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Der alte Friedhof bei Maria Egg in Peiting. Die Höhe der Grabsteine soll 1,40 Meter nicht überschreiten.

Marktgemeinderat Peiting

Mehr Gestaltungsspielraum  am Friedhof

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Das Thema Friedhof ist ein Dauerbrenner in Peiting. Nach der Gebühren- hat die Gemeinde jetzt auch die Friedhofssatzung auf den neuesten Stand gebracht. Der Entwurf der Verwaltung wurde jetzt im Marktgemeinderat beraten.

Peiting – Ganze 41 Paragrafen umfasst die Satzung über die Benutzung der Friedhöfe und Bestattungseinrichtungen – keine leichte Kost, die Geschäftsleiter Stefan Kort am Dienstag den Marktgemeinderäten vorstellte. Die Neufassung des Regelwerks freilich war unabdingbar. Zum einen stammt die bislang gültige Satzung aus 2007, hat also schon einige Jahre auf dem Buckel und ist dementsprechend laut Kort in einigen Punkten nicht mehr zeitgemäß. Zum anderen hat die Gemeinde im vergangenen Jahr bekanntlich einige neue Bestattungsmöglichkeiten wie Urnennischen oder Urnengräber unter Bäumen beschlossen, die in der Satzung berücksichtigt werden müssen. Die Neufassung habe man auch genutzt, um manche Regelung deutlich schlanker und weniger restriktiv zu fassen, schickte der Geschäftsleiter vorweg.

Das gilt insbesondere für die Gestaltung der Gräber. Bislang sei genau geregelt gewesen, wie der Grabstein auszusehen habe, erklärte Kort. Diese Vorschriften fallen nun weg. Um allerdings zu verhindern, dass die neuen Freiheiten zu allzu kreativ gestalteten Gräbern führen, die der Würde und historisch gewachsenen Struktur des Friedhofs nicht entsprechen, müssen Grabmale und bauliche Anlagen vorab genehmigt werden. Das sorgte für Stirnrunzeln bei Norbert Merk (CSU). Er warnte vor dem Aufwand, der auf die Gemeinde durch den Verwaltungsakt zukomme. Konfliktpotenzial sah er auch bei der Frage, wer am Ende entscheide, ob das Vorhaben mit der Satzung konform sei oder nicht. „Das macht im Zweifelsfall der Gemeinderat“, antwortete Bürgermeister Michael Asam, der auf vergangene Fälle verwies, wo dies bereits so gehandhabt worden sei.

Wichtig war dem Rathauschef, dass die neue Regelung auch einen Passus für den Umgang mit den provisorischen Holzkreuzen und -tafeln vorsieht. Deren Wildwuchs ist Asam schon länger ein Dorn im Auge, denn statt sie nach einer gewissen Zeit zu entfernen, lassen Angehörige sie oftmals auf Dauer stehen. Dem könne man in Zukunft begegnen, freute sich Asam, denn nun sei geregelt, dass die Holzkreuze nicht länger als ein Jahr nach der Beisetzung verwendet werden dürfen.

Deutlich zu weit ging den Räten dagegen, dass die Schriftplatten bei den Urnengrabstätten in der Urnengrabanlage nur nach einem bestimmten Muster gestaltet werden sollten. „Wir müssen doch nicht auch noch die Schriftart vorschreiben“, meinte Herbert Salzmann (SPD) und erntete damit einhellige Zustimmung.

Diskutiert wurde auch über die Höhe der Grabsteine. Während Merk dafür plädierte, die in der Mustersatzung vorgeschlagene Höhe von 1,70 Meter zu belassen, sprach sich die Mehrheit der Räte für die bislang schon vorgeschriebenen 1,40 Meter aus. „Das ist auch ein Sicherheitsaspekt, da kann jeder drüberschauen“, sagte Peter Ostenrieder.

Widersprechen musste der CSU-Fraktionschef seinem Parteikollegen auch, was dessen Wunsch nach einer Reservierungs-Möglichkeit von leeren Grabstellen anging. „Dann hätten wir sofort einen Wettbewerb um den schönsten Grabplatz“, warnte Ostenrieder. Und auch der Bürgermeister hielt davon nichts. „Da wären im Nu alle Gräber im Alten Friedhof reserviert.“ Der Vorschlag fiel durch.

Einhellig für eine Änderung war das Gremium hingegen bei der Vorschrift, ab wann Kinder ohne Aufsicht den Friedhof betreten dürfen. Erst ab zehn Jahren war den Räten zu streng. Künftig müsse nur Kinder unter sechs Jahren in Begleitung sein.

Hart blieb der Gemeinderat beim Thema Hunde. Ob man das Verbot wirklich bräuchte?, fragte Michael Deibler (CSU), der an das „alte Mütterlein“ dachte, dem so der Zutritt mit ihrem Vierbeiner verwehrt bliebe. Von einem generellen Freifahrtschein für Hunde riet Asam jedoch ab. Man könne so immer im Einzelfall entscheiden. „Das alte Mütterlein werden wir sicher nicht rausschmeißen.“

Die Änderungen sollen nun von der Verwaltung eingearbeitet werden. Endgültig beschlossen wird die Friedhofssatzung dann in einer der nächsten Sitzung.

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