So soll das neue Marienheim am Bühlach aussehen. Das Bild zeigt die Ansicht von Norden.
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So soll das neue Marienheim am Bühlach aussehen. Das Bild zeigt die Ansicht von Norden.

Gemeinderat

Peiting: Marienheim-Neubau nimmt nächste Hürde

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Der Neubau des Marienheims am Bühlach rückt in greifbare Nähe: In seiner jüngsten Sitzung hat der Peitinger Gemeinderat den Bebauungs- und den Flächennutzungsplan gebilligt, nachdem zuvor der Bauausschuss den Bauantrag abgesegnet hatte. Daran änderten auch die zahlreichen Einwände von Bürgern nichts mehr.

Peiting – Zuletzt hatte Peter Flickinger im Februar den aktuellen Stand der Planung in Sachen Marienheim-Neubau im Peitinger Gemeinderat vorgestellt. Im Vergleich zu damals war es diesmal ein kurzes Gastspiel des Architekten in der jüngsten Sitzung des Peitinger Bauausschusses, als es um den endgültigen Bauantrag ging. Denn viel Neues konnte Flickinger nicht über das AWO-Projekt berichten. „An der Bebauung und dem Konzept hat sich nichts mehr geändert“, sagte Flickinger. 66 Bewohnern soll der Neubau des Marienheims am Bühlach später einmal Platz bieten. Wegen der Hanglage des Gebäudes werde man dort die erste Wand setzen, blickte Flickinger voraus. Eine erste Schürfprobe sei positiv verlaufen. „Wir haben bis 3,20 Meter kein Wasser gefunden“, freute sich der Architekt. Auch die Nachfrage von Thomas Elste (Grüne) nach der Zufahrt für die Feuerwehr konnte der Architekt beantworten. Diese erfolge über die südliche Straße, die dafür verbreitert werde. Das Konzept sei mit dem Landkreis bereits abgestimmt. Weitere Wortmeldungen gab es nicht, gegen zwei Stimmen wurde der Bauantrag abgesegnet.

Viele Bürger-Einwände eingegangen

Deutlich länger dauerte es, als es anschließend im Gemeinderat um den Bebauungsplan für das Sondergebiet und die nötige Änderung des Flächennutzungsplans ging. Das lag vor allem an den vielen Stellungnahmen, die im Rahmen des Verfahrens eingegangen waren. Nicht nur Bedenken von Behörden und Trägern öffentlicher Belange galt es für das Gremium abzuwägen. Auch Bürger hatten die Gelegenheit genutzt, um noch einmal ihre Vorbehalte gegen das Projekt vorzubringen. Der Protest der Anlieger hatte bekanntlich im vergangenen Jahr zu einem Bürgerentscheid geführt, bei dem sich die Peitinger mit großer Mehrheit für den Neubau am Bühlach ausgesprochen hatten. Bürgermeister Peter Ostenrieder sprach denn auch von „alten Argumenten“, die man sich aber „als Zeichen der Wertschätzung“ nochmals zu Gemüte führen sollte.

Die Einwände, die der Rathauschef verlas, kritisierten etwa die Art der Nutzung, die nicht eng genug gefasst sei, den fehlenden Zaun um die Einrichtung oder stellten den Neubau an dieser Stelle gar komplett in Frage zugunsten einer Sanierung des bisherigen Marienheims. Dazu kamen Sorgen vor Überflutungen bei Starkregen. Auch dass ein „solch monströser Bau das Landschaftsbild des Marktes Peiting irreparabel zerstören würde“, sprach aus Sicht der Kritiker gegen das Vorhaben der AWO.

Verwaltung nimmt Stellung

So viel vorweg: Änderungen an der Planung hatten die Bedenken der Bürger nicht zur Folge. Ein Zaun sei nicht nötig, weil in der neuen Einrichtung Außentüren nur vom Personal geöffnet werden könnten, wies die Verwaltung in ihrer Stellungnahme hin. Das Niederschlagswasser werde in den Tagwasserkanal Richtung Hauser Bach eingeleitet, der ausreichend dimensioniert sei. In Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt werde aber noch eine Fließweganalyse erstellt. Die Höhe des Gebäudes im Westen mit rund elf Metern sei der Hanglage geschuldet und nur vermeidbar, wenn man weiter in der Fläche baue oder weitere Geschosse im Osten errichte.

Zu großen Änderungen an der Planung führten auch die Hinweise von Behörden und anderer Träger öffentlicher Belange nicht. Kritisch sah etwa das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dass durch den Bau eine große landwirtschaftlich genutzt Fläche verloren ginge. Die Verwaltung verwies auf die Ausgleichsflächen und die Grünfläche im Norden, die weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden könnten. „Erhebliche gestalterische Vorbehalte“ meldete der Kreisheimatpfleger gegen die vorgesehene Aufständerung der Photovoltaik-Anlage an, der man allerdings mit Verweis auf den Klimaschutz nicht folgen wollte.

Nachdem über die einzelnen Stellungnahmen abgestimmt worden war, billigte der Gemeinderat gegen sechs Stimmen die beiden Planungen. Sie werden nun nochmals öffentlich ausgelegt.

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