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Praktikanten in Kindergärten: Sie sollen in Peiting besser bezahlt werden. 

Marktgemeinderat Peiting

Mehr Geld für Praktikanten

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Die Marktgemeinde Peiting will Praktikanten, die in gemeindlichen Kindergärten ihr Sozialpädagogisches Seminar absolvieren, künftig besser bezahlen – zumindest ein bisschen. Manchem Gemeinderat ging das nicht weit genug.

Peiting – Wer eine Ausbildung zum Erzieher ergreifen will, kommt um das Sozialpädagogische Seminar (SPS) nicht herum. Zwei Jahre dauert die berufliche Vorbildung im Normalfall, die sich in einen theoretischen Teil mit Unterricht an der Fachakademie und einen fachpraktischen Teil in einer sozialpädagogischen Einrichtung gliedert. Auch der Markt Peiting bietet regelmäßig entsprechende Praktikumsstellen in seinen Einrichtungen an. Aktuell beschäftigt die Gemeinde im Kindergarten am Rathaus und im Kindergarten Birkland jeweils eine Praktikantin. Diese leisten sehr gute Arbeit und entlasten damit auch spürbar das Personal der Einrichtungen, betonte Geschäftsleiter Stefan Kort, als es in der jüngsten Gemeinderatssitzung um die generelle Vergütung der Stellen ging.

Aktuell bekommen von der Marktgemeinde angestellte SPS-Praktikanten unter 18 Jahren 400 Euro pro Monat ausbezahlt. Sind sie älter, gibt es 50 Euro mehr. Gerichtet hat sich die Verwaltung laut Kort dabei bislang nach den Richtlinien der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, denn anders als bei Berufspraktikanten ist die Vergütung nicht durch einen Tarifvertrag geregelt.

Allerdings hat jetzt die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Fachakademien für Sozialpädagogik reagiert und einen Beschluss gefasst, der die Marktgemeinde zum Handeln zwingt. Der besagt, dass künftig Praktikumsstellen nur noch genehmigt werden, wenn das Sozialpädagogische Seminar mit mindestens 450 Euro im ersten und 500 Euro im zweiten Jahr vergütet wird. „Wir von der Verwaltung schlagen deshalb vor, die Praktikanten-Vergütung entsprechend anzuheben“, sagte Kort und verwies darauf, dass man die Entschädigungssätze zuletzt 2010 angepasst habe. Die Mehrkosten würden sich pro Jahr auf rund 1600 Euro belaufen.

Im Gremium gab es dagegen keine Einwände – im Gegenteil. Vielen Räten ging der Schritt nicht weit genug. Er habe mit dem Schulleiter der Fachakademie in Rottenbuch gesprochen, berichtete Thinas Elste (Grüne). Die Arbeitsleistung der Praktikanten sei vergleichbar mit anderen Azubi-Berufen, die allerdings oft deutlich mehr verdienen würden. „Es ist leider ein grundsätzliches Problem dieser Ausbildung, dass es hier nur Empfehlungen zur Vergütung gibt.“ Allerdings würde woanders deutlich mehr gezahlt, in Penzberg liege die Vergütung bei 800, in München gar bei 1000 Euro.

Auch Alexander Zila (SPD) brach eine Lanze für die Praktikanten. „Sie werden voll eingesetzt und werden mit einem geringen Entgelt abgespeist.“ Da müsse er seinem Vorredner recht geben, pflichtete Michael Deibler (CSU) bei. „Das sind in der Praxis vollwertige Arbeitskräfte.“

Gerhard Heiß (CSU) wandte freilich ein, dass man sich mit der Landeshauptstadt nicht vergleichen dürfe. Dort seien die Lebenshaltungskosten deutlich höher. Außerdem zahle München mehr, weil es dort an gelerntem Personal fehle, ergänzte Norbert Merk. In Peiting würden Praktikanten dagegen als zusätzliche Kräfte beschäftigt. Zudem zähle nicht nur das Geld, sondern das Gesamtpaket. „Und das ist bei uns nicht ganz so schlecht“, sagte er. Das unterstrich auch Kort. „Ob 50 Euro mehr oder weniger ist in dem Alter nicht entscheidend. Viel wichtiger ist es, dass es überhaupt wohnortnah SPS-Plätze gibt.“

Dass jedoch auch Penzberg deutlich mehr bezahle, stimmte nicht nur Merk, sondern auch Bürgermeister Michael Asam nachdenklich. Eine Debatte, welches Gehalt angemessen sei, wolle er jetzt aber nicht führen, betonte er. Einen Vorschlag zur Güte machte schließlich Hermann Mödl (BVP). Es gebe bei der Innung Statistiken, was Lehrlinge in anderen Berufen verdienen. „Davon könnten wir den Schnitt nehmen.“

Dies werde man prüfen, versprach Asam. Dann könne man die Vergütung gegebenenfalls noch einmal zum nächsten Kindergartenjahr anpassen. Bis dahin können sich die Praktikanten aber schon einmal über einen kleinen Gehaltssprung freuen. Einstimmig segnete das Gremium die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung ab.

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