar sei und dank Laubengängen die Möglichkeit eines Rundgangs biete. Wegen der Hanglage kommt man ohne zweites Treppenhaus als Fluchtweg aus. Auch ein Schallschutzgutachten werde nicht benötigt.

Auf dem Dach soll eine Photovoltaik-Anlage Platz finden, die von einer Bürgerinitiative betrieben wird. „Die verkauft den Strom, den wir benötigen, an uns“, erklärte Flickinger auf Nachfrage von Thomas Elste (Grüne). Geheizt werden soll das Gebäude mit einer Pelletheizung in Verbindung mit einer Gastherme für Spitzenlasten.

Zufahrt erfolgt jetzt aus dem Süden

Umgeplant worden ist dagegen bei den Außenanlagen. Ursprünglich sollte die Erschließung über die Bühlachstraße im nördlichen Teil des Grundstücks erfolgen. Nun ist eine Zufahrt von Süden her geplant. Dafür erwirbt die AWO die gemeindliche Fläche mit den leeren Grabkammern, die einmal als Erweiterung für den Friedhof vorgesehen war und nicht mehr benötigt wird. Mit der Feuerwehr sei die Lösung bereits abgestimmt, man komme wegen der breiten Wege ohne Wendehammer aus, sagte Flickinger. Im Bereich der leeren Grabkammern soll auch ein Teil der 22 Stellplätze entstehen, die der Bauherr laut gemeindlicher Satzung nachweisen muss. Wegen des schwierigen Terrains sollen die Parkplätze auf dem Grundstück verteilt werden.

Auf der freien Wiese am Bühlach soll das neue Marienheim entstehen. Die Erschließung erfolgt über die ehemalige Erweiterungsfläche für den Friedhof (li.).

Den zusätzlichen Grund braucht die AWO auch, um die nötigen Ausgleichsflächen für den Neubau nachzuweisen. Auf diesen soll die Natur nicht zu kurz kommen. Eine Streuobstwiese sei ebenso geplant wie Insekten- und Bienenweiden. Dafür stehe man in Kontakt mit den örtlichen Vereinen, sagte Flickinger. Die Grüngestaltung diene auch einem praktischen Zweck. Die Klienten der Einrichtung könnten bei der Pflege mitarbeiten.

CSU-Rat spricht von „Fehlplanung“

Im Corona-Ausschuss gab es viel lobende Worte für die vorgestellte Planung. Einzig die fehlende Abgrenzung zu den Nachbargrundstücken ging Norbert Merk (CSU) zu weit. „Für mich ist das eine Fehlplanung“, sagte er mit Blick auf die geplante, frei zugängliche Boccia-Bahn vor dem Gebäude. „Hier wird keine Rücksicht auf die Nachbarn genommen.“ Flickinger versuchte, die Bedenken zu zerstreuen. Man habe bewusst die zwei Innenhöfe als Freibereich vorgesehen, um auf einen zwei Meter hohen Zaun um die Einrichtung verzichten zu können. „Es soll ja keine Gefängnissituation werden.“ Irritiert zeigte sich Herbert Salzmann (SPD) über Merks Kritik. Auch am bisherigen Marienheim gebe es keinen Zwei-Meter-Zaun. „Die Bewohner sind selbstgefährdend und keine Gefahr für andere.“ Damit war die Diskussion beendet.

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