Brand an der Wiesn breitet sich aus - Spezialisten vor Ort

Brand an der Wiesn breitet sich aus - Spezialisten vor Ort
+
Der Masterplan zeigt genau, wo welche Leerohre für die Glasfaseranschlüsse verlegt werden sollen.

Masterplan für den Breitbandausbau

Glasfasernetz für Peiting kostet 28 Millionen Euro

  • schließen

Glasfaseranschlüssen gehört die Zukunft: Das hat mittlerweile auch die Bundesregierung erkannt. Doch der Ausbau ist teuer. Allein für Peiting liegen die Kosten bei 28 Millionen Euro. Das geht aus dem Masterplan für den Glasfaserausbau hervor, der jetzt im Marktgemeinderat vorgestellt wurde.

Peiting – Der Breitbandausbau, er beschäftigt die Gemeinde Peiting bereits seit einigen Jahren. Wie überall in Bayern soll auch der Markt fit gemacht werden für die Zukunft. Schnelles Internet für jedes Haus, das ist das ausgegebene Ziel. Tatsächlich ist zuletzt einiges in dieser Richtung passiert. Die Telekom hat ihr Netz im Ort ertüchtigt, aktuell wird an den Randlagen gearbeitet, und 2019 startet voraussichtlich der Ausbau der Außenbezirke.

Doch Ausbau ist nicht gleich Ausbau. Während in den Randlagen aufgrund der großen Entfernungen direkt Glasfaser verlegt wird, kommen die Daten im Ort immer noch über die betagte Kupferleitung ins Haus. Noch lassen sich darüber mit Techniken wie Vectoring für den Privathaushalt ausreichende Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s erzielen. Doch längerfristig sei ein Umstieg von den alten Telefonkabeln auf Glasfaser unumgänglich, betonte Karl Georg Manstorfer. Der Geschäftsleiter der Regensburger Firma IK-T war am Dienstag im Gemeinderat geladen, um das von seinem Unternehmen für die Gemeinde entwickelte Glasfaser-Konzept vorzustellen.

Der sogenannte Masterplan ist bereits im vergangenen Jahr fertig geworden. Er bildet die Grundlage für den Aufbau eines reinen Glasfasernetzes. Dieser sei für die Netzbetreiber im Moment aufgrund der hohen Kosten nicht rentabel, erklärte Manstorfer, der mit seinem Team genau ermittelt hatte, wie teuer ein kompletter Glasfaserausbau in der Gemeinde käme. Um alle 3575 Gebäude – mit eingerechnet wurden auch potenzielle Baugrundstücke – mit einer eigenen Glasfaserleitung ins Haus zu versorgen, müssten rund 960 Kilometer Kabel verlegt werden. „Wir liegen bei rund 28 Millionen Euro Gesamtkosten“, rechnete der Fachmann vor. „Das ist ja fast so viel wie unser Jahresetat“, entfuhr es Bürgermeister Michael Asam angesichts der hohen Zahl.

Hauptkostentreiber ist dabei der Tiefbau, auf den allein 55 Prozent entfallen. Auf öffentlichem Grund müssten 138 Kilometer Straßen und Wege aufgerissen werden, hinzu kommen noch einmal 69 Kilometer auf privaten Grundstücken. Der Rest der Kosten verteilt sich auf Leerrohre und Kabel. Pro Hausanschluss kommt so umgerechnet die stolze Summe von 6700 Euro zusammen. „Es ist schön, dass man mal die Kosten sieht. Oft kommt ja die Frage, warum man nicht alles gleich mit Glasfaser macht“, sagte Asam.

Deutlich günstiger wird es, wenn Leerrohre bei anstehenden Tiefbauarbeiten bereits mitverlegt werden. Genau zu diesem Vorgehen riet Manstorfer den Gemeinderäten. Die Kommune könne so eine eigene Infrastruktur aufbauen, die später an Netzbetreiber vermietet oder verkauft werden könne. Er rate zu letzterem, sagte der Experte. „Beim Vermieten sind Sie als Betreiber sonst für Entstörung und Wartung verantwortlich.“ Der Vorteil dieser Vorgehensweise: Es müssten für den irgendwann unausweichlich kommenden Umstieg auf die neue Technik keine Straßen mehr aufgerissen werden, wo bereits „Speedpipes“ verlegt seien. Je nach Umfang der gemeindlichen Tiefbauarbeiten könnte man so nach und nach auch einzelne Bereiche in Betrieb nehmen. Die Gemeinde würde zwar finanziell in Vorleistung gehen, beim Verkauf bekäme man die Erstellungskosten aber wieder herein. Allerdings nur, wenn das Netz entsprechend gut dokumentiert sei. „Ohne eine exakte Dokumentation ist das Netz praktisch wertlos.“

Im Gremium nahm man Manstorfers Ausführungen interessiert zur Kenntnis. „Wir müssen das konsequent angehen“, stellte Asam mit Blick auf anstehende Vergaben im Tiefbau fest. Keinen Illusionen gab sich indes Christian Lory (SPD) hin: „Bei der Zahl unserer Baumaßnahmen dauert der Ausbau sicher 50 Jahre.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Baulücke oder Außenbereich?
Dürfen auf einer freien Fläche an der Ammergauer Straße mehrere Mehrfamilienhäuser errichtet werden? Diese Frage hat jetzt für Kopfzerbrechen im Peitinger Bauausschuss …
Baulücke oder Außenbereich?
Am Herd mit Regina Schropp (Bayernpartei): „Babys in der Krippe finde ich schlimm“
Beim Essen lernt man die Menschen gut kennen, heißt es. Das haben wir uns zu Herzen genommen und die zwölf Direktkandidaten für die Landtagswahl aus dem Stimmkreis …
Am Herd mit Regina Schropp (Bayernpartei): „Babys in der Krippe finde ich schlimm“
Von Wasserbetten bis „Eiscrusher-Brunnen“
Der erste Abschnitt der jährlichen Revisionsarbeiten im Schongauer Freizeitbad Plantsch ist geschafft: Am morgigen Samstag nimmt das Saunaland im Plantsch um 10 Uhr …
Von Wasserbetten bis „Eiscrusher-Brunnen“
Kommandoübergabe in Altenstadt: Udo Francke tritt in große Fußstapfen
Im Mittelpunkt des 18. „Tag der Fallschirmjäger“ der Franz-Josef-Strauß-Kaserne Altenstadt stand die feierliche Kommandoübergabe über den Ausbildungsstützpunkt Luftlande …
Kommandoübergabe in Altenstadt: Udo Francke tritt in große Fußstapfen

Kommentare