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Auf der Basili-Wiese bleibt es bei der bestehenden Planung. 

Marktgemeinderat Peiting

Klares Votum gegen kleinere Grundstücke

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Wie groß sollen Grundstücke maximal sein dürfen, die die Gemeinde Peiting an private Bauwerber verkauft? Darüber hat jetzt der Marktgemeinderat diskutiert. Auslöser war ein Antrag der Grünen.

Peiting – Der Baudruck in Bayern ist gewaltig, dies bekommt auch die Marktgemeinde Peiting zu spüren. Rund 200 Bauwillige haben sich in der Verwaltung für den Kauf eines Grundstücks vormerken lassen. Doch schon jetzt steht fest, dass viele davon ihren Traum vom Haus in der Marktgemeinde zumindest für die nahe Zukunft begraben werden müssen. Denn obwohl man sich bemühe, Bauland zu schaffen, werde man die riesige Nachfrage kurzfristig nicht decken können, hatte Bürgermeister Michael Asam bereits in der Bürgerversammlung klar gemacht.

Was also tun? Mit dieser Frage hat sich nun auch Grünen-Rat Thomas Elste beschäftigt. Sein Antrag, für den er in der jüngsten Gemeinderatssitzung um Zustimmung warb, zielte auf die Grundstücksgrößen. Während bei Nachverdichtungen im Innenbereich bereits viele große Grundstücke zugunsten von mehr Wohnbebauung schrumpfen würden, plane man bei neuen Baugebieten wie der Basili-Wiese weiterhin mit Parzellen von 600 Quadratmeter und größer, kritisierte Elste. Würde man diese verkleinern und zudem mehr Doppelhaushälften vorsehen, könnte man nicht nur mehr Wohneinheiten auf gleicher Fläche schaffen, sondern man würde auch dem Flächenverbrauch, der in Bayern mittlerweile auf Rekordhoch liege, entgegenwirken. „Es müssen ja keine Handtuchgrößen wie in Weilheim oder München werden“, warb er für einen Grundsatzbeschluss.

Im Gremium entspann sich daraufhin eine längere Diskussion. Nicht nur Herwig Skalitza (CSU) sah die Ausweisung kleinerer Grundstücke skeptisch. Damit Bauherren mit der Erschließung zurechtkommen, dürfe man eine gewisse Größe nicht unterschreiten, gab er zu bedenken. Immer mehr würden aufgrund der hohen Kosten zudem ohne Keller bauen. „Das geht mit einem kleinen Grundstück schlecht.“

Von einem Grundsatzbeschluss hielt auch Peter Ostenrieder nichts. „Wir diskutieren bei jedem Baugebiet über Größe der Grundstücke und Art der Bebauung und haben das auch bei der Basili-Wiese getan. Daher frage ich mich, wieso der Antrag überhaupt auf dem Tisch liegt“, sagte der CSU-Fraktionschef. Der Gedanke sei allerdings prinzipiell richtig, fügte er hinzu. Man müsse sich sensibel mit dem Thema Flächenverbrauch beschäftigen. Gerade was Leerstände im Ort angehe, gebe es noch viel Entwicklungspotenzial. „Wir haben viele Hofstellen, wo nur noch Luft überdacht ist.“

Alfred Jocher hingegen konnte sich mit Elstes Vorschlag anfreunden. „Wenn ich mir anschaue, wie Peiting seit 1970 gewachsen ist und was wir in dieser Zeit an Flächen ausgewiesen haben, müssen wir schauen, ob es Alternativen gibt.“ Franz Seidel (BVP) gab freilich zu bedenken, dass seit damals auch der Anspruch der Bürger gewachsen sei. Wo früher eine 70 Quadratmeter-Wohnung für eine Familie ausgereicht habe, gehe heutzutage der Trend zu Häusern mit 150 Quadratmeter Wohnfläche.

„Der Ansatz ist richtig, aber wir sollten es weiterhin von Fall zu Fall unterscheiden“, lehnte auch Bürgermeister Michael Asam es ab, per Grundsatzentscheidung kleinere Grundstücksgrößen für die Zukunft festzulegen. Man habe in Peiting eine gute Mischung aus Einfamilien-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser, betonte der Rathauschef. „Dieser Mix muss auch in Zukunft da sein.“

Elstes Antrag wurde schließlich gegen zwei Stimmen abgelehnt.

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