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Vorbild Kohlgrabenweg: Die Verbindung wurde im vergangenen Jahr ausgebaut.

Gemeinderat Peiting

Marode Feldwege: Gemeinde sagt Hilfe zu

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Rund 60 Kilometer nicht ausgebaute öffentliche Feldwege gibt es auf Peitinger Flur. Viele davon sind in einem schlechten Zustand. Mit einem Zuschuss will die Marktgemeinde die verantwortlichen Grundstückseigentümer nun zu Investitionen in den Wegebau bewegen. Doch es gibt Widerstand.

Peiting – „Es ist ein schwieriges Thema, das uns schon lange beschäftigt“, sagte Bürgermeister Michael Asam in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Birkland. Und es wird immer akuter. Denn mit jedem Jahr steht es schlechter um die nicht ausgebauten öffentlichen Feld- und Waldwege auf Peitinger Flur. Für deren Instandhaltung ist laut Gesetz nicht die Gemeinde verantwortlich, sondern die Besitzer der Grundstücke, die über den jeweiligen Weg bewirtschaftet werden.

Doch da liegt das Problem. Das früher weit verbreitete sogenannte „Scharwerken“, bei dem Anlieger gemeinsam die Feldwege ertüchtigen, findet kaum mehr statt. Hinzu kommt, dass es mit Aufkiesen allein oft nicht mehr getan ist. Denn die Spurbreite der Wege stammt oft aus Zeiten, als die Waldarbeit noch mit kleineren Traktoren erledigt wurde. Für die großen Maschinen, die heutzutage zum Einsatz kommen, sind sie nicht ausgelegt. Heißt: Ohne eine Erneuerung des Unterbaus sind weitere Schäden vorprogrammiert. „Die Wege sind in katastrophalem Zustand“, berichtete Bauhofleiter Franz Multerer dem Gremium.

Doch wie lässt sich die Situation verbessern? In Peiting will man jetzt einen Weg gehen, den andere Gemeinden bereits seit längerem erfolgreich praktizieren. Der sieht so aus, dass der Markt die Instandhaltung finanziell unterstützt, wenn die Jagdgenossenschaften ebenfalls ihren Obulus beitragen. Heißt konkret: Wird die Jagdpacht für den Wegebau verwendet, schießt die Gemeinde den eineinhalbfachen Betrag zu. „Wenn beispielsweise 10 000 Euro Jagdpacht eingebracht werden, stehen für den Wegebau 25 000 Euro zur Verfügung“, rechnete Asam vor.

Schon im vergangenen Jahr habe man den Vorschlag auf der Jagdversammlung in Birkland vorgestellt – mit positivem Ergebnis, das heuer noch einmal bestätigt worden sei, berichtete der Bürgermeister. Die Folge: In Birkland können heuer schon die ersten Maßnahmen umgesetzt werden, sagte Peter Ostenrieder, der Asam bei der Jagdversammlung in seinem Heimatort vertreten hatte. „Das ist eine vernünftige Geschichte“, freute sich der CSU-Fraktionsvorsitzende, der gleich noch das angedachte Prozedere vorstellte. So werde ein Gremium, dem neben dem Bürgermeister, dem Bauhofleiter und drei Vertretern der Jagdgenossenschaft auch ein externer Sachverständiger angehöre, künftig jedes Frühjahr entscheiden, wo Handlungsbedarf bestehe. Durchgeführt würden die Arbeiten dann durch die Gemeinde. „Die Jagdgenossenschaft überweist nur das Geld.“

Während in Birkland der Plan aufgeht, beißt die Gemeinde bei der Jagdgenossenschaft Peiting noch auf Granit. „Leider haben wir bei der Jagdversammlung den Beschluss nicht bekommen“, bedauerte Asam. Alle Argumente hätten nicht gefruchtet, berichtete 2. Bürgermeister Franz Seidel, der der Versammlung beigewohnt hatte. Ein Problem sei, dass viele Eigentümer keinen Bezug mehr zu ihrem Grundstück hätten. Für sie zähle vor allem die Jagdpacht. Die Vorwürfe seien immer die gleichen, etwa, dass die Gemeinde in der Pflicht sei, ergänzte Asam, der betonte: „Dass wir den 1,5-fachen Betrag zugeben, ist ein großes Entgegenkommen.“ Außerdem fürchteten viele Eigentümer, benachteiligt zu werden, weil sie dann für andere Wege mitzahlen müssten. „Wir können natürlich nicht alles auf einmal machen. Irgendwo müssen wir anfangen.“ Empört über die ablehnende Haltung der Jagdgenossenschaft zeigte sich Andreas Barnsteiner (BVP). „Die hocken auf ihrem Geld wie die Henne auf dem Ei“, wetterte der Landwirt. Dabei seien auch die Jäger, die die Pacht zahlen, auf gute Wege angewiesen.

Einstimmig fasste der Gemeinderat den Beschluss für die Förderung. Auf Asams Vorschlag legte man außerdem fest, dass Bauamtschef Gerhard Habersetzer die Rolle des Sachverständigen übernehmen soll. Multerer begrüßte die Entscheidung und verwies auf den 2017 fertiggestellten Kohlgrabenweg. Dessen lange umstrittener Ausbau habe sich für alle Beteiligten mehr als ausgezahlt.

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