Münchner Promi-Künstler verstorben

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Nach getaner Arbeit: Die Jury hinter dem siegreichen Entwurf von Marinus Wirtl.

Marinus Wirtl gewinnt Kunst-Wettbewerb

Förderräder sollen Kreisel zieren

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Die Entscheidung, welches Kunstwerk die Insel in der Mitte des neuen Kreisverkehrs an der Peitinger Bahnhofstraße zieren soll, ist gefallen: Das Rennen um die Gunst der Wettbewerbs-Jury machte der Peitinger Künstler Marinus Wirtl mit seiner Idee zweier halbversunkener Förderräder als Erinnerung an die lokale Bergbaugeschichte.

Peiting – Im vergangenen September hatte der Marktgemeinderat entschieden, einen Wettbewerb ins Leben zu rufen, um ein ansehnliches Kunstwerk für den bis dato noch recht kärglich wirkenden neuen Kreisel an der Bahnhofstraße zu finden. 50.000 Euro wurden für den Gewinner ausgelobt und als Thema die Bergbaugeschichte der Marktgemeinde vorgegeben. Bis zum Ende der Abgabefrist Ende November gingen 17 Bewerbungen bei der Gemeinde ein. Eine Jury, zu der neben Vertretern der einzelnen Fraktionen auch einheimische Künstler, Altbürgermeister Klement Sesar und Ehrenringträger Adolf Kapfer sowie zwei Kunstsachverständige aus München zählten, wählte aus dem Kreis fünf Favoriten. Diese Künstler hatten nun bis Ende Januar Zeit gehabt, ihre Idee gegen eine Aufwandspauschale von 1000 Euro in die Tat umzusetzen und ein Modell im Maßstab 1:10 anzufertigen.

Am vergangenen Donnerstagabend trat die Jury nun erneut zusammen, um aus den fertigen Entwürfen den Sieger zu küren. Und das war alles andere als eine leichte Aufgabe für das dreizehnköpfige Gremium, wie Kämmerer Christian Hollrieder, der den Wettbewerb organisiert hatte, im Anschluss betonte. Denn die Künstler hatten sich viel Mühe gegeben. „Die Qualität der Entwürfe war sehr hoch“, so Hollrieder.

Alle Modelle griffen einen anderen Aspekt des Bergbaus auf. Die Peitinger Bildhauerin Christine Gräper hatte einen Turm aus schwarzen, an Kohle erinnernden Würfeln entworfen, der mit einer leichten Drehung nach oben sinnbildlich für die dynamische Entwicklung des Bergbaus stehen sollte. Andrea Kreipe aus Böbing wiederum hatte sich für drei runde Steinsäulen entschieden, die an Bohrkerne erinnern sollten. Einen überdimensionalen Steigerhammer, wie er im Bergbau zu festlichen Anlässen mitgeführt wird, zeigte das Modell des Augsburger Künstlers Klaus Goth.

Regelrecht ins Auge sprang der Entwurf von Dietrich Förster aus Apfeldorf, der vorsah, die gesamte Innenfläche des Kreisels zum Nachbau eines abgestützten Schachts zu verwenden. Sein Entwurf sei vor allem bei den Kunstsachverständigen sehr gut angekommen, verriet Hollrieder.

Der Siegerentwurf von Marinus Wirtl. 

Gleiches galt freilich auch für den Beitrag von Marinus Wirtl. Der Peitinger, der bereits zahlreiche Kunst am Bau-Projekte in der Region verwirklicht hat, hatte sich das Förderrad als Symbol ausgesucht. Als einzige Verbindung zwischen untertage und übertage sei es das markanteste Merkmal eines Bergwerks, so seine Begründung. Sein Modell sah zwei Stahlräder vor, halb eingesunken und nicht funktionsfähig – als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft, gleichsam bildhaft für Fortschritt und Weiterentwicklung der Gemeinde.

Um ein möglichst unvoreingenommenes Ergebnis zu erhalten, fand die Bewertung durch die einzelnen Jury-Mitglieder anonym statt. Außerdem zählten die Stimmen der Fachpreisrichter doppelt, um dem Urteil der Kunstexperten mehr Gewicht zu verleihen, erläuterte Hollrieder. Das Resultat, es war am Ende mehr als eindeutig. Mit elf Stimmen kürte die Jury klar den Entwurf von Marinus Wirtl zum Sieger. Noch am Abend überbrachte Bürgermeister Michael Asam telefonisch dem Gewinner die frohe Kunde. „Natürlich freue ich mich darüber sehr“, sagte Wirtl im Gespräch mit der Heimatzeitung. Gerechnet habe er damit nicht. „So ein Wettbewerb ist ja immer ein bisschen wie Lottospielen, und die Mitbewerber waren sehr gut.“

Als nächstes will sich Marinus Wirtl nun mit der Gemeinde zusammensetzen, um die genauen Details der Ausführung zu besprechen. Dabei geht es laut Hollrieder unter anderem um die Standsicherheit der Stahlräder, die immerhin einen Durchmesser von 3,5 Meter haben sollen, sowie die Gestaltung der Kreisel-Fläche. Sind diese geklärt, geht es an die Arbeit. Schließlich gilt es, keine Zeit zu verlieren: Bis Anfang Juni muss das Kunstwerk fertig sein, damit es pünktlich zur Jubiläumsfeier 50 Jahre Bergbau am angedachten Platz steht.

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