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Bürgerentscheid in Peiting: Mehrheit für Marienheim

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Von: Elena Siegl

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Ein Großteil der Peitinger hatte per Briefwahl beim Bürgerentscheid teilgenommen. In der Mittelschule wurden die Stimmen ausgezählt. 
Ein Großteil der Peitinger hatte per Briefwahl beim Bürgerentscheid teilgenommen. In der Mittelschule wurden die Stimmen ausgezählt.  © Hans-Helmut Herold

Rund 9500 wahlberechtigte Peitinger durften am gestrigen Sonntag über die Zukunft des Marienheims entscheiden. 5181 Personen von ihnen, haben ihre Stimme zu dem umstrittenen Vorhaben abgegeben. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Das Marienheim soll am Bühlach neu gebaut werden.

Peiting – Lange wurde diskutiert, mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids steht nun fest: Das Marienheim, eine geschlossene sozialtherapeutische Einrichtung für Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen, soll am Bühlach in Peiting neu gebaut werden. Auch wenn dazu noch einige Genehmigungen nötig sind, steht zumindest von Seiten der Gemeinde nichts mehr im Wege.

Recht beschaulich ging es am Sonntag in den beiden Wahllokalen zu, die in der Peitinger Mittelschule eingerichtet wurden. Nur 76 Leute kamen über den Tag vorbei, um ihre Stimme zur Zukunft des Marienheims abzugeben. Das heißt aber nicht, dass die Peitinger kein Interesse an der Wahl hatten. Im Gegenteil. Weil ein Großteil der Peitinger die in Corona-Zeiten empfohlene Möglichkeit der Briefwahl in Anspruch genommen hatte, lag die Beteiligung laut Gemeinde insgesamt bei 54,4 Prozent. „Ein guter Wert“, so Geschäftsleiter Stefan Kort, „vor allem für einen Bürgerentscheid, wenn das Thema eigentlich nur einen kleinen Personenkreis direkt betrifft.“

Bürgerentscheid zum Neubau des Marienheims: Eindeutiges Ergebnis

Allerdings, so die Vermutung einer Wahlhelferin, haben einige bei der Abstimmung wohl zum ersten Mal auf die Briefwahl zurückgegriffen: Überdurchschnittlich viele Stimmen im Vergleich zu anderen Wahlen, waren nämlich ungültig. „An der Zahl sind es 14 insgesamt also nicht so drastisch“, sagte Bürgermeister Peter Ostenrieder. Er hatte mit einer „sehr klaren, positiven Entscheidung gerechnet.“ Tatsächlich ist das Ergebnis recht eindeutig. 3643 Peitiger haben für einen Neubau des Marienheims am Bühlach gestimmt. Das entspricht 70,5 Prozent. 1524 Peitinger (29,5 Prozent) wollten das Bauprojekt hingegen verhindern.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen den Neubau des Marienheims hatten am Bühlach ein „Phantomgerüst“ aufgestellt.
Die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen den Neubau des Marienheims hatten am Bühlach ein „Phantomgerüst“ aufgestellt. © Schlotterer-Fuchs

Darunter auch Jürgen Schleich, Sprecher der Initiative, die den Bürgerentscheid auf den Weg gebracht hatte. Bereits am späten Sonntagnachmittag haben er und einige Mitstreiter das Phantomgerüst am Bühlach abgebaut. Über das endgültige Ergebnis sind sie letztendlich enttäuscht. Ein so deutliches Ergebnis habe man „nicht unbedingt erwartet“. Groß kommentieren möchte man das Ganze nicht und verweist stattdessen auf den Erfolg, die Unterschriftenzahl des Bürgerbegehrens noch einmal verdoppelt zu haben. „Wir haben bewiesen, dass es nicht um Einzelpersonen geht.“ Nun wolle man abwarten, wie das Landratsamt zum Bauprojekt steht, schließlich sei der Boden laut Bürgerinitiative nicht ideal.

Marienheim: Geschäftsführerin hofft auf gute Nachbarschaft am Bühlach

Charlotte Straif, Geschäftsführerin des Marienheims, verspürt hingegen „riesige Freude, Erleichterung und Dankbarkeit.“ Die große Unterstützung der Peitinger, für die Einrichtung sei „nicht selbstverständlich.“

Hofften auf ein Votum pro Marienheim beim Bürgerentscheid: (v.l.) Bürgermeister Peter Ostenrieder, AWOVorsitzende Cornelia Emili, Marienheim-Geschäftsführerin Charlotte Straif, Jörg Reiprich (stv. Einrichtungsleiter) und Adolf Kapfer.
Hofften auf ein Votum pro Marienheim beim Bürgerentscheid: (v.l.) Bürgermeister Peter Ostenrieder, AWOVorsitzende Cornelia Emili, Marienheim-Geschäftsführerin Charlotte Straif, Jörg Reiprich (stv. Einrichtungsleiter) und Adolf Kapfer. © Christoph Peters

Auch Adolf Kapfer, dessen Familie die Mehrheit an der Betreibergesellschaft des Marienheims hält, ist froh. Vor allem die hohe Wahlbeteiligung freut ihn. „Es ist beachtlich, wie viele Peitinger sich engagiert haben.“ Er betont außerdem, dass die Bewohner am Bühlach nichts zu befürchten hätten. Auch Charlotte Straif hofft auf Akzeptanz sowie eine gute Nachbarschaft und zeigt sich offen für Gespräche mit den Anwohnern. „Wir lassen jetzt erst einmal alles auf uns zukommen“, sagt ein Vertreter der Bürgerinitiative dazu. Bisher sei es zumindest noch nicht zu einem Austausch gekommen.

Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder freut sich aus zwei Gründen, über das Ergebnis. Es bestätigt die Entscheidung des Gemeinderates und sorgt dafür, dass „eine bayernweite Mustereinrichtung im Ort gehalten wird.“

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